Landskron
Am Berg sind die Affen los!
Vor 25 Jahren übersiedelten 64 Makaken von Japan nach Landskron auf den nunmehrigen Affenberg. Wie es den Affen geht, wie sie leben und was bei einem Uni-Projekt erforscht wird, erzählt Svenja Gaubatz im Gespräch mit „KLiCK Kärnten“.
© Oskar Höher
Der Affenberg in Landskron bei Villach ist Österreichs größtes Affen-Freigehege. Die Tierhaltung ist gegenüber anderen Zoos semi-frei. Das heißt, dass die Tiere in einem umzäunten, bewaldeten Grundstück, das einen vier Hektar großen Lebensraum für die Affen darstellt, leben. „Seit acht Jahren haben wir konstant 173 Japan-Makaken im Gehege. Jedes Jahr gibt es im Schnitt zehn Nachkommen. Unsere Affen kommen mit unserem Klima gut zurecht. Sie sind bis zu minus 25 Grad Kälte gewohnt“, erklärt Svenja Gaubatz. Sie lernte 1996 ihren Mann Peter kennen. „Er hat damals jemanden für den Marketing-Bereich gesucht. Wir haben uns verliebt und ein Jahr später geheiratet. Uns verbindet die Liebe zu den Affen“, erzählt Gaubatz.
Jedes Tier hat einen Namen
23 Mitarbeiter, davon zwei Tierpfleger, sorgen für einen reibungslosen Betrieb. Alle Affen haben einen Namen. „Bei der Namensgebung für die Neugeborenen haben wir jedes Jahr ein eigenes Motto. Darüber wird im Team entschieden. Heuer haben wir das Motto Künstler ausgerufen. Die diesjährigen Jungtiere tragen unter anderem die Namen Pablo Picasso, Frida Kahlo oder Kiki Kogelnik“, sagt Gaubatz. Sie fügt hinzu: „Unsere monatlichen Teambesprechungen sind etwas ganz besonders, da geht es immer lustig zu. Zum Abschluss gibt es immer eine Karaoke-Show, bei der ich selbst mitmache. Wir haben das beste Team!“
Außenstelle der Universität Wien
Neben den Mitarbeitern sind seit dem Jahr 2019 auf dem Affenberg auch Studenten der Universität Wien vertreten. „Wir sind eine Außenstelle der Universität. 15 Studenten sind pro Turnus eingeteilt. Sie machen Verhaltens- und genetische Forschungen. Das Besondere daran ist, dass die Affen es nicht merken, weil sie niemals eingefangen werden. Wir versuchen die Vermenschlichung zu vermeiden, denn die Natur regelt alles selbst. Der Vertrag mit der Universität ist auf fünf Jahre ausgerichtet. Die Studenten wohnen in dieser Zeit im Stift Ossiach. Wir sind dem Land Kärnten sehr dankbar, dass es die Finanzierung übernimmt“, schildert Gaubatz.
Weltweites Interesse
Als wissenschaftliche Leitern ist Lena Pflüger für den Erfolg des Projekts verantwortlich. „Sie hat ihre Doktorarbeit über unser Projekt auf dem Affenberg geschrieben“, verrät Gaubatz. Sie ist stolz darauf, dass mittlerweile weltweit Universitäten größtes Interesse an einer Zusammenarbeit mit dem Affenberg zeigen.
Der Umbau
Auf dem Affenberg stehen aktuell einige Umbauten an. „Wir wollen den Ein- und Ausgangsbereich neu gestalten, der Kassenbereich wird erweitert und der Imbiss vergrößert. Außerdem wird die Tour anders geführt, um mehr Besucher ins Gehege lassen zu können“, verspricht Gaubatz.
„KLiCK“-Tipps
- Bildergalerie: Unten finden Sie Fotos einer Tour auf dem Affenberg aus dem Frühjahr.
- Online: Link zur Website