Investition und Konjunktur
Wie ist die Stimmung in Kärntens Wirtschaft?
Gar nicht so schlecht! Export-Umsätze steigen, die Geschäftsaussichten werden deutlich positiver gesehen als erwartet.
© WKK/Peter Just
Bei der heutigen Kärntner Investitions- und Konjunkturkonferenz berichteten Wirtschaftskammer-Präsident Jürgen Mandl und die sieben Sparten-Obleute den Vertretern der Landespolitik, wie es um die Kärntner Wirtschaft bestellt ist. Von Seiten des Landes waren Landeshauptmann Peter Kaiser, seine Stellvertreterin Gaby Schaunig und die Landesräte Martin Gruber und Sebastian Schuschnig vertreten.
Nicht so schlimm wie befürchtet
Natürlich ging es heuer im Rückblick viel um die Corona-Krise, wobei betont wurde: Das wirtschaftliche Minus von 5,6 Prozent im Krisenjahr 2020 in Kärnten ist nicht so eklatant wie jenes im Österreich-Schnitt – da sind es 6,5 Prozent. Und auch das Minus im Export (- 7,8 Prozent) ist weniger schlimm wie befürchtet. Der Überschuss in der Außenhandelsbilanz betrug immerhin 630 Millionen Euro.
Wo findet man geeignete Mitarbeiter?
Die treibende Kraft des Aufschwung sei der Export, so Christoph Schneider, Leiter der Abteilung für Wirtschafts- und Handelspolitik der WKÖ: „Die Exporte sind das Zugpferd in der Aufholphase.“ Im Rahmen des WKÖ-Wirtschaftsbarometers wurden Kärntner Unternehmen befragt: 53 Prozent gaben an, das Vorkrisen-Niveau wieder erreicht zu haben. Gesamtumsätze und Auftragslage sehen sie wieder positiver. Zurückhaltung ist noch bei der Investitionsbereitschaft feststellbar, obwohl Kärnten laut Schneider „fast am besten“ durch die Krise gekommen sei: „In Tirol war der Einbruch fast doppelt so groß.“ Die “größte Herausforderung” zeigt sich klar und deutlich: Knapp 80 Prozent finden nicht die geeigneten Mitarbeiter.
Für Kaiser sind nicht nur Qualifizierungsprogramme und die Attraktivierung des Wirtschafts- und Lebensstandortes Kärnten in diesem Bereich essenziell, sondern man müsse auch neue Wege beim Zuzug gehen: “Wir brauchen Menschen, die dafür sorgen, dass wir die Wertschöpfung zustande bringen.”
Guter Branchenmix
Für Schaunig habe die Corona-Pandemie viel aufgezeigt: “Es hat Schwächen und Nachholbedarf deutlich gemacht, aber auch die Stärken aufgezeigt. Dazu zählt die diversifizierte Kärntner Wirtschaft mit ihrem guten Branchenmix, aber auch die breitgefächerte Kooperation von Sozialpartnern, Landesregierung und Arbeitsmarktorganisation. Dieses Vertrauen kann man nicht in der Krise aufbauen.”
Schuschnig ist zuversichtlich, dass “der Aufschwung anhalten wird”.
Nicht allen Branchen geht es besser
Die Grundhaltung sei also positiv, so Mandl. Ein Lockdown dürfe aber nicht mehr passieren. Und allen Branchen gehe es noch nicht besser: “Wir müssen noch Wege finden und Veranstaltungen und Märkte in vernünftigem Rahmen abhalten können, um auch diesen Unternehmerinnen und Unternehmern ihre Existenz zu ermöglichen.”

