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Tele­fon-Seel­sor­ge als Fens­ter zur Welt

Anlässlich des Welttages der Suizidprävention am 10. September 2023 ruft die Caritas Kärnten ihre TelefonSeelsorge (TS) in Erinnerung. Sie appelliert an alle Menschen mit seelischen Problemen, sich unter der kostenlosen Notrufnummer 142 Hilfe zu holen, denn Reden kostet nichts!

Tele­fon-Seel­sor­ge als Fens­ter zur Welt Mittlerweile blickt die TelefonSeelsorge auf 9815 Gespräche und 616 Onlineberatungen – davon 114 Mail-Beratungen und 502 Sofort-Chats (Stand: 31. 8. 2023) –  zurück.

© Daniel Gollner/Caritas Kärnten

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Sui­zi­da­li­tät ist laut Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on (WHO) noch immer eines der größ­ten Gesund­heits­pro­ble­me welt­weit. In Öster­reich ster­ben durch­schnitt­lich drei Men­schen am Tag durch Sui­zid. Im Jahr 2022 haben sich in Kärn­ten 98 Men­schen das Leben genom­men. „Sui­zi­da­li­tät gilt lei­der noch immer als Tabu-The­ma in unse­rer Gesell­schaft. Auch wir spü­ren das bei unse­rer täg­li­chen Arbeit. Daher ist es uns beson­ders wich­tig, dass wir einem Men­schen mit fins­te­ren Gedan­ken, der so mutig ist, sich bei uns zu mel­den, bezie­hungs­för­dernd und stüt­zend gegen­über­tre­ten, Ver­ständ­nis zei­gen, ihn aus­spre­chen las­sen und ein­fach für ihn da sind“, sagt  Bar­ba­ra Ogris, Lei­te­rin der Tele­fon­Seel­sor­ge (TS) der Cari­tas Kärn­ten. Reden hilft, doch es gibt auch Gedan­ken, die sich schwe­rer aus­spre­chen las­sen als ande­re. Wo Ver­zweif­lung, Hoff­nungs­lo­sig­keit und Ein­sam­keit beson­ders groß sind, erscheint die Tele­fon­Seel­sor­ge oft als ein­zi­ges Fens­ter zur Welt.

Anony­me Hil­fe für eine posi­ti­ve Wen­de

Wenn sich Men­schen in Kri­sen befin­den und/oder unter sui­zi­da­len Gedan­ken lei­den, ist es wich­tig, mit ihnen in Bezie­hung zu tre­ten und eine neue Per­spek­ti­ve im Leben zu schaf­fen, um Betrof­fe­ne auch wie­der zu mehr Hand­lungs­fä­hig­keit ver­hel­fen zu kön­nen. Sui­zi­da­le Gedan­ken sind kei­ne Sel­ten­heit. Oft ste­cken dahin­ter sub­jek­ti­ve Gefüh­le wie Ohn­macht und Aus­weg­lo­sig­keit. Ogris: „Eine Per­spek­ti­ve kann immer sein, im Kon­takt zu blei­ben – mit ande­ren Men­schen aus dem Umfeld, aber auch mit der Tele­fon­Seel­sor­ge. Neben dem Zuhö­ren und Da sein, ist es oft genau­so wich­tig, auf ent­spre­chen­de Hilfs­an­ge­bo­te ver­wei­sen zu kön­nen. Die Tele­fon­Seel­sor­ge ver­fügt über ein gro­ßes Netz­werk im psy­cho­so­zia­len Bereich und bie­tet selbst neben dem Tele­fon auch spe­zi­ell für jün­ge­re Men­schen Bera­tung via Chat und Mail an.“

Jedes Gespräch am Tele­fon und jede Online­be­ra­tung fin­den anonym und ver­schwie­gen statt. Kos­ten­los und ohne Vor­anmel­dung! Vor allem Jugend­li­che und jun­ge Erwach­se­ne bevor­zu­gen die digi­ta­le Bera­tung.

Unter­stüt­zung in allen Lebens­la­gen

Das Team der Tele­fon­Seel­sor­ge hat für alle Men­schen, denen der Druck zu groß wird, ein offe­nes Ohr. Die Grün­de, war­um sich Betrof­fe­ne an die TS wen­den, sind viel­schich­tig: Sie rei­chen von Kri­sen im Zusam­men­hang mit (psy­chi­scher) Krank­heit, Stress, Ein­sam­keit und Bezie­hungs­pro­ble­men bis hin zu Job­ver­lust und finan­zi­el­len Not­si­tua­tio­nen. Betrof­fe­nen fällt es oft schwer über Sui­zid­ge­dan­ken zu spre­chen. Ogris: „Oft liegt die Angst dahin­ter, nicht ernst genom­men zu wer­den. Betrof­fe­ne glau­ben, man wür­de sie ohne­hin nicht ver­ste­hen bzw. man kön­ne ihnen nicht hel­fen, daher schwei­gen sie.“

Aktu­ell sind rund 90 frei­wil­li­ge und gut aus­ge­bil­de­te Mitarbeiter*innen sowie psy­cho­lo­gisch und psy­cho­so­zi­al aus­ge­bil­de­te haupt­amt­li­che Mitarbeiter*innen in der Tele­fon­Seel­sor­ge Kärn­ten rund um die Uhr unter der Not­ruf­num­mer 142 für die Hil­fe­su­chen­den da.

9815 Gesprä­che seit Jah­res­be­ginn

Mitt­ler­wei­le blickt die Tele­fon­Seel­sor­ge auf 9815 Gesprä­che und 616 Online­be­ra­tun­gen – davon 114 Mail-Bera­tun­gen und 502 Sofort-Chats (Stand: 31. 8. 2023) –  zurück: Ten­denz stei­gend. Der ste­ti­ge Anstieg der Anfra­gen unter­mau­ert den Bedarf und zeigt ganz deut­lich, wie wich­tig und wert­voll die Arbeit der Tele­fon­Seel­sor­ge Kärn­ten ist und auch in Zukunft sein wird.

Frei­wil­li­ge wer­den gesucht

Die Tele­fon­seel­sor­ge gibt es, weil enga­gier­te Men­schen ihre Zeit zur Ver­fü­gung stel­len und sich in einem kos­ten­frei­en Aus­bil­dungs­kurs auf die­se Auf­ga­be am Tele­fon vor­be­rei­ten. Der nächs­te Aus­bil­dungs­kurs wird Anfang März 2024 star­ten und gibt enga­gier­ten, ein­fühl­sa­men Men­schen die Mög­lich­keit, Bera­tungs­kom­pe­tenz für die­se anspruchs­vol­le, ehren­amt­li­che Tätig­keit zu erwer­ben.

Inter­es­sier­te kön­nen sich vor­mit­tags bei der Tele­fon­seel­sor­ge Kärn­ten unter der Tele­fon­num­mer 0463 / 55 5 60 DW 49130 oder DW 49131 bzw. per E‑Mail an: telefon@caritas-kaernten.at mel­den.

Hil­fe

Tele­fon­be­ra­tung unter der Not­ruf­num­mer 142;
Chat- und Mail­be­ra­tung:
https://chat.onlineberatung-telefonseelsorge.at/hc/de; www.facebook.com/TelefonSeelsorge142/; https://www.instagram.com/telefonseelsorge142/

 

06.09.2023 17:00
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Tele­fon-Seel­sor­ge als Fens­ter zur Welt Mittlerweile blickt die TelefonSeelsorge auf 9815 Gespräche und 616 Onlineberatungen – davon 114 Mail-Beratungen und 502 Sofort-Chats (Stand: 31. 8. 2023) –  zurück.

© Daniel Gollner/Caritas Kärnten