Mahnmal

Gedenk­ta­fel erin­nert an Schick­sal von 11 Fer­la­chern

Am Nostalgiebahnhof in Ferlach wurde eine Gedenktafel für die deportierten Kärntner SlowenInnen aus Ferlach/Borovlje enthüllt.  

Gedenk­ta­fel erin­nert an Schick­sal von 11 Fer­la­chern Genau 82 Jahre nach der Festlegung der Richtlinien für die Deportation 1000er slowenischsprachiger Kärntner, wurde in Ferlach für 11 betroffene Familien eine Gedenktafel enthüllt.

© Stadtgemeinde Ferlach

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1075 slo­we­nisch spre­chen­de Kärnt­ner wur­den am 14. und 15. April 1942 vom Nazi­re­gime in Zwangs­la­ger ver­schleppt und ihres Besit­zes beraubt. Vie­le von ihnen kamen ums Leben, ande­re stan­den bei ihrer Rück­kehr vor dem Nichts und muss­ten Jah­re auf die Rück­ga­be ihres Eigen­tums war­ten.

Erin­ne­rung an ver­trie­be­ne Gemein­de­bür­ger

Am 27. Sep­tem­ber 1941 wur­den in Kla­gen­furt die Richt­li­ni­en zur Depor­ta­ti­on der Kärnt­ner Slo­we­nen fest­ge­legt. 82 Jah­re danach, wur­de am 27. Sep­tem­ber in Fer­lach eine Gedenk­ta­fel als Erin­ne­rung an die ver­trie­be­nen Fer­la­cher Fami­li­en und als Mahn­mal für die Zukunft ent­hüllt.

Die Gedenk­ta­fel wur­de von Bür­ger­meis­ter Ingo Appé initi­iert, eine Idee, die er seit jener Buch­prä­sen­ta­ti­on von Han­nes Schaschl „Als Kärn­ten sei­ne eige­nen Kin­der depor­tier­te“ mit sich trägt. Die­se Buch­prä­sen­ta­ti­on nutz­te er auch, um sich bei der slo­we­ni­schen Volks­grup­pe für das erlit­te­ne Leid zu ent­schul­di­gen. „Die­se Tafel soll zum Nach­den­ken und Erin­nern auf­ru­fen, aber auch ermah­nen, dass sich sol­che Ereig­nis­se nie mehr wie­der­ho­len“, sag­te er in sei­nen Gruß­wor­ten.

Leh­re für nächs­te Gene­ra­tio­nen

Lan­des­haupt­mann Peter Kai­ser fand die rich­ti­gen Wor­te „Weh­ren wir allen Anfän­gen, geben wir men­schen­ver­ach­ten­den Ismen, die es auch heu­te noch gibt, kei­ne Gele­gen­heit sich wei­ter zu ver­brei­ten. Ler­nen wir aus der Geschich­te und geben wir das Gelern­te an die nächs­te Gene­ra­ti­on wei­ter, damit so etwas nie wie­der pas­siert.“

Natio­nal­rats­ab­ge­ord­ne­ter Peter Wei­din­ger beton­te in sei­ner Rede, wie wich­tig es ist Erin­ne­rungs­kul­tur in den öffent­li­chen Raum zu stel­len, um ein sicht­ba­res Zei­chen für unse­re Demo­kra­tie zu set­zen.

Wei­te­re Gruß­wor­te erfolg­ten durch Bezirks­haupt­mann Johan­nes Leit­ner, Gene­ral­kon­sul Anton Novak und Man­fred Mor­okut­ti vom Maut­hau­sen Komi­tee Kärn­ten.

Fer­la­cher berich­te­te über Schick­sal der Mut­ter

Roman Ver­del berich­te­te in sei­nen „Wor­ten der Erin­ne­rung“ über die schreck­li­chen Erleb­nis­se sei­ner Mut­ter Roma­na Ver­del, eine der letz­ten Zeu­gin­nen die­ser Zeit. Im Okto­ber 1943 wur­den aus Eisen­kap­pel vie­le slo­we­nisch­spra­chi­gen Fami­li­en in Zwangs­la­ger depor­tiert. Roma­na Ver­del war an die­sem Okto­ber­tag bei den Nach­barn zum Spie­len, als ihre gesam­te Fami­lie von der Gesta­po abge­holt wur­de. Mit 5 Jah­ren war Roma­na Ver­del Voll­wai­se und wur­de von ihrer Tan­te gemein­sam mit ande­ren Kin­dern bis Kriegs­en­de bei den Par­ti­sa­nen in den Ber­gen ver­steckt.

Der Autor Valen­tin Hau­ser hielt die Gedenk­an­spra­che. In sei­nem Buch „Ver­ges­se­ne Wahr­hei­ten“ hat er den Lei­dens­weg zahl­rei­cher Zeit­zeu­gen und deren Nach­kom­men fest­ge­hal­ten. Ana Blat­nik ver­las ein Gedicht von Maks Gril, wel­ches im Lager Hes­sel­berg in slo­we­ni­scher Spra­che ver­fasst wur­de.

Die Gedenk­ta­fel wur­de von der Zeit­zeu­gin Roma­na Ver­del, ihrem Sohn Roman und Bür­ger­meis­ter Ingo Appé ent­hüllt. Stadt­pfar­rer Jakob Ibounig seg­ne­te die Tafel.

Tafel mit bewe­gen­der Inschrift

Wir geden­ken aller Kärnt­ner Slo­we­nin­nen und Slo­we­nen, die am 14. und 15. April 1942 als Opfer der poli­ti­schen Ver­fol­gung durch das NS-Regime gewalt­sam aus ihrer Hei­mat in Kärn­ten depor­tiert wor­den sind.

Ins­ge­samt 11 Fami­li­en der Stadt­ge­mein­de Fer­lach waren von die­sem Unrecht betrof­fen.

Ihr Schick­sal sei uns Mah­nung und Auf­trag im gemein­sa­men Rin­gen um ein Mit­ein­an­der in einer frei­en Demo­kra­tie.

Spom­in­ja­mo se vseh koroških Slovenk in Slovencev, ki so bili 14. in 15. aprila 1942 kot žrt­ve poli­tič­ne­ga pre­gan­jan­ja s stra­ni nacis­tič­ne­ga reži­ma pri­sil­no depor­t­i­ra­ni iz svo­je domo­vi­ne na Koroškem.

Ta kri­vica je priz­ade­la skup­no 11 družin iz mest­ne obči­ne Boro­vlje.

Nji­ho­va uso­da naj nam bo v opo­min in nalog pri skup­nem priz­ade­van­ju za sožit­je v svo­bod­ni demo­kra­ci­ji.

Kam­mer­chor sorg­te für musi­ka­li­schen Rah­men

Musi­ka­lisch umrahmt wur­de der Fest­akt vom Kam­mer­chor Ferlach/Borovlje unter der Lei­tung von Roman Ver­del, der auch Lie­der von den Vor­fah­ren Flo­ri­an Lipuš und Maja Hader­laps aus der Zeit in Dach­au im Reper­toire hat­te.

29.09.2023 08:45
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Gedenk­ta­fel erin­nert an Schick­sal von 11 Fer­la­chern Genau 82 Jahre nach der Festlegung der Richtlinien für die Deportation 1000er slowenischsprachiger Kärntner, wurde in Ferlach für 11 betroffene Familien eine Gedenktafel enthüllt.

© Stadtgemeinde Ferlach