Olympia-Erinnerungen
Herwig Röttl war bei drei Olympischen Spielen dabei!
Seoul (1988), Barcelona (1992) und Atlanta (1996) – Herwig Röttl aus Feldkirchen war bei drei Olympischen Spielen mittendrin statt „nur“ dabei. Im Gespräch mit „KLiCK Kärnten“ schwelgt der ehemalige Hürdensprinter (110 Meter) in Olympia-Erinnerungen.
20 Jahre jung war der Feldkirchner Herwig Röttl, als er 1988 erstmals zu den Olympischen Spielen nach Seoul (Südkorea) reisen durfte. „Damals war ich Ersatzteilnehmer mit B‑Limit für den Hürdenlauf. Es war für mich ein wunderschöner Aufenthalt, immerhin durfte ich alle Bewerbe live miterleben. Zu einem Antreten kam es damals noch nicht“, erzählt der heutige Gruppeninspektor der Polizeiinspektion Feldkirchen im Gespräch mit „KLiCK Kärnten“.
Verletzung stoppte Röttl
Vier Jahre später qualifizierte sich Röttl für die Sommerspiele in Barcelona (Spanien). „Ich war gut drauf und schaffte die sechsbeste Vorlaufzeit. Im Semifinale stoppte mich dann eine Adduktorenzerrung. Das Ausscheiden schmerzte mich mehr als die Verletzung. Es wäre viel mehr drinnen gewesen“, erinnert sich der Feldkirchner. Das war in einer Zeit, in der die Athleten noch echte Amateure waren. „Für die Vorbereitung bekam ich von meinem Arbeitgeber, der Polizei, drei Monate Sonderurlaub“, verrät Röttl.

Wieder eine Verletzung
Die nächste Sommerspiele fanden 1996 in Atlanta (USA) statt. „Sie fielen noch in die stärkste Zeit meiner Laufbahn. Vor Atlanta war ich in Höchstform. Doch es kam, wie es kommen musste: Eine Verletzung stoppte meine Ambitionen“, hadert Röttl heute noch ein wenig mit dem Schicksal. Von 1986 bis 1996 nahm der Hürdensprinter an elf Großveranstaltungen teil. Heute ist Röttl Gruppeninspektor und auch Stadtrat (SPÖ) in seiner Heimatstadt Feldkirchen. „Ich bin fit, fahre viel mit dem Fahrrad, mache Krafttraining, wandere viel und fahre gelegentlich Kajak. Zweimal musste ich in der Vergangenheit eine Achillessehnen-Operation und eine Schulter‑OP über mich ergehen lassen“, berichtet der nunmehrige Hobbysportler.
Tokio 2021
Im Moment sind gerade die Olympischen Sommerspiele in Tokio voll im Gange. Es sind besondere Spiele, leider ohne Zuseher. „Den Athleten ist das egal. Sie sind voll auf ihre Bewerbe fokussiert und werden eher durch die Gegner gepusht“, schildert Röttl. Zur sensationellen Goldmedaille von Radfahrerin Anna Kiesenhofer meint der ehemalige Olympionike: „Es ist unglaublich, was die Anna geschafft hat. Sie wurde als Amateurin dem ursprünglichen olympischen Gedanken voll gerecht. Sie zeigte allen Athleten, was alles möglich ist“, sagt Röttl.
Die Zusammenfassungen
Live-Übertragungen anzusehen, geht sich für Röttl zeitlich nicht aus. „Aber die Zusammenfassungen sind für mich Pflicht. Olympia übt auf mich noch immer eine große Faszination aus“, gesteht der ehemalige Weltklasse-Hürdensprinter.
Wissenswert
Feldkirchen war schon immer ein guter Boden für großartige Sportler. So nahm Hans Muchitsch 1960 an den Spielen in Rom teil. Er schaffte im Zehnkampf den 17. Rang. Vor zwei Jahren schloss der vielseitige Sportler für immer seine Augen. Ein weiterer Sommerolympionike war Rauchfangkehrermeister Walter Schlagbauer, der 1984 mit seinem Segelpartner Norbert Peschel in Los Angeles beim Tornado-Segeln den zwölften Platz erreichte.
