Bio-Bäuerin
Bio-Lammfleisch für das Hauben-Lokal
Die Landwirtin Claudia Sackl aus Zeltschach bei Friesach ist mitverantwortlich, dass das vom Aussterben bedrohte Krainer Steinschaf erhalten bleibt. Auf ihrem „Steinerhof“ gibt es rund 120 Lämmer und Mutterschafe der hochgefährdeten Nutztierrasse.
© Michael Stabentheiner – Kärnten Werbung
Das Krainer Steinschaf ist eine Dreinutzungsrasse. „Vom Krainer Steinschaf kann man das Fleisch, die Wolle und die Milch gleichwertig nutzen“, erklärt Claudia Sackl. Das Krainer Steinschaf war einst im Dreiländereck Kärnten, Slowenien und Friaul weit verbreitet, wo es als Milchschaf zur Milch- und Käsegewinnung gehalten wurde. Um die Milchleistung zu steigern, wurde das Krainer Steinschaf in Slowenien ab den 1960er Jahren verstärkt mit dem ostfriesischen Milchschaf gekreuzt.
Die Reinform des Schafes
In einigen Gebieten ist es jedoch in seiner Reinform erhalten geblieben, wie etwa in den slowenischen Alpen im Gebiet des Triglav-Nationalparks. Dort wurden 1986 noch reinrassige Schafe gefunden, von denen einige 1988 und 1991 nach Österreich importiert wurden. 1992 erfolgte die Anlegung eines Herdebuchs. Die Population der weiblichen Zuchttiere ist mittlerweile auf rund 3.250 Mutterschafe gestiegen und zum Verpaaren stehen knapp 200 Widder aus neun verschiedenen Linien zur Verfügung.
Arche des Geschmacks
Slow Food international zeichnete das Krainer Steinschaf 2009 mit dem Titel „Arche des Geschmacks“ aus. Damit wurde anerkannt, dass das Krainer Steinschaf eine ursprüngliche, regionale, gefährdete und schützenswerte Schafrasse ist. „Bei uns wird vom Krainer Steinschaf nur die Wolle und das Fleisch verarbeitet. In Oberkärnten gibt es allerdings einige Betriebe, welche auch die Milch verarbeiten“, erzählt die Bäuerin. Aus der Wolle werden von der Düngemittelfirma ‚Ecolets‘ in St. Veit Pellets produziert, die als biologischer Dünger für Gärten eingesetzt werden.
Den Betrieb übernommen
Der Onkel von Claudia Sackl, Armin Ringer, lebt und arbeitet am Hof. „Von ihm habe ich 2019 den Hof übernommen. Gepachtet hatte ich den ‚Steinerhof‘ jedoch schon seit dem Jahr 2013. Mein Onkel ist vorwiegend im Sommer für die Futterernte zuständig. Die Schafe sind im Winter im Stall und Frühjahr kommen die Tiere, sobald es grün wird, auf die Weide“, schildert Claudia Sackl. Das Klauen schneiden im Frühjahr ist die Arbeit der jungen Bäuerin.
Bio-Lammfleisch
Geschlachtet werden die Tiere auf dem Naturhof Kerschbaumer in Friesach, wo es einen EU-konformen Schlachtraum gibt. Dort werden die Tiere grob zerteilt. Die Feinzerteilung sowie die Verpackung erfolgen auf der ‚Leiten‘ im Weingut Karnburg, einem Betrieb vom Lebensgefährten Georg Lexer in Klagenfurt. „Ein Großteil vom biologischen Lammfleisch wird im Haubenlokal ‚Leiten’ von den Haubenköchen Leo und Bruno Suppan auf die Teller gebracht“, erzählt die Lamm-Bäuerin. Sehr viel wird auch an private Kunden verkauft. Die Zustellung erfolgt von der Landwirtin nach einem Rundruf persönlich.


