Kunst-Installation
Ebenthal: “Der Hucker” bereichert den Radrastplatz
Wie es das Schicksal will. Bei der gemeinsamen Pflanzenarbeit mit Bürgermeister Christian Orasch entstand ganz zufällig ein tolles Kunst-Projekt und der „Hucker“ wurde geboren.
Anlässlich des 85. Geburtstages von Altbundeskanzler Dr. Franz Vranitzky sollte in der Kirschalle in Ebenthal ein Kirschbaum gepflanzt werden. „Wir waren schon am Zusammenräumen, als der Bürgermeister im Kofferraum meines Autos den Rohling und Urgestein meines „Huckers“ entdeckte, erinnert sich Künstler Friedrich Kach zurück.
Kunst im Kofferraum entdeckt
Der Gemeinde-Chef war vom Roh-Entwurf der Skulptur sehr angetan. „Er meinte, dass sie ideal auf den Radradplatz passen würde, der damals in Gradnitz in der Gemeinde Ebenthal errichtet wurde“, freute sich der gelernte Maler, der 41 Jahre bei der Berufsfeuerwehr Klagenfurt seinen Dienst verrichtet hatte. In seinem Atelier in der Alten Schule wurden dann die Entwürfe ausgearbeitet. „Nach der finalen Begutachtung wurde der Auftrag erteilt“.
Blickfang am Radrastplatz
Der Hucker wurde am Radweg in Gradnitz (Gemeinde Ebenthal) an der Brüstung der Radraststätte errichtet. In dem Gedanken „Komm, huck dich her“ soll er fortan vorbeikommende Personen dazu animieren, eine Pause einzulegen. „Obendrein ist er eine optische Bereicherung und ein echter Blickfang“, sagt der Ebenthaler Bürgermeister Christian Orasch.
Hucker soll zur Rast animieren
Der Name der 3D-Skulptur ergibt sich schon beim Betrachten der Figur. „Stark reduziert dargestellt wird eine abstrahierte menschliche Figur, die auf einem Stein sitzend oder „huckend“ befindet und eine Rastpause macht, erklärt der 68-jährige Jauntaler der in Ebenthal seine Wahlheimat gefunden hat. Seit seiner Jugend beschäftigte sich Kach mit Kunst. Er nahm an Aquarell Kursen des renommierten österreichischen Malers Werner Lössl teil und besuchte die Sommerakademie im Stift Geras in Niederösterreich. „Dort habe ich das Kupfer und Eisenradierung bei Professor Heuer und Alwin Chemelli erlernt. Weiters hatte ich die Ehre, bei meinem großen Vorbild Professor Giselbert Hoke Lithographie kennenzulernen“.
Kunst ohne starre Richtung
Die Kunst des Wahl-Ebenthalers lässt sich keiner starren Richtung zuordnen. „Trotzdem bevorzuge ich Aquarell- und Eisenradierung sowie Emailarbeiten und den Bronzeguss.“ Und ihn reizen neue Herausforderungen, wie etwa der Hucker. In der Arbeit kann Kach in eine schöne, gewaltlose Welt eintauchen und der Realität entfliehen. „Wenn ein Kunstwerk fertiggestellt ist, erfüllt mich eine innere Zufriedenheit, als ob man erneut Vater geworden wäre“, sagt der Vater eines 21-jährigen Sohnes.

Vom Maler zum Künstler
Gerne wäre der 68-Jährige an die Kunsthochschule gegangen, doch das blieb ihm verwehrt. Kach: „Die finanzielle Situation meiner Eltern ließ es nicht zu. Meine Mutter meinte: dann geh Maler lernen, wenn du gut bist, dann wird was aus dir werden. Und aus ihm ist etwas geworden: „Stolz bin ich auf alle meine künstlerischen Errungenschaften – auf jedes Werk, das ich geschaffen habe, ob es die künstlerische Gestaltung von fünf Feuerwehrhäusern ist, oder die zwei Kunstsymposien, bei denen ich mitmachen durfte. Einen Höhepunkt in seinem künstlerischen Schaffen will er hervorheben: „Ich hatte zweimal die Ehre, den Altbundeskanzler in seiner aktiven Zeit bei mir zu begrüßen. Dr. Vranitzky war bei der Atelier-Eröffnung und zu meinem 40. Geburtstag als Ehrengast gekommen und er hat auch einige Werke angekauft“,
“Gesundheit ist das Wichtigste”
Für die Zukunft wünscht sich Kach, nur ein paar Dinge. „Gesund zu werden und meine Ideen durch neue Aufträge verwirklichen zu können. Und dass sich die aktuelle Unruhe in der Welt nicht zum dritten Weltkrieg aufschaukelt“. Seit einiger Zeit werkelt auch sein Sohn bei den Kunstwerken mit „Er hilft mir bei manchen Arbeiten und findet es schade, dass er bei der Anfertigung des Huckers berufsbedingt nicht immer dabei sein konnte“.
Nähere Einsichten gibt es noch unter www.kunstweltkach.at

