Insekten
Mehlwürmer aus dem Lavanttal
Vor sechs Jahren haben Nina und Andreas Koitz mit der Aufzucht von Mehlwürmern am Wartkogel in Bad St. Leonhard im Lavanttal begonnen. "KLiCK Kärnten" sprach mit den Wurmzüchtern.
Nachdem die Eltern von Andreas Koitz die herkömmliche Landwirtschaft vor 25 Jahren aufgegeben haben, war der Hoferbe auf der Suche nach einem neuen landwirtschaftlichen Standbein. “Mit der biologischen Mehlwurmzucht sind wir fündig geworden. Es ist der erste Zuchtbetrieb seiner Art in Österreich und einer der wenigen in Europa. Mit unserer Firma ‚Prime Insects’ sind wir ausschließlich im Lebensmittelsektor tätig”, betont Koitz.
Hoher Proteingehalt
14 Millionen Stück Mehlwürmer sind derzeit am Hof gelagert. Im Monat werden rund 500 kg Mehlwürmer produziert. “Die Nährstoffe der Mehlwürmer betragen 61 Prozent Proteingehalt, sie enthalten alle acht essenziellen Aminosäuren, 28 Prozent Omega drei und sechs Fettsäuren, zehn Prozent Ballaststoffe, Vitamin B12, Eisen sowie Magnesium”, listet Andreas Koitz die Nährstoffe auf.
Der Mehlkäfer
Die Mehlwürmer sind Larven des rund eineinhalb Zentimeter großen, schwarzen Mehlkäfers. “Der kommt auf der ganzen Welt in der freien Natur vor. Die Männchen und Weibchen paaren sich in unseren speziell angefertigten Kisten. Die Weibchen legen dann innerhalb von drei Monaten bis zu 400 Eiern. Aus denen schlüpfen dann die Mehlwürmer-Larven. Nach drei Monaten ist der Prozess für uns abgeschlossen”, berichtet der Lavanttaler.
Europaweite Lieferung
Die Mehlwürmer werden europaweit geliefert. 70 Prozent der Würmer werden in Österreich ausgeliefert. Der Rest wird von Griechenland bis Schweden versendet. “Die Mehlwürmer landen fast zur Gänze beim Endkunden. Interessant ist, dass wir zahlreiche Veganer als Kunden haben”, erzählt Koitz. Die Nachfrage ist stark steigend, sodass der Betrieb weiter ausgebaut wird.
Weitere Standbeine
„Wir haben am Wartkogel eine 30 Hektar große Landwirtschaft. Meine Eltern haben die Landwirtschaft vor 25 Jahren aufgegeben, da sie unrentabel wurde. Ich habe aber gesagt, ich möchte wieder Landwirt werden, aber ohne die strukturellen Nachteile. Nun haben wir wieder Schafe und im nächsten Jahr kommt ein Island-Reitbetrieb hinzu“, gibt Andreas Koitz die Zukunftsprojekte preis.
