Jubiläum
ARA Flugrettung wird 20 Jahre alt
Zum 20. Geburtstag gibt es voraussichtlich das schönste Geschenk für die ARA Flugrettung: Der Nachtwindenbetrieb dürfte aufgenommen werden.
Am 10. August feiert die ARA Flugrettung offiziell ihren 20. Geburtstag. Die Geburtsstunde wäre aber eigentlich früher – am 30. April 2001. Das war der Tag, an dem der damals noch vom Roten Kreuz Kärnten betriebene Notarzt-Hubschrauber RK‑1 seinen Betrieb aufnahm. Erst später wurde die Kooperation mit der DRF Luftrettung geschlossen. Die ARA Flugrettung war geboren – als gemeinnütziges Unternehmen mit den Stationen Fresach (RK‑1) und Reutte (RK‑2). Seit der Gründung sind die beiden Notarzt-Hubschrauber rund 32.200 Mal zu Einsätzen geflogen (bis Ende Juni 2021).
Neu: Windenbergungen bei Nacht
In den letzten Jahren wurde kräftig investiert. 2018 nahm der weltweit modernste Notarzt-Hubschrauber (H145 von Airbus) den Flugbetrieb auf. 2019 und 2020 starteten die Nachtflüge mit Restlichtverstärkerbrille. Und nun zum Geburtstag darf die ARA als erstes Flugrettungsunternehmen in Österreich und Deutschland voraussichtlich ab Winter auch bei Dunkelheit Windenbergungen durchführen. Die finale Zustimmung der Behörde steht noch aus.
Jeder Handgriff muss sitzen
Die Trainings dafür gehen schon im September los. Dieser Nachtwindenbetrieb ist ein echter Meilenstein, wie ARA-Flugbetriebsleiter Jörg Radetzky erklärt: “Schon bei Tag ist eine Windenbergung eine große Herausforderung. Beim Zusammenspiel zwischen Pilot, Winden-Operator, Notarzt und Flugretter muss wirklich jeder Handgriff exakt sitzen. Teile dieses Teamworks waren bis dato bei Dunkelheit durch die europäischen Regularien nicht zugelassen. Wir konnten nun nachweisen, dass die von uns erarbeiteten Verfahren dennoch dem hohen Sicherheitsniveau der europäischen Behörden entsprechen.”
Was erwartet sich der leitende ARA-Winden-Operator Christian Zlöbl? “Speziell bei Bergungen im unwegsamen oder alpinen Gelände nach Einbruch der Dunkelheit sind nun deutliche Verbesserungen zu erwarten.”

Das ARA-Team
Zum 20. Geburtstag wird es einen kleinen, nicht öffentlichen Festakt in Friesach geben – am 10. August. Dabei wird erstmals eine nächtliche Winden-Bergung live demonstriert.
73 Personen arbeiten momentan für die ARA Flugrettung: sieben Piloten, neun Winden-Operatoren, 19 Flugretter, 28 Notärzte und zehn Verwaltungskräfte. Im Vierer-Team wird geflogen – Pilot, Winden-Operator, Flugretter, Notarzt. Weitere Spezialkräfte wie Bergretter, Fachärzte oder Intensivpfleger sind bei Bedarf dabei.
Eine dritte ARA-Station könnte bald am Nassfeld den Betrieb aufnehmen, schon im Winter 2021/22. Die behördlichen Genehmigungsverfahren laufen.
ARA-Chronik
- 30. April 2001: Erster Einsatz des RK‑1 des Roten Kreuzes am Flughafen Klagenfurt.
- 10. August 2011: Rotes Kreuz Kärnten und DRF Luftrettung gründen die ARA Flugrettung.
- 21. Dezember 2001 bis April 2002: kurzes Gastspiel in Spittal, nahe Bahnhof
- März 2002: Start des RK‑2 am Flugplatz Höfen bei Reutte (Tirol)
- April 2002: Übersiedelung des RK‑1 von Spittal nach Fresach
- Frühjahr 2005: Übergabe eines modernen Hangars und einer zeitgemäßen Crew-Unterkunft in Fresach
- August 2005: Übersiedelung des RK‑2 auf das Areal des Bezirkskrankenhauses Reutte in Ehenbichl, 2007 neue Räumlichkeiten für die Crew im Haus der Gesundheit, 2008 Errichtung des heutigen Hangars
- 2018: neue Hubschrauber – H145 von Airbus
- Herbst 2019: Aufnahme des Nachtflugbetriebes (RK‑2), im Frühjahr 2020 folgte RK‑1
- Oktober 2020: Gründung des Fördervereins ARA Flugrettung, um die Finanzierung des Flugrettungssystems zu unterstützen
- 14. Juni 2021: nächtlicher Demo-Flug vor den Augen der Vertreter der Flugsicherheitsbehörde Austro-Control
