Fussball
Die Qual der Wahl
Am 15. März wählt der Kärntner Fußballverband (KFV) einen neuen Präsidenten. Zur Wahl stehen der amtierende Präsident Martin Mutz und sein Herausforderer Manfred „Waschi“ Mertel.
Der Herausforderer Manfred Mertel, Mitglied des österreichischen Bundesrates, stellte sich einigen Fragen von KliCK Kärnten.
KliCK Kärnten: Sie haben eine lange Fußballkarriere als Spieler, Trainer und Funktionär hinter sich. Wann und warum haben Sie sich für eine Kandidatur zum KFV-Präsidenten entschieden?
Manfred Mertel: Aus Gesprächen im Vorjahr mit dem aktuellen KFV-Präsidenten Martin Mutz ist hervorgegangen, dass er eine gewisse Amtsmüdigkeit hat. Daraufhin habe ich mich entschlossen für das Präsidentenamt zu kandidieren.
Sie sind aktuell Mitglied im österreichischen Bundesrat. Ist das für Sie ein Vor- oder Nachteil?
Eher vom Vorteil, weil ich im Bundesrat Gehör finde, wenn ich über die Problemstellungen im Fußball rede. Damit wird das Ganze auf eine breitere Ebene gestellt. Ich werde allerdings keine Parteipolitik im KFV machen. In meinem Team sind sämtliche Fraktionen des Landtages vertreten. Wenn es um die Sache geht, darf es kein Parteidenken geben.
Wo sind die Schwachstellen im Kärntner Fußball?
Wir sind zum Beispiel beim Nachwuchs österreichweit nicht gut und hängen hinten nach. Die Landesausbildungszentren, kurz LAZ genannt, sollen in Zukunft ausschließlich den Amateurvereinen vorbehalten sein. Denn derzeit werden LAZ-Mannschaften zum Teil von den Profimannschaften besetzt. Für die unterklassigen Verein bleibt wenig Platz.
Auch beim Frauenfußball gibt es Probleme.
Da müsste die Betreuung durch den Verband besser werden. Denn die Motivation bei den Spielerinnen ist sehr gut. Wichtig wäre es, für mehr Wettkämpfe zu sorgen. Es muss mehr in die Ausbildung investiert werden. Ich habe mit Christine Gaggl, die mit dem SV Oberglan Kärntner Meisterin geworden ist, eine Kandidatin als Vizepräsidentin ins Team geholt. Mit ihr wollen wir eine Frauen-Fußballakademie ins Leben rufen.
Im Schiedsrichterwesen gibt es Handlungsbedarf
Da will ich eine Verbesserung erreichen. Da ich glaube, dass es endlich an der Zeit wäre, dass Kärntner Schiedsrichter in der Bundesliga pfeifen. Das wäre für die angehenden Schiedsrichter eine Vorbildwirkung. Ich will mit den Schiedsrichtern Gespräche führen, um ein besonderes Coaching der Schiedsrichter zu sorgen. Ideal wäre es, wenn sich ehemalige Fußballspieler, aber auch Fußballspielerinnen für die Schiedsrichterausbildung melden würden.
Junge Schiedsrichter haben oft Probleme mit einigen Elternteile der jungen Spieler. Wie kann man da entgegenwirken?
Ich bin dafür, den Eltern einen kostenlosen Trainereinstiegskurs anzubieten. Damit sie die Grundregeln auf dem Fußballplatz besser verstehen. Das wäre gut für ein besseres Miteinander.
Sie haben ein großes Team, wie halten Sie Kontakt zu den Vereinen?
Ich werde als Präsident bei den Spielen der Vereine und auch bei den Turnieren zu sehen sein, um im Bedarfsfall den Funktionären mit Rat und Tat zur Seite stehen. Außerdem werde ich auch Bezirkskoordinatoren einsetzen. Damit sind wir hautnah bei den Vereinen in allen Klassen. Diese sehen dann die Entwicklungen in den Altersklassen.
Wer sind die Eckpfeiler?
Mein Team ist sehr breit aufgestellt. Eine Vizepräsidentin ist für den Frauenfußball zuständig und ein Vizepräsident wird sich um den Nachwuchs kümmern.
Das Team von Manfred Mertel
Präsident: Manfred “Waschi” Mertel (69)
Vizepräsidentin: Christine Gaggl
Vizepräsident: Erwin Svensek
Vizepräsident: Martin Pöck
Schriftführer: Martin Rauter-Rauter
Finanzreferent: Ernst Komarek
Strafausschuss: Benjamin Dellacher
Vorsitzender Kontrollausschuss: Oliver Lorber
Vorsitzender Protestsenat: Gerhard Lesjak
Rechnungsprüfer: Ulrich Krassnig und Philipp Glanzer
Weiters im Team: Dietmar Triebnig, Mario Brenter, Manuel Vaschauner und Mario Gappnig, Walter Grill, Silvio Kummer, Helmut König, Anton Widmann sowie Otto Wegscheider.

