Stefan Sternad
„Kärntens Wirte fordern von Politik Strategien“
Mit einem Satz lassen sich die größten Problemfelder in der Gastronomie zusammenfassen: Kärntens Wirte fordern von der Politik eine Corona-Strategie und ein gemeinsames Vorgehen beim Fachkräftemangel ein.
Stefan Sternad, Obmann der Fachgruppe Gastronomie in der Wirtschaftskammer Kärnten, bringt die Erwartungen seiner Branche an die Politik auf den Punkt. Es bedarf einer vorausschauenden Corona-Planung. „Wir können nicht immer nur von Monat zu Monat denken. Die Betriebe und ihre Mitarbeiter brauchen mehr Planungssicherheit“, begründet er. Im zweiten Jahr der Pandemie verfügen Politik und Gastronomie mittlerweile über Erfahrungswerte. „Diese Erfahrung müssen wir dazu nutzen, uns besser vorzubereiten“, stellt Sternad klar. Er fordert von den politischen Entscheidungsträgern, zügig eine Corona-Strategie für den Herbst, Winter und Frühling auszuarbeiten.
Praktikable Maßnahmen
Der Grund seines Vorstoßes: „Das Corona-Virus wird uns offensichtlich noch länger begleiten. Ständige Lockdowns werden wir uns aber auf Dauer nicht leisten können. Wir werden lernen müssen, mit Covid-19 zu leben.“ Er spricht sich für praktikable Maßnahmen aus, die für die Öffentlichkeit nachvollziehbar sind. Kärntens Gastronomie hat, so Sternad, in den vergangenen Monaten jedenfalls bewiesen, dass es eine große Bereitschaft zur Einhaltung der Corona-Regelungen gibt.
Fachkräftemangel als akutes Problem
Parallel zum Krisenmanagement gehören auch elementare Fragen der Zukunft angesprochen, zu denen Themen wie Standort-Management und Mitarbeiter-Marketing. „Wir dürfen die Problematik des Facharbeitermangels nicht aus den Augen verlieren. Es geht darum, sowohl das Land Kärnten als auch den gesamten Tourismus bestmöglich zu positionieren. Dafür müssen wir an einem Strang ziehen“, betont Sternad. Möglich ist das, so der Wirtesprecher, durch einem Schulterschluss von Schulen, öffentlicher Hand, Wirtschaftskammer und Gastronomiebetrieben. „Unser gemeinsames Ziel muss sein, die Jugend wieder für die Arbeit in der Gastronomie zu begeistern“, erklärt Sternad.
Konstruktive Zusammenarbeit
In diesem Zusammenhang hofft die Wirtschaftskammer auf konstruktive Mitarbeit der Gewerkschaft. Alle Entscheider gehören an einen Tisch gesetzt, um gemeinsam Lösungen zu finden. „Wir brauchen Lösungen und mehr Zusammenarbeit. Die Zukunft können wir nur miteinander gestalten“, bringt es Sternad auf den Punkt. Aus diesem Grund soll noch im September ein Runder Tisch mit allen Beteiligten stattfinden. Dabei sollen die unten angeführten Themen und Forderungen besprochen werden.
Landesthemen:
- Neue Strategien, um den Fachkräftemangel einzudämmen: Aufwertung der Lehre, Image-Aufwertung für die Branche; Qualifikationsmaßnahmen für Quereinsteiger und reduzierte Fachausbildungen für spezialisierte Bereiche
- Zusammenarbeit der Ausbildungseinrichtungen und Bündelung der Ressourcen
- Einführung von Mitarbeiter-Marketing
Bundesthemen:
- Mehr Netto vom Brutto: Senkung der Einkommenssteuertarife
- Steuerliche Entlastung: Entfall der Sozialversicherungsabgaben auf das 13. und 14. Gehalt
- Zumutbarkeitsbestimmungen für den Bezug des Arbeitslosengelds verschärfen

