Bilanz
Sommerspiele: 3.935 Besucher kamen ins Stift Eberndorf
Abgesehen von den drei Theater-Produktionen mit 25 Vorstellungen gab es in der Organisation der Sommerspiele Eberndorf heuer elf weitere Premieren. Worum es sich handelt? Die Bilanz im Überblick von „KLiCK Kärnten“.
© Helmut Kutej
„Als ich im November 2019 meine Intendanz in Eberndorf antrat, hatte ich noch keine Ahnung, was mich in meiner ersten Spielzeit erwarten würde. Auf keinen Fall, dass ‚meine‘ erste Premiere erst im Juli 2021 über die Bühne gehen wird“, schildert Florian Kutej, Intendant der Sommerspiele Eberndorf.
Die Sehnsucht nach Veränderung
Das Ensemble musste in den vergangenen Monaten mehrmals auf die Auswirkungen der Pandemie reagieren. So auch bei der Auswahl des Stücks: „Statt der ursprünglich geplanten Produktion ‚Pygmalion‘ von George Bernard Shaw entschieden wir uns dazu, erstmals zwei unterschiedliche Theaterstücke österreichischer Autoren auf die Bühne im Eberndorfer Stiftshof zu bringen“, blickt Kutej zurück. Nämlich die Posse „Frühere Verhältnisse“ von Johann Nestroy und die E‑Mail-Komödie „Gut gegen Nordwind“ von Daniel Glattauer.
Die sieben Schauspieler probten in zwei getrennten Teams – unter Einhaltung der geltenden Covid-19-Regelungen und nach einem eigens ausgearbeiteten Präventionskonzept – mit dem neuen Regisseur Stephan Wapenhans. So standen die Sommerspiele 2021 unter dem Motto „Die Sehnsucht nach Veränderung“.
Auslastung von 87 Prozent
Nach 25 Vorstellungen dürfen die Verantwortliche zufrieden Bilanz ziehen. Insgesamt kamen genau 3.935 Besucher zu den 25 Vorstellungen (siehe „Zahlen, Daten & Fakten“ unten), was einer Auslastung von 87 Prozent entspricht. Die Bilanz im Überblick.
Erstmals …
- … wurden Regie und Intendanz als Aufgaben getrennt.
- … fanden sämtliche szenischen Proben in Eberndorf statt.
- … gab es eine Produktion für Kinder.
- … standen zwei neue Eigenproduktionen auf dem Spielplan.
- … wurde eine Vorstellung in Gebärdensprache übersetzt.
- … konnten Gutscheine für Vorstellungen der Sommerspiele erworben werden.
- … gab es Merchandising-Produkte (Stofftaschen und Regenschirme) zu kaufen.
- … konnten nachhaltige und kompostierbare Regenponchos aus Maisstärke erworben werden.
- … wurden die „Freunde der Sommerspiele Eberndorf“ ins Leben gerufen.
- … waren alle Aushänge vor Ort zweisprachig (Deutsch und Slowenisch).
- … wurde in slowenischer Sprache auf der Bühne gesungen.
Eine traurige Nachricht
Überschattet wurde die Spielsaison von einer traurigen Nachricht: Der ehemalige Intendant und langjährige Regisseur Jörg Schlaminger verstarb nach langer Krankheit in der Nacht auf den 5. August im 74. Lebensjahr. Als Regisseur und künstlerischer Leiter prägte er ab 1993 die Entwicklung der Sommerspiele Eberndorf entscheidend mit. 24 Jahre lang führte er hier Regie und brachte jeden Sommer eine Komödie auf die Bühne, die unverwechselbar seine Handschrift trug. Seine Arbeit garantierte alljährlich ein unverfälschtes, kraftvolles, lebendiges, intelligentes sowie von Publikum und Presse gefeiertes Sommertheater in den Arkaden des Eberndorfer Stiftshofes. Mit „Der Diener zweier Herren“ von Carlo Goldoni verabschiedete sich Schlaminger 2016 als Regisseur von Eberndorf, blieb „seinem“ Theater aber bis zuletzt als Berater und Besucher treu.
Am 27. Juli besuchte Schlaminger noch eine Vorstellung „seiner“ Sommerspiele in Eberndorf. „Wir danken ihm von ganzem Herzen für sein langjähriges Engagement, für seine Liebe und Begeisterung zum Theater, für sein feines Gespür und seinen Humor, den Glauben an ‚sein‘ Ensemble, das kollegiale Miteinander und die Freundschaft, die bis zu seinem Tod anhielt“, betont Kutej.
Zahlen, Daten & Fakten
- Alle 25 Vorstellungen (fünf Mal „Däumelieschen“, zehn Mal „Frühere Verhältnisse“ und zehn Mal „Gut gegen Nordwind“) konnten wetterbedingt stattfinden.
- Keine Vorstellung musste aufgrund von Schlechtwetter abgesagt oder vorzeitig beendet werden – im Gegenteil: Bei den Kindervorstellungen war das Wetter heuer sogar fast zu gut.
- Die Sitzplatz-Anzahl wurde reduziert (180 statt 432 Plätze – inklusive Schachbrett-System und Mittelgang).
- Insgesamt sahen 3.935 Besucher die Aufführungen. Das entspricht – aufgrund der coronabedingten Reduktion der Sitzplätze – einer Auslastung von 87 Prozent.
- Nordwind-Ensemble: Simone Jäger und Manuel Dragan
- Schauspieler Manuel Dragan (links) und Intendant Florian Kutej mit den neuen Regenponchos aus Maisstärke
- Ausstatterin Isabel Toccafondi, Regisseur Stephan Wapenhans, Bürgermeister Wolfgang Stefitz, Schauspielerin Simone Jäger und Intendant Florian Kutej (von links) nach der Premiere von „Frühere Verhältnisse“
- Schlussapplaus nach der Premiere von „Frühere Verhältnisse“: Simona Krajger, Hansi Prilasnig, Intendant Florian Kutej, Regisseur Stephan Wapenhans, Ausstatterin Isabel Toccafondi, Maskenbildnerin Renate Wutte, Helmut Lechthaler, Jelka Stern und Markus Druml (von links)
- Nestroy-Ensemble: Helmut Lechthaler, Simona Krajger, Hansi Prilasnig, Markus Druml und Jelka Stern (von links)
- Eva Sacherer dolmetscht eine Vorstellung der Produktion „Frühere Verhältnisse“ für gehörlose Zuseher.
- Schauspieler Manuel Dragan bringt den jüngsten Zusehern das Märchen von „Däumelieschen“ näher.

