Bilanz

Som­mer­spie­le: 3.935 Besu­cher kamen ins Stift Ebern­dorf

Abgesehen von den drei Theater-Produktionen mit 25 Vorstellungen gab es in der Organisation der Sommerspiele Eberndorf heuer elf weitere Premieren. Worum es sich handelt? Die Bilanz im Überblick von „KLiCK Kärnten“.

Som­mer­spie­le: 3.935 Besu­cher kamen ins Stift Ebern­dorf Schlussapplaus nach der Premiere von „Frühere Verhältnisse“: Simona Krajger, Hansi Prilasnig, Intendant Florian Kutej, Regisseur Stephan Wapenhans, Ausstatterin Isabel Toccafondi, Maskenbildnerin Renate Wutte, Helmut Lechthaler, Jelka Stern und Markus Druml (von links)

© Helmut Kutej

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„Als ich im Novem­ber 2019 mei­ne Inten­danz in Ebern­dorf antrat, hat­te ich noch kei­ne Ahnung, was mich in mei­ner ers­ten Spiel­zeit erwar­ten würde. Auf kei­nen Fall, dass ‚mei­ne‘ ers­te Pre­mie­re erst im Juli 2021 über die Bühne gehen wird“, schil­dert Flo­ri­an Kutej, Inten­dant der Som­mer­spie­le Ebern­dorf.

Die Sehn­sucht nach Ver­än­de­rung

Das Ensem­ble muss­te in den ver­gan­ge­nen Mona­ten mehr­mals auf die Aus­wir­kun­gen der Pan­de­mie reagie­ren. So auch bei der Aus­wahl des Stücks: „Statt der ursprünglich geplan­ten Pro­duk­ti­on ‚Pyg­ma­li­on‘ von Geor­ge Ber­nard Shaw ent­schie­den wir uns dazu, erst­mals zwei unter­schied­li­che Theaterstücke österreichischer Autoren auf die Bühne im Ebern­dor­fer Stifts­hof zu brin­gen“, blickt Kutej zurück. Näm­lich die Pos­se „Frühere Verhältnisse“ von Johann Nes­troy und die E‑Mail-Komödie „Gut gegen Nord­wind“ von Dani­el Glatt­au­er.

Die sie­ben Schau­spie­ler prob­ten in zwei getrenn­ten Teams – unter Ein­hal­tung der gel­ten­den Covid-19-Rege­lun­gen und nach einem eigens aus­ge­ar­bei­te­ten Präventionskonzept – mit dem neu­en Regis­seur Ste­phan Wapen­hans. So stan­den die Som­mer­spie­le 2021 unter dem Mot­to „Die Sehn­sucht nach Veränderung“.

Aus­las­tung von 87 Pro­zent

Nach 25 Vor­stel­lun­gen dür­fen die Ver­ant­wort­li­che zufrie­den Bilanz zie­hen. Ins­ge­samt kamen genau 3.935 Besu­cher zu den 25 Vor­stel­lun­gen (sie­he „Zah­len, Daten & Fak­ten“ unten), was einer Aus­las­tung von 87 Pro­zent ent­spricht. Die Bilanz im Über­blick.

Erst­mals …

  • … wur­den Regie und Inten­danz als Auf­ga­ben getrennt.
  • … fan­den sämtliche sze­ni­schen Pro­ben in Ebern­dorf statt.
  • … gab es eine Pro­duk­ti­on für Kin­der.
  • … stan­den zwei neue Eigen­pro­duk­tio­nen auf dem Spiel­plan.
  • … wur­de eine Vor­stel­lung in Gebärdensprache übersetzt.
  • … konn­ten Gut­schei­ne für Vor­stel­lun­gen der Som­mer­spie­le erwor­ben wer­den.
  • … gab es Mer­chan­di­sing-Pro­duk­te (Stoff­ta­schen und Regen­schir­me) zu kau­fen.
  • … konn­ten nach­hal­ti­ge und kom­pos­tier­ba­re Regen­pon­chos aus Maisstärke erwor­ben wer­den.
  • … wur­den die „Freun­de der Som­mer­spie­le Ebern­dorf“ ins Leben geru­fen.
  • … waren alle Aushänge vor Ort zwei­spra­chig (Deutsch und Slowe­nisch).
  • … wur­de in slo­we­ni­scher Spra­che auf der Bühne gesun­gen.

Eine trau­ri­ge Nach­richt

Über­schat­tet wur­de die Spiel­sai­son von einer trau­ri­gen Nach­richt: Der ehe­ma­li­ge Inten­dant und lang­jäh­ri­ge Regis­seur Jörg Schla­min­ger ver­starb nach lan­ger Krank­heit in der Nacht auf den 5. August im 74. Lebens­jahr. Als Regis­seur und künstlerischer Lei­ter prägte er ab 1993 die Ent­wick­lung der Som­mer­spie­le Ebern­dorf ent­schei­dend mit. 24 Jah­re lang führte er hier Regie und brach­te jeden Som­mer eine Komödie auf die Bühne, die unver­wech­sel­bar sei­ne Hand­schrift trug. Sei­ne Arbeit garan­tier­te alljährlich ein unverfälschtes, kraft­vol­les, leben­di­ges, intel­li­gen­tes sowie von Publi­kum und Pres­se gefei­er­tes Som­mer­thea­ter in den Arka­den des Ebern­dor­fer Stifts­ho­fes. Mit „Der Die­ner zwei­er Her­ren“ von Car­lo Gol­do­ni ver­ab­schie­de­te sich Schla­min­ger 2016 als Regis­seur von Ebern­dorf, blieb „sei­nem“ Thea­ter aber bis zuletzt als Bera­ter und Besu­cher treu.

Am 27. Juli besuch­te Schla­min­ger noch eine Vor­stel­lung „sei­ner“ Som­mer­spie­le in Ebern­dorf. „Wir dan­ken ihm von gan­zem Her­zen für sein langjähriges Enga­ge­ment, für sei­ne Lie­be und Begeis­te­rung zum Thea­ter, für sein fei­nes Gespür und sei­nen Humor, den Glau­ben an ‚sein‘ Ensem­ble, das kol­le­gia­le Mit­ein­an­der und die Freund­schaft, die bis zu sei­nem Tod anhielt“, betont Kutej.

 

Zah­len, Daten & Fak­ten

  • Alle 25 Vor­stel­lun­gen (fünf Mal „Däumelieschen“, zehn Mal „Frühere Verhältnisse“ und zehn Mal „Gut gegen Nord­wind“) konn­ten wet­ter­be­dingt statt­fin­den.
  • Kei­ne Vor­stel­lung muss­te auf­grund von Schlecht­wet­ter abge­sagt oder vor­zei­tig been­det wer­den – im Gegen­teil: Bei den Kin­der­vor­stel­lun­gen war das Wet­ter heu­er sogar fast zu gut.
  • Die Sitz­platz-Anzahl wur­de redu­ziert (180 statt 432 Plätze – inklu­si­ve Schach­brett-Sys­tem und Mit­tel­gang).
  • Ins­ge­samt sahen 3.935 Besu­cher die Auf­füh­run­gen. Das ent­spricht – auf­grund der coro­nabe­ding­ten Reduk­ti­on der Sitz­plät­ze – einer Aus­las­tung von 87 Pro­zent.
17.08.2021 08:10
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Som­mer­spie­le: 3.935 Besu­cher kamen ins Stift Ebern­dorf Schlussapplaus nach der Premiere von „Frühere Verhältnisse“: Simona Krajger, Hansi Prilasnig, Intendant Florian Kutej, Regisseur Stephan Wapenhans, Ausstatterin Isabel Toccafondi, Maskenbildnerin Renate Wutte, Helmut Lechthaler, Jelka Stern und Markus Druml (von links)

© Helmut Kutej