Kabarettist Christian Schwab
„Als wären wir die letzten Überlebenden“
Der Lavanttaler Christian Schwab und seine Comedy-Hirten gewähren ab 10. April via Ö-Ticket-Stream einen Blick in ihr Wohnzimmer. Was ist der „Wohnzimmer-Test“ konkret? Und weshalb beantwortet Schwab diese Frage mit einem Satz, der Hans Peter Doskozil wohl nie über die Lippen kommen wird? Das lest ihr im „KLiCK Kärnten“-Interview.
© Sonja Eder
KLiCK KÄRNTEN: Wann und wo hatten die Comedy-Hirten Ihren letzten Auftritt vor Publikum?
Christian Schwab: Das war am 31. Oktober in Kirchberg in Tirol. Also knapp, bevor dann Veranstaltungen wieder untersagt worden. Es war zugleich auch Halloween, und dazu passend war die Stimmung auch gespenstisch. Ab 22 Uhr war damals schon Ausgangssperre in Tirol, und es hatten in Kirchberg auch Hotels und Gastronomie bereits zu. Wir sind mit zwei Autos von Wien nach Kirchberg gefahren und wieder retour. Es war also eine Fernfahrt mit einer Kabarett-Pause.
Hattet ihr die Befürchtung, dass wegen der strengen Corona-Maßnahmen keine Leute kommen könnten?
Auf Grund der aktuellen Situation haben wir schon damit gerechnet, dass niemand kommen wird. Es waren dann rund fünfzig Leute weit auseinandersitzend an Tischen und wir haben ohne Pause durchgespielt. Es hat sich so angefühlt, als wären wir die letzten Überlebenden. Es war ein ganz besonderer Kabarett-Abend, auch für das Publikum. Wir haben danach das eine oder andere Mail bekommen. Von Besuchern, die so froh waren, dass sie gekommen sind.
Wie habt ihr die vergangenen Wochen und Monate genutzt? Ist ein neues Programm in Vorbereitung?
Wir Comedy-Hirten sind so etwas wie eine „Live-Band“, vor Publikum und jeden Abend neu und auch spontan, das ist unsere große Stärke. Daher waren wir in den letzten Wochen und Monaten – zwar nicht jeder für sich, aber als Gruppe zusammen – etwas im Winterschlaf. Mit dem Frühling sind wir jetzt allerdings wieder ordentlich aufgewacht: Die neue Homepage ist gerade im Fertigwerden und wir haben den „Comedy-Hirten Wohnzimmer-Test“ entwickelt.
Was ist dieser Wohnzimmer-Test?
Wir laden zunächst unser Hirten-Publikum online in unser Wohnzimmer ein und werden dort „testen, testen, testen“, was wir noch können, was wir verlernt und auch zeigen, was wir dazugelernt haben. Und wenn das klappt, dann packen wir unser Wohnzimmer zusammen und werden gemeinsam mit diesem auf Tour gehen. Das hat den Vorteil, dass wir, sobald es einen neuen Lockdown oder eine Ausgangssperre gibt, eh schon daheim sind.
Ich wurde von Pamela Rendi-Wagner inspiriert.
Christian Schwab
Comedy-HirteWas dürfen sich die Zuschauer vom „Wohnzimmer-Test“ erwarten?
Ich sage jetzt etwas, dass man von Hans Peter Doskozil (SPÖ-Landeshauptmann vom Burgenland) wohl nie hören wird: „Ich wurde von Pamela Rendi-Wagner (SPÖ-Bundesparteivorsitzende) inspiriert.“ Sie hat im Zuge der Pandemie-Bekämpfung immer von Wohnzimmer-Tests gesprochen. Daher haben wir als Comedy-Hirten beschlossen, einen solchen Test auch kabarettmäßig durchzuführen. Wir sind mit Peter Moizi, Rolf Lehmann, Herbert Haider und mir ja vier Personen. Und vier Personen sind laut Verordnung schon eine Veranstaltung. Also haben wir uns gedacht, wenn wir uns schon treffen und eine Veranstaltung sind, dann lassen wir gleich das Publikum online daran teilhaben.
Was werdet ihr konkret auf der Wohnzimmer-Bühne machen?
Was machen wir da? Wir spielen und parodieren unsere Nummern und Figuren im Wohnzimmer, in der Küche, sogar am Klo. So hat man uns Comedy-Hirten und auch Kabarett noch selten gesehen, weil es auch kein nachgebautes Wohnzimmer-Filmset gibt, sondern es ist wirklich zu Hause bei uns Hirten. Genauer gesagt, beim Peter Moizi.
Wirst du auch mit Parodien präsent sein?
Es hat sich in den letzten Jahren so ergeben, dass ich derjenige bin, der den ganzen „Comedy-Hirten Wahnsinn“ etwas zusammenhält. Das war auf der Bühne schon so und ist jetzt beim „Wohnzimmer-Test“ auch so. Das heißt, ich führe auch etwas als Moderator durchs Programm, natürlich parodiere ich zwischendurch auch von Sebastian Kurz über Jogi Löw bis hin zu Dominic Thiem.
Hast du in der Zwangspause, verursacht durch die Pandemie, eine neue Parodie einstudiert?
Ja, mir ist gleich zu Beginn der vielen Pressekonferenzen der Karl Nehammer aufgefallen – und den hatte ich stimmlich auch gleich drauf. Aber diese Parodie ist mit den hervorragenden Videos von Gernot Kulis als Karl Schmähammer als Marke mittlerweile so stark positioniert, dass fast für keine zweite Nehammer-Parodie in Österreich Platz ist. Aber es werden sich neue Figuren aufdrängen.
Würdest du abschließend deine aktuelle, selbst kreierte Lieblingspointe verraten?
Na ja, die veröffentlichten Chats zeigen ja einmal mehr, wie schön Österreich funktioniert: Wer was braucht, soll zum Schmid gehen, und nicht zum Schmiedl.

ZUR PERSON
Christian Schwab (41) hat eine Tochter und lebt mit seiner Familie in Wien. Der gebürtige Lavanttaler (St. Andrä) ist Autor, Kabarettist und Selbstironiker. Zu seinen Hobbys gehören Lesen, Laufen und Eishockey spielen.
Der „Comedy-Hirten Wohnzimmer-Test“ ist ab 10. April um 19.30 Uhr via Ö‑Ticket-Stream online. Tickets, die bis 30. April Gültigkeit haben, sind online bei Ö‑Ticket (www.oeticket.com) erhältlich.