Interview
Ein Jahr Johns Sternenbänke
Vor einem Jahr wurde die erste Johns Sternenbank aufgestellt – ein Ort der Trauer, Erinnerung und Hoffnung. Heute stehen bereits über 30 dieser besonderen Bänke in vier Bundesländern. Initiator John Platzer blickt auf die bewegenden Anfänge und die wachsende Bedeutung des Projekts. "KLiCK"-Kärnten hat ihn zum Interview gebeten.
“KLiCK-Kärnten: Herr Platzer, heute jährt sich das Aufstellen der ersten Johns Sternenbank. Mittlerweile gibt es über 30 dieser besonderen Bänke in Kärnten, der Steiermark, Niederösterreich und Vorarlberg. Erinnern Sie sich an den Beginn dieses Projekts?
Ja, ich erinnere mich sehr gut. Es war an meinem 35. Geburtstag, den ich im Reptilienzoo Happ und im Planetarium Klagenfurt gefeiert habe. Ich hatte über 100 Gäste eingeladen, darunter Freunde, Familie und Wegbegleiter, und mir von ihnen bewusst keine Geschenke gewünscht. Meine einzige Bitte war, dass wir an diesem Tag gemeinsam etwas Besonderes schaffen – etwas, das anderen hilft. So hab ich eine Spendenbox aufgestellt, und damit konnten wir gemeinsam sogar die ersten beiden Johns Sternenbänke besorgen, gestalten und aufstellen. Dieser Geburtstag sollte für alle ein unvergesslicher Tag werden, und das war er auch.
“KLiCK-Kärnten: Ein Jahr später hat sich das Projekt enorm entwickelt. Wie blicken Sie darauf zurück?
Mit großer Demut und Dankbarkeit. Dass mittlerweile über 30 Bänke entstanden sind, zeigt, wie groß der Bedarf nach solchen Orten des Rückhalts ist. Doch für mich zählt nicht die Zahl, sondern die Bedeutung jeder einzelnen Bank. Sie gibt Betroffenen einen Platz, an dem sie trauern, sich erinnern und vielleicht etwas Kraft schöpfen können. Ich selbst bin nicht betroffen, aber durch Freunde und Bekannte habe ich den Schmerz und die Sprachlosigkeit miterlebt, die mit dem Verlust eines Kindes einhergehen. Die Johns Sternenbank ist mein Versuch, diesen Menschen ein kleines Stück Halt und Trost zu geben.
“KLiCK-Kärnten: Ihre Aussage „Ich wünsche mir, dass jeder die Hilfe bekommt, die er benötigt, und dass es so wenige sind, die es müssen“ hat viele berührt. Was bedeutet Ihnen dieser Satz?
Es ist der Kern dessen, was mich antreibt. Ich wünsche mir, dass jede Familie, die Hilfe braucht, diese auch bekommt – sei es durch die Johns Sternenbänke, Wandelstern oder andere Unterstützungsangebote. Gleichzeitig hoffe ich, dass es möglichst wenige Menschen gibt, die überhaupt in diese Situation kommen. Meine Kernbotschaft ist: Du bist nicht allein.
“KLiCK-Kärnten: Was macht die Sternenbänke so besonders?
Jede Bank ist einzigartig, ein Unikat, das eine Geschichte erzählt. Sei es am Ufer eines Sees, am Gipfel eines Berges, vor einem Stupa oder in einer Kirche — Johns Sternenbank bietet einen Ort der Ruhe und Erinnerung, aber auch eine Verbindung zu Unterstützungsangeboten. Über den QR-Code auf jeder Bank kommt man zu mehr als 500 Hilfsangeboten in Österreich, Liechtenstein und Südtirol in der Nähe des Nutzers. Das Besondere ist, dass die Bänke nicht nur für Betroffene gestaltet sind. Sie sind auch für Menschen gedacht, die vielleicht zum ersten Mal mit dem Thema Sternenkinder in Berührung kommen. Die Bänke sollen Brücken bauen – zwischen Trauer und Hoffnung, zwischen Betroffenen und der Gesellschaft.
“KLiCK-Kärnten: Wer hat Sie bei diesem Projekt besonders unterstützt?
Ich bin unglaublich dankbar für die vielen Menschen, die dieses Projekt mitgetragen haben. Mein Vorstand von Soldaten mit Herz, insbesondere Imrana Jashari, Martin Kusternigg sowie die Unterstützer Tommy Arnesch und Paci Cockburn, haben von Anfang an mit vollem Einsatz geholfen, dieses Projekt voranzubringen. Ein riesiges Dankeschön gilt auch Bernadette Hartl mit ihrem Team von Wandelstern, die mit Herz und Hingabe bereits so viel bewirkt hat. Ebenso möchte ich Rainer und Vera Juriatti von mein-sternenkind.net danken, deren Plattform eine unverzichtbare Unterstützung für betroffene Familien ist. Ihre Arbeit ist eine unschätzbare Hilfe, und ich bin stolz, mit ihnen kooperieren zu dürfen. Ohne all diese wunderbaren Menschen wäre dieses Projekt nicht das, was es heute ist.
“KLiCK-Kärnten: Was sind Ihre nächsten Ziele mit dem Projekt?
Es gibt noch viel zu tun. Wir möchten das Netzwerk der Sternenbänke weiter ausbauen und weitere Standorte in ganz Österreich schaffen.
“KLiCK-Kärnten: Zum Abschluss: Was wünschen Sie sich persönlich für die Zukunft von Johns Sternenbank?
Ich hoffe, dass es uns gelingt, das Thema Sternenkinder aus der Tabuzone zu holen und eine Gesellschaft zu schaffen, in der sich Betroffene unterstützt und verstanden fühlen.





