Kärnten

Team Kärn­ten: Wenn ich ein­mal reich wär…

Der Kauf einer Luxusvilla als neue Parteizentrale des „Team Kärnten“ stößt inmitten finanziell angespannter Zeiten auf scharfe Kritik.

Team Kärn­ten: Wenn ich ein­mal reich wär… Die neue Parteizentrale des „Team Kärnten“: eine 1,5-Millionen-Euro-Villa mit Blick auf den Millstätter See.

© Team Kärnten

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Wer träumt nicht von einer Luxus­vil­la in idyl­li­scher Umge­bung samt Rie­sen­are­al — mit traum­haf­tem Aus­blick? Das „Team Kärn­ten“ machts mög­lich! Die Par­tei erwarb kürz­lich (nach eige­nen Anga­ben) um 1,5 Mil­lio­nen Euro einen Pracht­bau in See­bo­den. Wer hier resi­diert kann so neben­bei auch den blau-grü­nen Mill­stät­ter See ent­spannt betrach­ten und die See­le ordent­lich bau­meln las­sen. „Team-Kärnten“-Chef, Ex-SP-Funk­tio­när, Ex-Natio­nal­rat, Ex-Lan­des­rat, Ex-Stro­nach-Man­da­tar, Ex-Gen­darm, Ex-Ban­ker, Energe­ti­ker, Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter und Bür­ger­meis­ter Ger­hard Köfer prä­sen­tier­te den Medi­en das käuf­lich erwor­be­ne Nobel-Anwe­sen. Finan­ziert wur­de die neue Par­tei­zen­tra­le mit Steu­er­geld, also mit ange­spar­ter Par­tei­en­för­de­rung. Immer­hin kas­siert das „Team Kärn­ten“ 1,4 Mil­lio­nen Lan­des­för­de­rung und 372.000 Klub­för­de­rung. Dabei besteht das TK offi­zi­ell nur aus rund 50 Mit­glie­dern.

Was aber wür­de Ger­hard Köfer, der stets gegen hohe Par­tei­en­för­de­run­gen wet­tert und sich als poli­ti­scher Robin Hood ver­kauft, sagen, wenn eine ande­re Par­tei die­ses präch­ti­ge Bau-Juwel gekauft hät­te? Das kann man nur ver­mu­ten. „Bon­zen-Para­dies“? „Mil­lio­nen-Burg“? „Par­tei-Schloss“? Als Alters­itz für Köfer soll das Anwe­sen jeden­falls nicht die­nen. Und laut Köfer sei alles rech­tens – der Kauf ent­spre­che den För­der­richt­li­ni­en und sei auch sonst „kor­rekt über die Büh­ne gegan­gen“. Mag sein. Ein ein­fa­ches TK-Mit­glied aus dem hin­te­ren Lavant­tal soll also nicht in eine Beton-Zen­tra­le in die Lan­des­haupt­stadt Kla­gen­furt, son­dern bei einer ent­spre­chen­den Ver­an­stal­tung nach See­bo­den pil­gern. In Zei­ten, in denen ein­fa­che Bür­ge­rin­nen und Bür­ger sich ein nor­ma­les Leben kaum finan­zie­ren kön­nen, ist die Optik für den Kauf einer 360-Qua­drat­me­ter-Vil­la mit 20.000 Qua­drat­me­tern Grund samt Pool zumin­dest schief. Laut Köfer hät­te man kei­nen Kre­dit benö­tigt, weil man mit den För­de­run­gen spar­sam wirt­schaf­ten wür­de. Zudem hät­te man in Eigen­re­gie Reno­vie­rungs­ar­bei­ten vor­ge­nom­men. Ein ORF-Kame­ra­team durf­te aller­dings die Vil­la des vor sie­ben Jah­ren ver­stor­be­nen Vor­be­sit­zers nicht betre­ten und kei­ne Innen­auf­nah­men fil­men. Angeb­lich weil zu vie­le pri­va­te Gegen­stän­de her­um­ste­hen. Was ist das für ein Argu­ment? Ger­hard Köfer – er bezieht ein Gehalt als Spit­ta­ler Bür­ger­meis­ter und ein Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten-Gehalt – wird wohl wei­ter­hin den Kauf der Luxus-Immo­bi­le als TK-Erfolg ver­kau­fen. Ob ihm das in die­sen schwie­ri­gen Zei­ten gelingt, bleibt abzu­war­ten. Kri­ti­sche Stim­men gibt es schon – angeb­lich auch aus den eige­nen Rei­hen.

Die Cau­sa um das Bau-Juwel des TK erin­nert an eine ande­re Immo­bi­li­en­ge­schich­te, die im Jah­re 2019 bekannt gewor­den ist und bun­des­weit für Auf­se­hen gesorgt hat: Ein Ver­ein im Umfeld der FPÖ kauf­te die Pen­si­on „Enzi­an“ in St. Jakob in Ost­ti­rol. Wozu? Offi­zi­ell han­delt es sich bei dem Haus um den Sitz des „Frei­heit­li­chen Bil­dungs­in­sti­tuts“. Zudem hat die Wie­ner FP dort in Pan­zer­schrän­ken wert­vol­les Gold gela­gert. Wohl für schlech­te Zei­ten – man weiß ja nie. Falls Par­tei­för­de­run­gen dem Rot­stift zum Opfer fal­len. Und die bei­den Immo­bi­li­en-Geschich­ten erin­nern an das Musi­cal des armen, klei­nen Milch-Man­nes: „Wenn ich ein­mal reich wär…“

-mg

 

20.11.2024 17:01
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Team Kärn­ten: Wenn ich ein­mal reich wär… Die neue Parteizentrale des „Team Kärnten“: eine 1,5-Millionen-Euro-Villa mit Blick auf den Millstätter See.

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