Kommentar
Viel Aufwand, wenig Hilfe
Eine Steuersenkung, die viel kostet, wenig bringt und selbst bei der Wurstsemmel zur politischen Grundsatzfrage wird.
© Foto: KK
Die geplante Steuersenkung auf Lebensmittel soll Entlastung bringen. Doch am Ende bleibt eine teure Maßnahme, die im Alltag kaum spürbar sein dürfte.
Große Ansage
Die Umsatzsteuer auf ausgewählte Grundnahrungsmittel soll sinken. Das klingt gut. Es klingt nach Hilfe für Menschen, die beim Einkauf längst jeden Euro zweimal umdrehen müssen. Doch schon beim genaueren Hinsehen wird klar: Diese Reform hilft vor allem der politischen Überschrift. Denn wer wirklich entlasten will, muss mehr liefern als ein paar Cent weniger bei ausgewählten Produkten.
Teure Symbolik
Rund 400 Millionen Euro soll die Maßnahme kosten. Gleichzeitig fällt die Wirkung auf die Inflation überschaubar aus. Das ist kein großer Wurf. Das ist ein sehr teures Signal. Dazu kommt die seltsame Auswahl. Semmel ja, Wurstsemmel nein. Milch ja, Käse nein. Manche Produkte profitieren, andere nicht. Wer beim Einkauf künftig Steuerlogik verstehen muss, wurde nicht entlastet, sondern zusätzlich beschäftigt.
Offene Rechnung
Entscheidend bleibt auch, ob die Senkung wirklich vollständig bei den Konsument*innen ankommt. Denn zwischen politischer Ankündigung und Supermarktkasse liegt ein weiter Weg. Und auf diesem Weg verschwinden Entlastungen oft erstaunlich leise.
Was soll das also bitte? Eine Reform, die viel kostet, viel erklärt werden muss und vielen Menschen kaum hilft. Am Ende bleibt der Eindruck: Die Politik verkauft ein großes Signal. Die Kund*innen bekommen vielleicht Kleingeld retour.


