Fasching

Leser­brief: Kein Platz für Ras­sis­mus

Verantwortung statt Verharmlosung: Und nun sollen wir hinnehmen, dass hier jemand offen mit den Symbolen einer extremistischen Bewegung auftritt? Dass dies einfach als "Faschingsscherz" abgetan wird? Nein, meint John Patrick Platzer.

Leser­brief: Kein Platz für Ras­sis­mus"Doch das eigentliche Problem geht über diese zwei Einzelpersonen hinaus. Es ist die Verharmlosung, das Wegschauen, das Kleinreden solcher Vorfälle", meint John Patrick Platzer.

© klagenfurt_elite

"KLICK Kärnten" auf Google als bevorzugte Nachrichtenquelle festlegen
Anzeige

Dass in Kärn­ten Men­schen auf einem Faschings­um­zug die Roben des Ku-Klux-Klan tra­gen, ist ein Schlag ins Gesicht all jener, die sich für ein fried­li­ches Mit­ein­an­der und eine offe­ne Gesell­schaft ein­set­zen. Und es ist eine Schan­de, dass wir im Jahr 2025 noch immer erklä­ren müs­sen, war­um dies nicht nur geschmack­los, son­dern abso­lut inak­zep­ta­bel ist.

Der Ku-Klux-Klan ist kei­ne harm­lo­se Fuß­no­te der Geschich­te. Die­se Grup­pie­rung steht für Ras­sen­hass, für Ter­ror, für sys­te­ma­ti­sche Gewalt gegen Schwar­ze Men­schen, Jüdin­nen und Juden, Ange­hö­ri­ge ande­rer Reli­gio­nen und Anders­den­ken­de. Die wei­ßen Gewän­der sind kei­ne Faschings­kos­tü­me – sie sind das Sym­bol für eine Ideo­lo­gie, die unzäh­li­ge Men­schen­le­ben gefor­dert hat und bis heu­te Schre­cken ver­brei­tet. Sie ste­hen für bren­nen­de Kreu­ze, für Mor­de, für eine men­schen­ver­ach­ten­de Ideo­lo­gie, die kei­nen Platz in unse­rer Gesell­schaft hat.

Doch das eigent­li­che Pro­blem geht über die­se zwei Ein­zel­per­so­nen hin­aus. Es ist die Ver­harm­lo­sung, das Weg­schau­en, das Klein­re­den sol­cher Vor­fäl­le. Geschich­te hat uns gelehrt: Extre­mis­mus beginnt nicht mit Gewalt – er beginnt mit Wor­ten, mit Sym­bo­len, mit schlei­chen­der Nor­ma­li­sie­rung. Die NS-Dik­ta­tur begann nicht mit Kon­zen­tra­ti­ons­la­gern, son­dern mit Dul­dung. Mit dem Gedan­ken: „Ach, so schlimm wird es schon nicht sein.“

Wir haben in den ver­gan­ge­nen Wochen schreck­li­che Ter­ror­an­schlä­ge erlebt – in Vil­lach, in Mann­heim, in Mag­de­burg, in Mün­chen. Men­schen wur­den ermor­det, ver­letzt, in Angst und Schre­cken ver­setzt. Und nun sol­len wir hin­neh­men, dass hier jemand offen mit den Sym­bo­len einer extre­mis­ti­schen Bewe­gung auf­tritt? Dass dies ein­fach als “Faschings­scherz” abge­tan wird? Nein! Wer ras­sis­ti­sche Sym­bo­le trägt, sen­det eine kla­re Bot­schaft – und wer das dul­det, trägt eine Mit­schuld dar­an, dass sich sol­che Ideo­lo­gien wei­ter­ver­brei­ten.

Die Ver­ant­wor­tung liegt bei uns allen: Bei den Ver­an­stal­tern, die so etwas nicht zulas­sen dür­fen. Bei den Behör­den, die kon­se­quent gegen sol­che Vor­fäl­le vor­ge­hen müs­sen. Bei den Medi­en, die nicht nur berich­ten, son­dern klar Stel­lung bezie­hen soll­ten. Und bei jeder ein­zel­nen Per­son, die nicht schwei­gen darf, wenn Hass und Extre­mis­mus sich Raum neh­men.

Es gibt kei­nen Platz für Ras­sis­mus. Nicht im Fasching, nicht in Kärn­ten, nicht in Öster­reich – und schon gar nicht in einer Gesell­schaft, die aus ihrer Geschich­te gelernt haben soll­te.

John Patrick Plat­zer, 9073 Viktring

08.03.2025 15:00 - Update am: 09.03.2025 10:55
Anzeige
Leser­brief: Kein Platz für Ras­sis­mus"Doch das eigentliche Problem geht über diese zwei Einzelpersonen hinaus. Es ist die Verharmlosung, das Wegschauen, das Kleinreden solcher Vorfälle", meint John Patrick Platzer.

© klagenfurt_elite