Gesundheit
30 Jahre Psychiatrischer Not- und Krisendienst
Die schnelle Hilfe macht den entscheidenden Unterschied: Das Angebot des Not- und Krisendienstes (PNK) ist kostenlos, anonym und rund um die Uhr für alle Kärntner erreichbar.
Vizebürgermeister Ronald Rabitsch, Carin Egger, Herwig Oberlerchner, Christa Rados, Theresa Lahousen-Luxenberger, Landesrätin Beate Prettner und Stadtrat Franz Petritz (von links).© Büro Landesrätin Beate Prettner
Mit einer feierlichen Veranstaltung am Klinikum Klagenfurt beging das Team des Psychiatrischen Not- und Krisendienstes (PNK) heute (26. April 2025) sein 30-jähriges Bestehen. Was als Projekt begann, ist heute ein in Österreich einzigartiges Modell der psychiatrischen Akutversorgung.
“Der PNK ist abgesichert”
Der PNK ist kostenlos, anonym und 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche erreichbar. Bei Bedarf erfolgt neben telefonischer Beratung auch ein Vor-Ort-Einsatz durch ein multiprofessionelles Team, darunter DGKP sowie Fachkräfte aus Psychologie, Psychotherapie oder Ergotherapie. „Psychische Krisen halten sich an keine Tageszeit. Der PNK leistet hier seit 30 Jahren unschätzbare Arbeit. Die Mitarbeitenden stehen Betroffenen und Angehörigen mit Kompetenz und Menschlichkeit zur Seite”, hebt Landesrätin Beate Prettner hervor. Der PNK sei finanziell abgesichert und bleibe in Zukunft niederschwellig erreichbar.
3.000 Einsätze und Tausende Telefonate
Seit dem Jahr 2007 ist der PNK in die KABEG eingegliedert, zuvor wurde er von pro mente Kärnten betrieben. Es gibt mit dem PNK Ost (Klinikum Klagenfurt) und dem PNK West (LKH Villach) zwei Standorte. Gemeinsam verzeichneten diese alleine 2024 knapp 3.000 Einsätze, hinzu kommen tausende telefonische Beratungen. Alleine im PNK-Ost wurden im Vorjahr über 5.000 Telefonate verzeichnet. „Was vor 30 Jahren quasi als Experiment begann, ist heute ein nicht mehr wegzudenkender Bestandteil der psychiatrischen Versorgung“, meinen Abteilungsvorständin Theresa Lahousen-Luxenberger und Carin Egger, organisatorische Leiterin des PNK. Die Nachfrage sei ungebrochen – nicht zuletzt durch die wachsende gesellschaftliche Sensibilität für psychische Gesundheit.
Spannende Einblicke
Bei den Feierlichkeiten gab es neben der Vorstellung des PNK bei zwei Vorträgen von Christa Rados (Ärztliche Leiterin der psychiatrischen Therapiezentren für Erwachsene) und Herwig Oberlerchner, ehemaliger Primar der Psychiatrie, Einblicke in die Entwicklung und Herausforderungen psychiatrischer Krisenintervention. Musikalisch umrahmt wurde der Festakt von Gert Prix, begleitet von einer Ausstellung mit Werken von Hans Dohr und Annemarie Ogris.
Wissenswert
Der PNK wurde 1995 vom damaligen Primarius der Psychiatrie Thomas Platz und der damaligen Landesrätin Karin Achatz als dreimonatiges Projekt für sogenannte „Drehtür-Patientinnen und ‑Patienten“, die immer wieder stationär im Krankenhaus aufgenommen werden mussten, initiiert. Seither hat er sich zu einer tragenden Säule der psychischen Gesundheitsversorgung in Kärnten entwickelt – für alle Menschen in psychischen oder auch sozialen Krisen.

