Spittal/Drau
Volkshilfe-Obfrau Penker: “Gezielte Entlastung für Menschen”
Eines der Zielsetzungen der Wohnbeihilfe ist die Bekämpfung von Armut, weshalb durch die Neuerungen stärkere Entlastungen aufgrund der Ausweitung des Bezieher-Kreises und die Bezugshöhen festzustellen sind.
Am Montag (19. Mai 21025) wurde der Rathaussaal im Schloss Porcia zum Treffpunkt für Sozialpolitik. Zahlreiche Interessierte versammelten sich, um mehr über die neue Wohnbeihilfe in Kärnten zu erfahren. Mit dabei war auch Landesrätin Gaby Schaunig, die als Wohnbaureferentin die neuesten Reformen präsentierte. Organisiert wurde die Veranstaltung von Volkshilfe-Obfrau und Gemeinderätin Andrea Penker.
KLiCK Kärnten: Frau Penker, Sie haben die Veranstaltung mit Landesrätin Schaunig zur neuen Wohnbeihilfe organisiert. Was war Ihre Motivation, dieses Thema nach Spittal zu holen?
Andrea Penker: Die Wohnbeihilfe neu ist in aller Munde, doch Detailfragen sind häufig noch offen und vor allem für Institutionen, welche mit Betroffenen die Formulare ausfüllen, wollte ich den Raum bieten, um nähere Informationen zu erhalten und im Gespräch offene Fragen klären zu können.
KLiCK: Wie wichtig ist die Wohnbeihilfe aus Ihrer Sicht für die Menschen in Spittal — vor allem für junge Familien und Alleinerziehende?
Penker: Insbesondere in Zeiten steigender Lebenshaltungskosten ist die Miete ein wesentlicher Bestandteil und für viele nicht tragbar. Leistbares Wohnen wird durch die Wohnbeihilfe neu ermöglicht — vor allem Familien und Alleinerziehende werden durch gezielte Maßnahmen hier entlastet.
KLiCK: Welche Neuerungen in der Wohnbeihilfe wurden bei der Veranstaltung besonders betont und was bedeuten sie konkret für Ihre Gemeinde?
Penker: Eines der Zielsetzungen der Wohnbeihilfe ist die Bekämpfung von Armut, weshalb durch die Neuerungen stärkere Entlastungen aufgrund der Ausweitung des Bezieher-Kreises und die Bezugshöhen festzustellen sind. Weiteres ist eine erleichterte Antragsstellung möglich. Erwähnenswert ist noch, dass Personen, die ein Eigenheim besitzen, den Antrag auf Betriebs- und Heizkostenunterstützung stellen können.
KLiCK: Wie war das Interesse an der Veranstaltung? Gab es viele Fragen und Diskussionen im Anschluss an das Referat?
Penker: Das Interesse an der Veranstaltung war groß — wir könnten rund 70 Besucher begrüßen. Das Publikum war bunt gemischt, Gemeindemitarbeiter, Personen von verschiedensten sozialen Einrichtungen aber auch Privatpersonen, welche sich für das Thema interessierten. Es gab viele Fragen, welche ausführlich beantwortet aber auch diskutiert wurden.
KLiCK: Gab es besondere Anliegen oder Sorgen aus dem Publikum, die Sie persönlich mitnehmen und eventuell weitertragen möchten?
Penker: Es gibt noch immer individuelle Fälle von Personen und Familien, welche im Rahmen der Wohnbeihilfe noch nicht berücksichtigt werden. Diese sollten auf jeden Fall im Rahmen von Gesetzesnovellen berücksichtigt und dementsprechend Lösungsansätze gefunden werden.
KLiCK: Sie engagieren sich als Obfrau der Volkshilfe auch sozialpolitisch stark. Inwiefern überschneiden sich soziale Themen mit der Wohnpolitik?
Penker: Das Thema Wohnen und die damit verbundenen Problemstellungen sind dauernd präsent. Wir haben laufend Anfragen für Unterstützungen im Bezug auf Kautionszuschüsse, Mietschulden oder diverse Anschaffungen im Haushalt, welche aufgrund der Teuerungen immer schwieriger zu händeln sind. Ein weiteres wesentliches Augenmerk sollte meiner Meinung nach vor allem im Bezirk auf den Ausbau sozialer Wohnbauten gelegt werden. Die mangelnde Verfügbarkeit von Wohnungen ist prekär.
KLiCK: Zum Abschluss noch eine persönliche Frage: Was war Ihr schönster Moment bei dieser Veranstaltung — vielleicht auch abseits der offiziellen Programmpunkte?
Penker: Neben dem sehr informativen Part der Veranstaltung, finde ich den persönlichen Austausch mit den anwesenden Menschen sehr schön. Das Gefühl, dass die Personen im Raum das gemeinsame Engagement für mehr soziale Gerechtigkeit in unserer Region aufbringen, ist für meine ehrenamtliche Tätigkeit motivierend.

