Landwirtschaftskammer
„Grüne“ Dreier-Spitze für die Kammer-Wahl
Die Grünen Bäuerinnen und Bauern stellten gestern ihren Spitzenkandidaten für die Landwirtschaftskammer-Wahl vor: Kammerrat Reinhard Stückler aus Wolfsberg geht ins Rennen.
© Die Grünen Kärnten
Am 7. November 2021 sind Kärntens Land- und Forstwirte aufgerufen, bei der Landwirtschaftskammer-Wahl ihre Stimme abzugeben. Die Grünen Bäuerinnen und Bauern (GBB) präsentierten gestern ihren Spitzenkandidaten. Es ist Kammerrat Reinhard Stückler, Milch- und Waldbauer aus Wolfsberg.
30 Kandidaten aus allen Bezirken
Auf den Listenplätzen zwei und drei folgen Hanno Erian, Demeterbauer am Gutshof Kaindorf in St. Veit, und Nationalratsabgeordnete Olga Voglauer, Agrarsprecherin der Grünen und Biobäuerin in Ludmannsdorf. Mit insgesamt 30 Kandidaten aus allen Bezirken möchten die Grünen Bäuerinnen und Bauern drei „grüne“ Mandate (bisher eines) in der Landwirtschaftskammer Kärnten erobern.
Betriebe sozial absichern
Inhaltlich stehen die grüne Agrarwende und soziale Absicherung im Mittelpunkt: „Der Grüne Bericht hat gerade erst festgestellt, dass die Einkommen unserer Bäuerinnen und Bauern stagnieren und die gesamte Branche vor großen Umbrüchen steht. Als Kammerrat sehe ich die Notwendigkeit, dringend unsere Betriebe sozial abzusichern und mit einer klugen und nachhaltigen Agrarpolitik die Weichen für die Zukunft zu stellen“, fasst Stückler zusammen.
Klima- und Liquiditätskrise
Er ergänzt: „Wir kandidieren nicht nur als Personen, sondern auch mit der Art und Weise, wie wir unsere Höfe führen. Unsere Forderungen sind nicht plakativ, sondern werden auf unseren Höfen gelebt.“ Stückler nimmt den Bauernbund kritisch ins Visier: „Der Bauernbund hält an der überholten Überzeugung ‚Wachsen oder weichen‘ fest. Er verharrt in alten Denkmustern, die die Landwirtschaft in die Klima- und Liquiditätskrise geführt habe. Das ist keine Lösung. Wir sehen das Potential einer nachhaltigen und ökologischen Landwirtschaft, die eine viel stärkere Stimme in der Landwirtschaftskammer Kärnten braucht.“
Kleine bäuerliche Struktur als Herausforderung
Gerade in der Landwirtschaftskammer ist die „grüne“ Stimme erforderlich, ist Olga Voglauer, Nationalratsabgeordnete und Landessprecherin der Grünen, überzeugt. „Wir sind die Opposition, die die Herausforderungen der kleinen bäuerlichen Struktur beim Namen nennt: hohen Sozialabgaben, die Bürokratie und die fehlende Planungssicherheit. Es kann nicht sein, dass die Kammer mehr und mehr zur Optimierungsstelle bei Förderansuchen wird, die Bäuerinnen und Bauern aber als Vertretung in der Landes- und Bundespolitik auf der Strecke liegen lässt“, kritisiert Voglauer. Sie verhandelt derzeit übrigens für die Grünen die zukünftige Förderperiode der Agrarpolitik für Österreich mit dem Landwirtschaftsministerium.
Hauptforderungen der Grünen Bäuerinnen und Bauern Kärnten
- Anpassung der Sozialversicherungsbeiträge an realistische und bezahlbare Werte
- Stärkere Förderung der ersten 20 Hektar bei Direktzahlungen und Erhöhung der Ausgleichszulage
- Entbürokratisierung und Stärkung der Eigenverantwortung in der Landwirtschaft
- Herkunftskennzeichnung für Milch, Eier und Fleisch bei verarbeiteten Lebensmitteln und in der öffentlichen Verpflegung und Gastronomie
- Überführung der Landwirtschaftskammer Österreich als derzeit privatrechtlicher Verein in eine Körperschaft öffentlichen Rechts
- Bürokratische Erleichterungen für Direktvermarkter sowie die Überarbeitung der Urprodukteliste
- Weideschlachtung als Alternative für ganz Österreich
- Angepasste Hygieneauflagen und Kontrollvorschriften für kleine bäuerliche Betriebe
- Unterstützung der Forstwirtschaft bei Schäden durch Klimawandel und Aufforstung nach Schadereignissen

