Landtag

Ord­nungs­ruf wegen slo­we­ni­scher Wor­te: Debat­te im Kärnt­ner Land­tag spitzt sich zu

Zwischen Geschäftsordnung und Volksgruppenpolitik sorgt ein Ordnungsruf für neue Spannungen im Landesparlament.

Landhaus Der Ordnungsruf gegen einen zweisprachigen Abgeordneten im Kärntner Landtag sorgt für politische Diskussionen und neue Spannungen zwischen den Volksgruppen.

© Red/KK

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Ein Zwi­schen­fall im Kärnt­ner Land­tag sorgt für poli­ti­sche Dis­kus­sio­nen: Der Zwei­te Land­tags­prä­si­dent Chris­toph Stau­dach­er (FPÖ) erteil­te dem Abge­ord­ne­ten Franz-Josef Smrt­nik (Team Kärn­ten) einen Ord­nungs­ruf, nach­dem die­ser in sei­ner Rede meh­re­re Wor­te auf Slo­we­nisch ver­wen­det hat­te.

Smrt­nik, selbst Ange­hö­ri­ger der slo­we­ni­schen Volks­grup­pe, hat­te in sei­ner Wort­mel­dung bewusst auch sei­ne Mut­ter­spra­che ein­ge­bun­den. Für das Team Kärn­ten ist der Ord­nungs­ruf ein Skan­dal und ein Rück­schritt im Umgang mit der sprach­li­chen Viel­falt des Lan­des.

Kri­tisch äußer­te sich dazu auch ÖVP-Club­ob­mann Mar­kus Mal­le. In einer Stel­lung­nah­me beton­te er, dass Extrem­po­si­tio­nen auf bei­den Sei­ten das gute Mit­ein­an­der der Volks­grup­pen gefähr­den könn­ten. „Nach dem Ver­wen­den der slo­we­ni­schen Spra­che im Land­tag und dem Ord­nungs­ruf ist ein­mal mehr klar, dass man­che mit Extrem­po­si­tio­nen ver­su­chen, die posi­ti­ven Ent­wick­lun­gen der letz­ten Jah­re zu zer­stö­ren“, so Mal­le.

Zugleich ver­wie­se man auf die gel­ten­de Geschäfts­ord­nung des Land­tags, die in Sprach­fra­gen „unmiss­ver­ständ­lich“ sei. Pro­vo­ka­tio­nen – egal von wel­cher Sei­te – sei­en nicht ziel­füh­rend. „Die Dosis macht das Gift“, erklär­te Mal­le und appel­lier­te an alle Abge­ord­ne­ten, sich auf das Gemein­sa­me zu besin­nen und sowohl Pro­vo­ka­tio­nen als auch Über­re­ak­tio­nen zu ver­mei­den.

Der Vor­fall zeigt ein­mal mehr, wie sen­si­bel das The­ma Zwei­spra­chig­keit in Kärn­ten wei­ter­hin ist. Wäh­rend die einen auf die Ein­hal­tung for­ma­ler Regeln pochen, sehen ande­re im Ord­nungs­ruf ein fal­sches Signal für das Zusam­men­le­ben der Volks­grup­pen. Die poli­ti­sche Debat­te dar­über dürf­te damit noch nicht been­det sein.

06.02.2026 17:50 - Update am: 06.02.2026 18:17
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Landhaus Der Ordnungsruf gegen einen zweisprachigen Abgeordneten im Kärntner Landtag sorgt für politische Diskussionen und neue Spannungen zwischen den Volksgruppen.

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