Arbeitsmarkt
Mehr Gleichstellung soll Kärntens Arbeitsmarkt stärken
Neue Programme sollen Frauen stärker in Beschäftigung bringen. Gleichzeitig zeigen Zahlen: Einkommens- und Pensionsunterschiede bestehen weiterhin.
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Gleichstellung ist mehr als eine gesellschaftspolitische Forderung: Für Kärnten wird sie zunehmend zu einem entscheidenden wirtschaftlichen Faktor. Darauf verwiesen Vertreterinnen und Vertreter von Land Kärnten, AMS Kärnten und den Gewerkschaftsfrauen im Vorfeld des Internationalen Frauentages. Mehr Chancengleichheit am Arbeitsmarkt stärke nicht nur Frauen, sondern auch Wirtschaft und Regionen.
Frauen stärker in den Arbeitsmarkt einbinden
Der Kärntner Arbeitsmarkt befindet sich im Wandel. Demografische Entwicklungen, eine Verschiebung des Arbeitskräftepotenzials sowie eine anziehende Konjunktur erhöhen den Bedarf an qualifizierten Fachkräften. Ein zentraler Ansatz ist daher die stärkere Einbindung von Frauen in den Arbeitsmarkt – sie stellen etwas mehr als die Hälfte der Bevölkerung Kärntens. Aktuelle Daten zeigen, dass Gleichstellungsmaßnahmen Wirkung zeigen: Die Arbeitslosenquote von Frauen in Kärnten sank von 10,4 Prozent im Jahr 2016 auf 6,7 Prozent im Jahr 2025 und liegt damit sowohl unter jener der Männer als auch unter dem österreichischen Durchschnitt. Auch die Erwerbstätigenquote von Frauen ist gestiegen und liegt mittlerweile bei 70,1 Prozent.
Um diese Entwicklung weiter zu stärken, setzen Land Kärnten und AMS auf gezielte Programme. Dazu zählen etwa eine Zielgruppenstiftung für Frauen ohne abgeschlossene Ausbildung oder mit eingeschränkten beruflichen Möglichkeiten. Für 2026 stehen dafür 50 Ausbildungsplätze zur Verfügung, finanziert mit rund 850.000 Euro jährlich. Ergänzend bieten Frauenberufs- und Beratungszentren Unterstützung beim Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt sowie Qualifizierungen in Branchen mit Fachkräftemangel.
Lohnlücke wirkt bis zur Pension
Trotz Fortschritten bestehen weiterhin deutliche Unterschiede. Frauen verdienen in Österreich im Schnitt rund 15,5 Prozent weniger als Männer und erhalten im Alter durchschnittlich etwa 40 Prozent niedrigere Pensionen. Rund zwei Drittel der Bezieherinnen und Bezieher von Ausgleichszulagen sind Frauen. Als wichtigen Schritt sehen die Initiativen daher die Umsetzung der EU-Lohntransparenzrichtlinie bis 2026. Transparente Gehälter sollen helfen, ungerechtfertigte Unterschiede sichtbar zu machen und langfristig zu verringern.
