Arbeitsmarkt
Rückgang der Arbeitslosigkeit trotz schwieriger Gesamtlage
Kärnten stemmt sich gegen den Bundestrend: In allen Bezirken sinkt die Arbeitslosigkeit, während gleichzeitig mehr offene Stellen gemeldet werden.
© AMS Kärnten/Knauder Fotografie
Während österreichweit die Arbeitslosigkeit weiter ansteigt, zeigt sich der Kärntner Arbeitsmarkt im März 2026 überraschend stabil – und in vielen Bereichen sogar deutlich verbessert. Das geht aus den aktuellen Daten des AMS Kärnten hervor.
Insgesamt waren im März rund 21.700 Personen arbeitslos gemeldet, was einem Rückgang von 4,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Damit entwickelt sich Kärnten entgegen dem Bundestrend: Österreichweit ist die Arbeitslosigkeit im selben Zeitraum um 2,0 Prozent gestiegen. Besonders positiv fällt auf, dass die Zahl der offenen Stellen im Bundesland um 5,2 Prozent zugenommen hat – während sie österreichweit deutlich zurückging.
Deutliche Rückgänge in allen Bezirken
Ein Blick auf die Bezirke zeigt eine durchgehend positive Entwicklung. In sämtlichen Regionen Kärntens ist die Arbeitslosigkeit gesunken. Die stärksten absoluten Rückgänge verzeichneten Villach mit minus 357 Personen sowie St. Veit an der Glan mit minus 155 Betroffenen. Prozentuell besonders stark fiel der Rückgang unter anderem in Hermagor (-9,5 %) und St. Veit (-9,7 %) aus.
Tourismus und Bau als Jobmotoren
Auch branchenübergreifend zeigen sich klare Trends: Vor allem im Fremdenverkehr (-9,7 %), im Bau (-6,2 %) sowie bei Hilfsberufen (-5,0 %) ist die Arbeitslosigkeit deutlich gesunken. Diese Sektoren profitieren offenbar von einer stabilen Nachfrage und saisonalen Effekten. Zuwächse gab es hingegen bei technischen Berufen (+2,0 %) sowie im Gesundheitsbereich (+3,4 %), was auf strukturelle Veränderungen am Arbeitsmarkt hinweist.
Mehr Chancen – aber auch Herausforderungen
Positiv entwickelt sich auch die Situation bei jüngeren und älteren Arbeitssuchenden: Die Arbeitslosigkeit bei unter 25-Jährigen sank um 2,4 Prozent, bei den über 50-Jährigen sogar um 4,0 Prozent. Gleichzeitig bleibt die Zahl der Langzeitarbeitslosen ein Thema – sie stieg um 4,1 Prozent an, wenn auch deutlich weniger stark als im Österreichschnitt (+24,3 %).
Optimismus beim AMS
„Kärnten baut im Bundesländervergleich die Arbeitslosigkeit am stärksten ab“, betont Peter Wedenig, Geschäftsführer des AMS Kärnten. Besonders erfreulich sei, dass sich die positive Entwicklung über alle Bezirke hinweg ziehe und gleichzeitig mehr offene Stellen zur Verfügung stehen.
Fazit
Der Kärntner Arbeitsmarkt zeigt sich im März 2026 robust und widerstandsfähig. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen im Bund gelingt es dem südlichsten Bundesland, Arbeitslosigkeit abzubauen und gleichzeitig neue Jobchancen zu schaffen. Herausforderungen bleiben – insbesondere bei Langzeitarbeitslosen – doch der Trend zeigt klar nach oben.