Offener Brief

Sport darf in Kärn­ten nicht unsicht­bar wer­den

Kärntens Sport soll in der neuen Landesstruktur unter „Gemeinwohl, Wohnen & Innovationen“ aufgehen – der Sportpresseklub Kärnten sieht darin ein falsches Signal und fordert mehr Sichtbarkeit, Wertschätzung und politische Eigenständigkeit für den Sport.

Sport darf in Kärn­ten nicht unsicht­bar wer­den Marijan Velik, Obmann des Sportpresseklubs Kärnten, kritisiert die neue Strukturreform des Landes und fordert mehr Sichtbarkeit sowie Wertschätzung für den Kärntner Sport.

© Foto: SPK

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Ein offe­ner Brief des Sport­pres­se­clubs an die Poli­tik in Kärn­ten. Die neue Struk­tur­re­form des Lan­des Kärn­ten sorgt im Sport­be­reich für deut­li­che Kri­tik. Dass der Sport künf­tig der Abtei­lung 1 „Gemein­wohl, Woh­nen & Inno­va­tio­nen“ zuge­ord­net wird, ohne im Abtei­lungs­ti­tel über­haupt nament­lich auf­zu­schei­nen, stößt beim Sport­pres­se­klub Kärn­ten auf Unver­ständ­nis.

Fal­sches Signal an den Sport

Für Mari­jan Velik, Obmann des Sport­pres­se­klubs Kärn­ten, ist die­se Ent­schei­dung mehr als nur eine ver­wal­tungs­tech­ni­sche Neu­ord­nung. Sie sei ein fal­sches Signal an all jene, die den Sport in Kärn­ten täg­lich tra­gen: Ver­ei­ne, Trai­ne­rin­nen und Trai­ner, Funk­tio­nä­rin­nen und Funk­tio­nä­re, Eltern, Nach­wuchs­ta­len­te sowie Ath­le­tin­nen und Ath­le­ten.

„Sport ver­dient Sicht­bar­keit – nicht das Abstell­gleis der Ver­wal­tung“, lau­tet die kla­re Kri­tik. Gera­de in einem Bun­des­land, das im Schul­sport eine star­ke Rol­le ein­nimmt und in dem unzäh­li­ge Ehren­amt­li­che Woche für Woche dafür sor­gen, dass Kin­der und Jugend­li­che Bewe­gung, Gemein­schaft und Leis­tungs­be­reit­schaft erle­ben, dür­fe der Sport nicht struk­tu­rell an den Rand gedrängt wer­den.

Mehr als Medail­len und Tabel­len

Die Ent­schei­dung wirkt umso unver­ständ­li­cher, als die Bedeu­tung des Sports längst über Medail­len, Tabel­len und Wett­kämp­fe hin­aus­geht. Sport ist Gesund­heits­vor­sor­ge, Bil­dungs­ar­beit, Inte­gra­ti­on, Jugend­ar­beit, Ehren­amt, Tou­ris­mus­fak­tor und Image­wer­bung für Kärn­ten zugleich.

Gro­ße Sport­ver­an­stal­tun­gen brin­gen Auf­merk­sam­keit und Wert­schöp­fung ins Land, wäh­rend der Brei­ten­sport tag­täg­lich gesell­schaft­li­chen Zusam­men­halt schafft. Genau des­halb braucht der Sport eine kla­re Sicht­bar­keit inner­halb der Lan­des­ver­wal­tung – und kei­ne Ein­ord­nung, bei der er schon im Abtei­lungs­ti­tel nicht mehr vor­kommt.

Leh­ren aus der Coro­na-Zeit offen­bar ver­ges­sen

Beson­ders nach den Erfah­run­gen der Coro­na-Zeit müss­te klar sein, wel­chen Stel­len­wert Bewe­gung, Ver­eins­le­ben und Team­geist für Kör­per, Psy­che und Gemein­schaft haben. Umso irri­tie­ren­der ist es, wenn der Sport nun in einer Ver­wal­tungs­struk­tur ver­schwin­det, in der er nicht ein­mal mehr im Namen vor­kommt.

Die Pan­de­mie hat gezeigt, wie wich­tig Sport­ver­ei­ne, Trai­nings­mög­lich­kei­ten und sozia­le Begeg­nung für Kin­der, Jugend­li­che und Erwach­se­ne sind. Die­se Erkennt­nis darf nicht in poli­ti­schen Sonn­tags­re­den enden, son­dern muss sich auch in Struk­tu­ren wider­spie­geln.

Poli­tik ist gefor­dert

Kärn­ten hat im öster­rei­chi­schen Sport­we­sen bis­her eine star­ke Vor­bild­wir­kung ein­ge­nom­men. Wer das Land zukunfts­fit machen will, soll­te den Sport daher nicht ver­ste­cken, son­dern sicht­bar und selbst­be­wusst posi­tio­nie­ren. Eine Reform, die den Sport sprach­lich und struk­tu­rell unsicht­bar macht, ist kein Fort­schritt, son­dern ein Rück­schritt.

Die Poli­tik ist nun gefor­dert, die­ses Signal ernst zu neh­men. Denn wer vom Wert des Ehren­amts, der Jugend­för­de­rung, der Gesund­heit und der Kärnt­ner Sport­er­fol­ge spricht, muss dem Sport auch jenen Platz geben, den er ver­dient: sicht­bar, eigen­stän­dig und mit kla­rer poli­ti­scher Wert­schät­zung.

24.04.2026 12:15
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Sport darf in Kärn­ten nicht unsicht­bar wer­den Marijan Velik, Obmann des Sportpresseklubs Kärnten, kritisiert die neue Strukturreform des Landes und fordert mehr Sichtbarkeit sowie Wertschätzung für den Kärntner Sport.

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