Rechnungshof

Lan­des­rech­nungs­hof ortet Ein­spar­po­ten­zi­al bei Sanie­rung des SPZ Kla­gen­furt

Nach massiven Kostensteigerungen auf 28,43 Millionen Euro kritisiert der Landesrechnungshof überhöhte Planungen, unnötige Flächen und fehlende Abstimmung bei den Folgekosten.

Lan­des­rech­nungs­hof ortet Ein­spar­po­ten­zi­al bei Sanie­rung des SPZ Kla­gen­furt Nach außen offene Türen, nach innen offene Fragen: Während Kärntens Landesregierung Bürgernähe zeigt, warten viele Bedienstete auf klare Antworten zu Reformen, Selbstbehalten und ihrer Vertretung.

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Der Kärnt­ner Lan­des­rech­nungs­hof (LRH) sieht bei der geplan­ten Gene­ral­sa­nie­rung des Sozi­al­päd­ago­gi­schen Zen­trums (SPZ) in Kla­gen­furt erheb­li­ches Ein­spar­po­ten­zi­al. In einem am 12. Mai ver­öf­fent­lich­ten Bericht emp­fiehlt der LRH, Kos­ten zu sen­ken, Flä­chen effi­zi­en­ter zu nut­zen und die finan­zi­el­len Aus­wir­kun­gen des Pro­jekts genau­er dar­zu­stel­len.

Kos­ten deut­lich gestie­gen

Geplant ist die Sanie­rung des seit 2020 behörd­lich gesperr­ten Haupt­hau­ses aus dem Jahr 1901. Dort sol­len künf­tig Betreu­ungs­an­ge­bo­te für Men­schen mit Behin­de­rung sowie Kin­der­be­treu­ungs­ein­rich­tun­gen der KABEG unter­ge­bracht wer­den.

Laut LRH stie­gen die Gesamt­kos­ten des Pro­jekts zwi­schen der ers­ten Grund­satz­ge­neh­mi­gung 2021 und der Vor­la­ge 2025 um rund 78 Pro­zent. Grün­de dafür sei­en unter ande­rem der star­ke Anstieg des Bau­preis­in­dex, feh­len­de Grund­satz­ent­schei­dun­gen sowie meh­re­re Pro­jekt­än­de­run­gen und Umpla­nun­gen.

Zudem stell­te der Lan­des­rech­nungs­hof feh­ler­haf­te Berech­nun­gen, über­höh­te Ansät­ze und dop­pelt erfass­te Leis­tun­gen fest. Dadurch wur­den die vor­ge­leg­ten Kos­ten um zwei Mil­lio­nen Euro auf 28,43 Mil­lio­nen Euro brut­to redu­ziert.

Kri­tik an Flä­chen und Aus­stat­tung

Beson­ders kri­tisch sieht der LRH die geplan­te Flä­chen­nut­zung. Tei­le des Pro­jekts sei­en über den eigent­li­chen Bedarf hin­aus dimen­sio­niert, Syn­er­gien wür­den zu wenig genutzt. Auch zusätz­li­che Ter­ras­sen im zwei­ten Ober­ge­schoss und neue Flä­chen im Unter­ge­schoss wür­den den Bau­auf­wand deut­lich erhö­hen.

Nach Ein­schät­zung des LRH könn­ten durch eine spar­sa­me­re Pla­nung wei­te­re 1,24 Mil­lio­nen Euro brut­to ein­ge­spart wer­den. Kri­ti­siert wer­den außer­dem auf­wen­di­ge archi­tek­to­ni­sche Lösun­gen, groß­zü­gi­ge Kon­struk­tio­nen und eine geho­be­ne Aus­stat­tung.

Auch bei der Ein­rich­tung ortet der Rech­nungs­hof Spar­po­ten­zi­al: Bestehen­des Inven­tar sei nicht auf mög­li­che Wei­ter­ver­wen­dung geprüft wor­den, statt­des­sen sei eine kom­plet­te Neu­ein­rich­tung mit maß­ge­fer­tig­ten Ein­bau­mö­beln vor­ge­se­hen. Das wider­spre­che laut LRH den Grund­sät­zen der Spar­sam­keit, Wirt­schaft­lich­keit und Zweck­mä­ßig­keit.

Pla­nung zu früh gestar­tet

Die Pla­nun­gen für das Groß­pro­jekt hat­ten bereits 2020 begon­nen. Wegen offe­ner Grund­satz­fra­gen wur­den sie 2024 jedoch unter­bro­chen – obwohl zu die­sem Zeit­punkt bereits eine Bau­be­wil­li­gung vor­lag.

Der LRH emp­fiehlt daher, Pro­jek­te die­ser Grö­ßen­ord­nung erst dann in die Detail­pla­nung zu füh­ren, wenn ver­bind­li­che Grund­satz­ent­schei­dun­gen vor­lie­gen.

Fol­ge­kos­ten unvoll­stän­dig dar­ge­stellt

Kri­tik gibt es auch bei den Fol­ge­kos­ten. Die­se sei­en von den betei­lig­ten Stel­len getrennt, ohne Abstim­mung und teils unvoll­stän­dig vor­ge­legt wor­den. Dadurch sei eine ver­läss­li­che Gesamt­be­ur­tei­lung erschwert wor­den.

LRH-Direk­tor Gün­ter Bau­er betont, dass nicht nur die Bau­kos­ten, son­dern auch die spä­te­ren finan­zi­el­len Fol­gen voll­stän­dig und abge­stimmt dar­ge­stellt wer­den müss­ten, damit die öffent­li­che Hand trag­fä­hi­ge Ent­schei­dun­gen tref­fen kön­ne.

Bericht seit 12. Mai ver­öf­fent­licht

Der Bericht zur „Gene­ral­sa­nie­rung des Sozi­al­päd­ago­gi­schen Zen­trums Kla­gen­furt“ wur­de laut Lan­des­rech­nungs­hof am 5. Mai 2026 dem Kon­troll­aus­schuss und der Lan­des­re­gie­rung über­mit­telt. Seit 12. Mai ist er auf der Web­site des Kärnt­ner Lan­des­rech­nungs­hofs ver­öf­fent­licht.

12.05.2026 12:00
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Lan­des­rech­nungs­hof ortet Ein­spar­po­ten­zi­al bei Sanie­rung des SPZ Kla­gen­furt Nach außen offene Türen, nach innen offene Fragen: Während Kärntens Landesregierung Bürgernähe zeigt, warten viele Bedienstete auf klare Antworten zu Reformen, Selbstbehalten und ihrer Vertretung.

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