Orange the World
Krankenhäuser leuchten orange gegen Gewalt an Frauen
Die weltweite Kampagne „Orange the World“ soll das Thema Gewalt an Frauen und Mädchen ins Bewusstsein rücken. Auch die Ordenskrankenhäuser in Klagenfurt und St. Veit schließen sich der Aktion an und setzen mit orangen Lichtinstallationen ein Zeichen der Solidarität.
© EKH
Viele Gebäude in ganz Österreich leuchten wieder orange. So auch die Ordenskrankenhäuser in St. Veit und Klagenfurt. Mit der weltweiten Kampagne „Orange the World – gegen Gewalt an Frauen“ wird auf das Thema Gewalt an Frauen aufmerksam gemacht. Der Kirchturm des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder in St. Veit und der Eingangsbereich des Elisabethinen-Krankenhauses in Klagenfurt erstrahlen von 25. November bis 10. Dezember 2021 in Orange. Damit will man zeigen, dass häusliche Gewalt an Frauen ein nicht wegzuleugnendes Thema ist.
Opferschutzgruppe für Betroffene
Die Initiative soll auch daran erinnern, dass eingerichtete Opferschutzgruppen eine wichtige Rolle in der Früherkennung spielen. Ärzte und Pfleger sind häufig die Einzigen, die Auswirkungen häuslicher Gewalt in Form von Verletzungen erkennen können. „Im Verlauf der Gewaltspirale nehmen diese Mitarbeiter eine Schlüsselrolle ein“, schildert Petra Koch, Bereichsleiterin an der Interdisziplinären Ambulanz und Mitglied der gemeinsamen Opferschutzgruppe der kooperierenden Krankenhäuser der Barmherzigen Brüder in St. Veit und Elisabethinen in Klagenfurt.
Das ganze Jahr über widmet sich die Opferschutzgruppe Opfern von Gewalt, die Schutz im Krankenhauskontext suchen. Gerade während der Covid-Krise zeigt sich, dass häusliche Quarantäne, kombiniert mit Existenzängsten und psychischen Problemen, ein höheres Gewaltrisiko in Beziehungen birgt.

Respekt und Einfühlungsvermögen
Oft ist es für Ärzte Pflegekräfte nicht auf den ersten Blick erkennbar, ob eine Verletzung oder Beschwerde die Folge von Gewalt ist oder nicht. Gut geschultes und sensibilisiertes Gesundheitspersonal trägt wesentlich dazu bei, dass Frauen, die häusliche oder sexualisierte Gewalt erlebt haben, das Krankenhaus als einen Ort sehen, an dem man ihnen mit Respekt und Einfühlungsvermögen begegnet. „Einen Gewaltverdacht anzusprechen, erfordert einen sensiblen Umgang mit den Betroffenen. Durch Sensibilisierung, bewusstes Hinschauen, wachsam sein und Zivilcourage unserer Mitarbeiter gelingt das gut“, erklärt Koch.

Wissenswert
Die Opferschutzgruppe des Krankenhauses St. Veit und des Elisabethinen-Krankenhauses Klagenfurt lenken rund um die 16 Tage mit knallorangen Plakaten, Buttons, Foldern, Flyern und Videos die Aufmerksamkeit auf dieses wichtige Thema. Darüber hinaus wird diverses Informationsmaterial unter anderem des Gewaltschutzzentrums Kärnten auf den Ambulanzen und Damen-Toiletten aufgelegt.

