„Europan 16“
Prämierte Idee für die Entwicklung des Bahnhofsviertels
Wie könnte sich das Bahnhofsviertel in Klagenfurt baulich entwickeln? Das Planungsprojekt „5 Squares of Learning“ gewann den „Europan 16“-Wettbewerb.
© Kosmos Architects
Der städtebauliche Wettbewerb „Europan 16“ unterstützt Städte dabei, ihre urbanen Potentiale bestmöglich auszuschöpfen. Junge Planer und Architekten bringen ihre Ideen für die Städte ein und erarbeiten diese dann gemeinsam mit den Entscheidungsträgern – von der Planung bis zur Umsetzung. Die Stadt Klagenfurt hatte ein Konzept für die städtebauliche Entwicklung des Bahnhofviertels über „Europan 16“ ausgeschrieben, um gemeinsam mit Kooperationspartnern (Stadtwerke, Wirtschaftskammer und Autohaus Sintschnig) das sieben Hektar große Areal zwischen Bahnhof und dem alten Hallenbad optimal ausbauen zu können.
In diesem Bereich der Stadt befinden sich auch Berufsschule, „Makerspace“ der Wirtschaftskammer und gewerbliche Flächen, die künftig für Bildungszentren und Wohnraum umgebaut werden sollen.
Das Projekt im Überblick
Seit gestern steht das Siegerprojekt fest: Das Projekt „5 Squares of Learning“ von „Kosmos Architects“ nimmt Anleihen an der polyzentrischen Konfiguration der Stadt Klagenfurt und entwickelt in einem Gefüge aus neun Gebäuden fünf Platzsituationen. Die Plätze haben dabei einen jeweils unterschiedlichen Fokus. Die Jury überzeugten die räumliche Vielseitigkeit, die lebendige Nutzung in der Erdgeschosszone und eine gelungene Verkettung. Auch das Grünraum-Konzept und die Verbindung zum angrenzenden Stadtteil wurden von der Jury positiv bewertet.
Projekt-Ausstellung im März
Stadträtin Corinna Smrecnik bezeichnet das Siegerprojekt als Richtschnur für die zukünftige Entwicklung: „Das Siegerprojekt vereint viele Dinge, die mir als Stadtplanungsreferentin wichtig sind: Eine lebendige offene Erdgeschosszone, die als Treffpunk für die dort lebenden oder arbeitenden Menschen dienen soll, unterschiedliche Platzgestaltungen, angedachte Entsiegelung und somit Schaffung von Grünraum sind Vorstellungen, die wir uns in der weiteren Gestaltung der Stadt mehr als wünschen.“ Das Siegerprojekt wird gemeinsam mit jenen aus Linz und Graz im März in Klagenfurt ausgestellt und ist dann zu besichtigen.
Machbarkeit prüfen
Im März startet auch der längerfristige kontinuierliche Planungsprozess. Dabei werden in der detaillierten Umsetzung in einzelnen Teilgebieten noch Nachschärfungen erfolgen, auch mit Architekten-Wettbewerben. Die Umsetzung hängt dann auch von der Verfügbarkeit der Teilflächen und von den Investitionsvorhaben der Grundstückseigentümer ab.
Wissenswert
„Europan“ ist der europaweit größte Ideenwettbewerb für innovativen Urbanismus und Architektur mit anschließender Umsetzung. Im Rahmen von offenen Wettbewerbsverfahren, die seit 1989 alle zwei Jahre für junge, internationale Architekten und Städteplaner unter 40 Jahren ausgelobt werden, kooperiert „Europan“ mit ausgesuchten, europäischen Gemeinden und Entwicklern.