Land Kärnten

Poli­ti­sche Jah­res­bi­lanz erneut im Zei­chen der Pan­de­mie

Für die Koalitionspartner Peter Kaiser (SPÖ) und Martin Gruber (ÖVP) stand das zu Ende gehende Jahr 2021 unter dem Motto: „Mit Investitionen aus der Krise.“ Die Opposition (FPÖ und Team Kärnten) spricht von Schönfärberei.

Poli­ti­sche Jah­res­bi­lanz erneut im Zei­chen der Pan­de­mie Die Regierungspartner Peter Kaiser (SPÖ, links) und Martin Gruber (ÖVP)

© LPD Kärnten/Peter Just

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Tra­di­tio­nell zogen die Koali­ti­ons­part­ner SPÖ und ÖVP Sei­te an Sei­te Bilanz über das zu Ende gehen­de Jahr 2021. Ein Jahr, das erneut von der Coro­na-Pan­de­mie geprägt war. Mit Blick auf das Brut­to­re­gio­nal­pro­dukt, das im bun­des­wei­ten Ver­gleich den zweit­ge­rings­ten Ein­bruch hat­te, ver­weist Lan­des­haupt­mann Peter Kai­ser (SPÖ) dar­auf, in die­sem Jahr gut durch die Pan­de­mie gekom­men zu sein.

„Aus der Kri­se her­aus­in­ves­tie­ren“

„Wir haben unse­re Leit­sät­ze – aus der Kri­se her­aus­in­ves­tie­ren und aus der Kri­se her­aus­qua­li­fi­zie­ren – auch heu­er erfolg­reich umge­setzt“, betont Kai­ser. Das belegt auch das aktu­el­le Kon­junk­tur-Baro­me­ter der Bank Aus­tria, das Kärn­ten im Spit­zen­feld aller neun Bun­des­län­der sieht. Lan­des­rat Mar­tin Gru­ber (ÖVP) ergänzt: „Die Wirt­schafts­sta­tis­ti­ken bis hin zum Arbeits­markt­be­richt geben uns Recht: Der Kärnt­ner Weg, nach­hal­tig in die Regio­nen zu inves­tie­ren, hat unser Land im Bun­des­län­der-Ver­gleich schnel­ler aus der Kri­se gebracht.

Inves­ti­tio­nen in Kärn­ten

Kai­ser sieht trotz die­ser Kri­se einen Groß­teil des Regie­rungs­pro­gramms abge­ar­bei­tet. Kon­kret nennt er Inves­ti­tio­nen in den Wirt­schafts­stand­ort Kärn­ten, die von Infi­ne­on und ande­ren Kärnt­ner Groß­be­trie­ben getä­tigt wur­den. Das Land Kärn­ten nahm im sel­ben Zeit­raum Inves­ti­tio­nen in den Aus­bau der Infra­struk­tur vor. In die KABEG wur­den etwa 50 Mil­lio­nen Euro inves­tiert, in den Neu­bau des Rudol­fin­ums (Lan­des­mu­se­um) 16 Mil­lio­nen Euro. Wei­te­re wich­ti­ge Inves­ti­tio­nen wur­den in den Berei­chen Hoch- und Tief­bau, Breit­band-Aus­bau, Lan­desalarm- und Warn­zen­tra­le, Sport­stät­ten sowie Schu­len getä­tigt.

Ein Schwer­punkt der Regie­rung war 2021 arbeits­markt­po­li­ti­sche Maß­nah­men gewid­met. „Die Erwerbs­tä­ti­gen­quo­te ist in Kärn­ten so hoch wie noch nie und laut Pro­gno­sen wird die Arbeits­lo­sen­quo­te 2021 auf durch­schnitt­lich 8,8 Pro­zent sin­ken“, freut sich Kai­ser. Das Land Kärn­ten ließ 70 Mil­lio­nen Euro in den ter­ri­to­ria­len Beschäf­ti­gungs­pakt flie­ßen.

Regio­na­le Wirt­schaft

In sei­ner Bilanz geht Lan­des­rat Gru­ber auf die Aus­wir­kun­gen der Pan­de­mie auf die Wirt­schaft und die Bevöl­ke­rung ein. Den­noch gelang es, rund 90 Pro­zent der Vor­ha­ben aus dem Regie­rungs­pro­gramm bereits abzu­ar­bei­ten oder in Angriff zu neh­men. „Wir haben heu­er in die regio­na­le Wirt­schaft und mas­siv in die Stra­ßen- und Weg­einfra­struk­tur inves­tiert, wir haben uns um die Absi­che­rung der regio­na­len Lebens­mit­tel­ver­sor­gung geküm­mert und die größ­te Tarif­re­form für den öffent­li­chen Ver­kehr auf die Bei­ne gestellt“, fasst Gru­ber zusam­men. Beim Stra­ßen- und Wege­bau wur­de 2021 mit über 50 Mil­lio­nen Bau­bud­get ein neu­er Höchst­stand erreicht. Mit der Ein­füh­rung des „Kärn­ten Tickets“ konn­te ein wei­te­rer Moder­ni­sie­rungs­schub im öffent­li­chen Ver­kehr ein­ge­lei­tet wer­den.

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FPÖ Kärnten
Natio­nal­rats­ab­ge­ord­ne­ter Erwin Ange­rer (SPÖ)
© Parlamentsdirektion/Photo Simo­nis

Reak­ti­on FPÖ Kärn­ten

Die Oppo­si­ti­ons­par­tei­en im Kärnt­ner Land­tag sehen die Lage natur­ge­mäß anders. Natio­nal­rats­ab­ge­ord­ne­ter Erwin Ange­rer, Lan­des­par­tei­ob­mann der FPÖ Kärn­ten, wirft der SPÖ-ÖVP-Koali­ti­on vor, sich die Welt schön zu reden. Laut Ange­rer hat Kärn­ten „seit Jah­ren einen chro­nisch hohen Sockel an Arbeits­lo­sen mit der zweit­höchs­ten Arbeits­lo­sen­quo­te in Öster­reich“. Auch die Abwan­de­rung bekom­me Kärn­ten nicht in den Griff. „Ein Kenn­zei­chen die­ser Lan­des­re­gie­rung ist der man­geln­de Reform­wil­le. Es wird nur ver­wal­tet und nicht gestal­tet. Es gibt kei­ne Refor­men und trotz einer Rekord­ver­schul­dung kei­ne nach­hal­ti­gen Inves­ti­tio­nen in die Zukunft des Lan­des“, argu­men­tiert Ange­rer.

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Team Kärnten
Ger­hard Köfer (Team Kärn­ten)
© Red/KK

Reak­ti­on Team Kärn­ten

Auch Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter Ger­hard Köfer (Team Kärn­ten) spricht in einer Stel­lung­nah­me von Schön­fär­be­rei, „die Kärn­ten lähmt“. „Kai­ser und Co. wären gut bera­ten, sich end­lich mit den Sor­gen und Anlie­gen der Kärnt­ner Bür­ger zu beschäf­ti­gen, um das rea­le Stim­mungs­bild zu erfah­ren“, kri­ti­siert Köfer. Kon­kret: „Dass Kärn­ten mit 8,3 Pro­zent die höchs­te Arbeits­lo­sig­keit nach Wien auf­weist, die mit Abstand höchs­te Pro-Kopf-Ver­schul­dung aller Bun­des­län­der und sich auf die nächs­ten Jahr­zehn­te hoff­nungs­los ver­schul­det hat, ist mehr als bedau­er­lich und wur­de ein­fach ver­schwie­gen.“

28.12.2021 16:55 - Update am: 28.12.2021 16:57
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Poli­ti­sche Jah­res­bi­lanz erneut im Zei­chen der Pan­de­mie Die Regierungspartner Peter Kaiser (SPÖ, links) und Martin Gruber (ÖVP)

© LPD Kärnten/Peter Just