Jürgen Mandl
„Betrieben fehlen hinten und vorne die Mitarbeiter“
Mangelhafte Testkapazitäten des Landes verschlimmern Personalknappheit der Betriebe, kritisiert die Wirtschaftskammer Kärnten.
Seit Mitternacht gibt es keine Freitestungen mehr (siehe hier). Das Freitesten nach fünftägiger Quarantäne ist damit nicht mehr möglich. „Ein neuerliches Armutszeugnis für das seit Monaten mangelhafte und von uns immer wieder beanstandete PCR-Testangebot des Landes Kärnten“, kritisiert Kärntens Wirtschaftskammer-Präsident Jürgen Mandl. Er führt weiter aus: „Seit vergangenem Sommer weist die Wirtschaft auf die zu geringen Testkapazitäten hin, seit Wochen wird über die ‚Omikron-Wand‘ spekuliert. Vor zehn Tagen habe ich noch Notfallpläne für explodierende Infektionszahlen eingemahnt. Und jetzt muss offenbar wieder die Wirtschaft für das anhaltende Corona-Chaos von Politik und öffentlicher Verwaltung büßen.“
Der Geduldsfaden reißt
Er spricht von „wortreicher Untätigkeit des Kärntner Corona-Managements nach beinahe zwei Jahren Pandemie“, die umso unverständlicher ist, als „die Wirtschaftskammer ebenso lang mit größter Geduld einerseits das Land über die Bedürfnisse der Betriebe informiert und andererseits durch eigene Initiativen zum betrieblichen Testen und Impfen massiv zur Aufrechterhaltung der Wirtschaftskreisläufe beiträgt“. Mandl findet klare Worte: „Jetzt reißt der Wirtschaft der Geduldsfaden. Wir haben uns wirklich eingebracht und an der Bewältigung der Pandemie stets konstruktiv mitgewirkt – aber es muss jetzt angemessen gehandelt werden, denn unseren Betrieben fehlen hinten und vorne die Mitarbeiter“.
Mandl fordert konkret: „Die behördliche Vorgangsweise bei den Absonderungen muss angemessen erfolgen, um unnötige Quarantänen zu vermeiden. Und es müssen endlich alle PCR-Testungen – auch jene von Gurgeltests oder in Apotheken – als Freitestung anerkannt werden, nicht nur die ohnehin überlasteten behördlichen Testungen.“
Rechtliche Klärung von Schadenersatzfragen
Sylvia Gstättner, Direktorin des Wirtschaftsbunds in Kärnten, kündigt an, nun auf Ebene des österreichweiten Wirtschaftsbunds die Zustände beim Corona-Management in anderen Bundesländern prüfen zu lassen: „Wir schauen uns dieses Kärntner Trauerspiel nicht länger an und behalten uns im Namen der betroffenen Betriebe die rechtliche Klärung von Schadenersatzfragen vor.“

