BG Tanzenberg
Wie präsentieren sich Schulen ohne Tag der offenen Tür?
In Zeiten ohne Tag der offenen Tür müssen Schulen eigene Wege finden, um neue Schüler für sich zu gewinnen. Wie das gelingt, erzählt Gerald Horn, Direktor des Bundesgymnasiums Tanzenberg, im Gespräch mit „KLiCK Kärnten.“
© BG Tanzenberg
Home-Schooling, FFP2-Maskenpflicht und tägliches Testen – vom Kindergarten bis zur Maturaklasse kennen Kinder und Jugendliche die Maßnahmen und sind mitunter auch mit diesen Bedingungen in das Bildungssystem eingestiegen. Aber wie sieht es mit dem Schulwechsel zwischen den verschiedenen Schulstufen aus? Bereits das zweite Jahr findet nun kein Tag der offenen Tür statt. Jede Schule muss ihren eigenen Weg finden, um neue Schüler für sich zu gewinnen. Gerald Horn, Direktor des Bundesgymnasium (BG) Tanzenberg, erzählt im Gespräch mit „KLiCK Kärnten“, wie seine Schule diese Aufgabe meistert.
Enormer Zusatzaufwand
Die größte Herausforderung, um die Schule gut zu präsentieren und so viele Informationen wie möglich zu vermitteln, ist der zusätzliche Aufwand. Für Horn ist klar, dass es ohne ein exzellentes und engagiertes Team kaum bewältigbar ist: „Wir sind Pädagogen und keine Werbeprofis, trotzdem sind wir mit dem Ergebnis sehr zufrieden“. Das BG Tanzenberg stellte sogleich ein Schulqualitätsteam und ein Werbeteam auf die Beine. Mit Unterstützung der Fachgruppen wurde dann auch das Drehbuch für den Schulfilm geschrieben. Die Website wurde aufbereitet und die Social-Media-Kanäle gepflegt, damit ein guter Einblick in das Schulleben gegeben werden kann.
Doppelte Planung
Nachdem sich seit Beginn der Pandemie die Rahmenbedingungen immer wieder änderten, war Flexibilität gefragt. Bis zum Stichtag im Spätherbst wurden parallel ein Tag der offenen Tür in Präsenz geplant und auch der Online-Auftritt forciert. Horn, seit zwölf Jahren Direktor des BG Tanzenberg, ist stolz auf das Ergebnis. Das Gymnasium ist seit dem Jahr 1980 eine öffentliche Schule, die in den Räumen des Marianums ihren wunderschönen Standort im Grünen hat. „Es ist eine top-modern ausgestattete Schule für alle mit einem umfangreichen pädagogischen Angebot“, fasst Horn zusammen.

Positiver Effekt der Krise
Auch wenn nur wenig Positives an der Pandemie ist, wäre vieles in puncto Digitalisierung nicht möglich gewesen. So gab es von der Bildungsdirektion gemeinsam mit dem Bildungsministerium eine finanzielle Unterstützung im Bereich der Digitalisierung: Glasfaserleitung für ausgezeichnetes Internet und Geräteausstattung für die Schüler in Form von Laptops. Sämtliche neu entstandene Kosten für Schulwerbung müssen aus dem ohnedies knappen Schulbudget finanziert werden.
Reibungsloses „Distance Learning“
Auch die freiwilligen Schulungsprogramme von Lehrern für Lehrer und das Angebot der Pädagogischen Hochschule waren für die Bewältigung des digitalen Aufwands eine große Unterstützung. „Als Direktor ist man mittlerweile auch Manager“, erklärt Horn. Als im März 2020 die Schulen geschlossen wurden, wurde in Tanzenberg rasch ein Konzept erarbeitet. Ab dem ersten Tag verfügten alle rund 600 Schüler über Microsoft Teams und Office 365, um ein reibungsloses „Distance Learning“ zu gewährleisten. „Wir haben auch von Anfang an mit einem strukturieren System gearbeitet, um unsere Schüler nicht zu verwirren“, erzählt Horn.
Neuer Ablauf der Anmeldung
Damit am Zeugnistag nicht alle gleichzeitig in das Gebäude kommen, gibt es die Möglichkeit, bereits online ein Anmeldeformular auszufüllen. Daraufhin werden die Eltern benachrichtigt und können einen Termin vereinbaren, um mit dem Kind und dem Semesterzeugnis persönlich einen Blick in die Schule zu werfen. Sehr gut angenommen wurden auch drei Online-Informations-Abende, die über hundert Eltern in Anspruch nahmen. Neben dem Direktor waren auch Vertreter des Lehrerteams online, um Fragen zu beantworten und einen Einblick zu geben. In einer guten Stunde konnte man sich somit ein gutes Bild der Schule machen und alle Unklarheiten beseitigen. Eine Form von „persönlich abgeholt“ zu werden, in diesen Zeiten eine gut durchdachte Lösung.
Fördern, fordern und Werte vermitteln
Der Direktor und sein 55-köpfiges Lehrerteam sind bemüht, den Schülern neben der geforderten Leistung Werte und vor allem soziale Werte näherzubringen: Ein engagiertes Buddy-Projekt, in dem die älteren Schülern den „Neuen“ zur Seite gestellt werden, Projektklassen zu Nachhaltigkeitsthemen oder der Schulsweater-Verkauf, dessen Erlös an soziale Projekte gespendet wird, sind nur ein Auszug aus dem breiten Programm. Die Vorbereitungen für die vielen neuen interessierten jungen Geister läuft bereits und die Hoffnung, dass die Schüler bald wieder ohne Einschränkungen den Unterricht und die Schule genießen können, bleibt.
- Das 55-köpfige Lehrerteam unterrichtet am Bundesgymnasium Tanzenberg rund 600 Schüler.
- Das Bundesgymnasium Tanzenberg ist seit dem Jahr 1980 eine öffentliche Schule, die in den Räumen des Marianums ihren wunderschönen Standort im Grünen hat.

