Petition

Auch „Hirter“ for­dert: Bier-Paten­te stop­pen!

Die Privatbrauerei Hirt unterstützt die Petition „Missbrauch des Patentrechts stoppen“ des Vereins „Arche Noah“. Die Brauereien Österreichs befürchten massive ökonomische Probleme.

Auch „Hirter“ for­dert: Bier-Paten­te stop­pen! Auch die Privatbrauerei Hirt – hier Niki Riegler, Klaus Möller und Raimund Linzer (von links) auf einem Archivfoto – setzt sich gegen Missbrauch des Patentrechts ein.

© Privatbrauerei Hirt

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Der Ver­ein „Arche Noah“, der sich für die Erhal­tung der Kul­tur­pflan­zen­viel­falt und ihre Ent­wick­lung stark macht, pran­ger­te heu­te in einem Pres­se­ge­spräch an, dass der aktu­el­le Miss­brauch des Patent­rechts und eine unwil­li­ge Poli­tik zu immer mehr Paten­ten auf Pflan­zen aus herkömmlicher Zucht und damit auch auf Lebens­mit­tel füh­ren.

Ein­heitsbier statt Viel­falt

Die Bewe­gung „Gegen Paten­te auf Leben“ ist seit heu­te um eine star­ke Stim­me aus der Wirt­schaft rei­cher: Die „Unabhängigen Pri­vat­braue­rei­en Österreichs“ und ihre rund 35 Mit­glieds­be­trie­be unterstützen die „Arche Noah“-Petition „Miss­brauch des Patent­rechts stop­pen“ (www.keinpatentaufsaatgut.at). Aktu­ell vor dem Europäischen Patent­amt ver­han­del­te Paten­te umfas­sen die Gers­ten­pflan­ze, das Saat­gut, die Ver­wen­dung der Gers­te zum Brau­en und selbst das Bier im Glas. Sol­che Paten­te führen zu dras­ti­schen Einschränkungen der Frei­heit hei­mi­scher Braue­rei­en und zu Ein­heitsbier statt Viel­falt, kri­ti­sie­ren die Initia­to­ren.

Viel­falt auf Fel­dern, Tel­lern und Glä­sern bedroht

„Das dürfen wir nicht zulas­sen. Gera­de die Gers­te schafft in der Vermälzung durch ihre Viel­falt in Geruch, Geschmack und Far­be die Cha­rak­te­ris­tik unse­rer Bie­re“, begründet Niki Rieg­ler, Eigentümer und Geschäftsführer der Pri­vat­braue­rei Hirt, sein Enga­ge­ment für die Peti­ti­on. Dag­mar Urban, Lei­te­rin des Bereichs Poli­tik bei „Arche Noah“ ergänzt: „Paten­te auf herkömmliche Züchtung bedro­hen die Viel­falt auf unse­ren Fel­dern, Tel­lern und in unse­ren Gläsern. Weder Gerste-Züchter, noch Land­wir­te oder Braue­rei­en können wis­sen, ob die Gers­te, die sie züchten, anbau­en oder für ihr Bier ver­ar­bei­ten, von einem fragwürdigen Patent betrof­fen ist.“ Ihre Schluss­fol­ge­rung: „Es ist völlig inak­zep­ta­bel, dass die meis­ten europäischen Minis­ter die­se Bedro­hung ver­schla­fen, statt end­lich Klar­heit für die bio­lo­gi­sche Viel­falt und für klei­ne Betrie­be zu schaf­fen.“

Gegen Paten­te auf Leben

Trotz des Ver­bots von Paten­ten auf herkömmlich gezüchtete Pflan­zen und Tie­re fin­den Agrar­kon­zer­ne immer neue Wege, die­se Regeln zu umge­hen, kri­ti­sie­ren die Ver­ant­wort­li­chen von „Arche Noah“. Betrof­fen sind neben Brau­gers­te und Bier auch vie­le wei­te­re Lebens­mit­tel wie Busch­me­lo­nen, Salat und Toma­ten. Erst vor weni­gen Mona­ten wies das Europäische Patent­amt eine Beschwer­de gegen ein Patent auf Brau­gers­te des Unter­neh­mens Carls­berg zurück. „Die zuständigen Minis­ter müssen sich jetzt zu einer Kon­fe­renz tref­fen und wirk­sa­me Maß­nah­men gegen Paten­te auf Leben ergrei­fen“, for­dern Urban und Rieg­ler.

 

Wis­sens­wert

Die „Arche Noah“-Petition ist Teil einer inter­na­tio­na­len Kam­pa­gne des Bündnisses „No patents on Seeds!“ und rich­tet sich an die zuständigen Minis­ter in ganz Euro­pa. Sie wer­den auf­ge­for­dert, den Miss­brauch des Patent­rechts zu stop­pen und damit die wach­sen­de Kon­trol­le über herkömmlich gezüchtete Pflan­zen und Tie­re durch gro­ße Kon­zer­ne zu durch­bre­chen.

16.02.2022 11:06
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Auch „Hirter“ for­dert: Bier-Paten­te stop­pen! Auch die Privatbrauerei Hirt – hier Niki Riegler, Klaus Möller und Raimund Linzer (von links) auf einem Archivfoto – setzt sich gegen Missbrauch des Patentrechts ein.

© Privatbrauerei Hirt