Klagenfurt
Wirtschaft befürchtet Aus für 30-Minuten-Gratisparken
Die Bezirksstelle Klagenfurt der Wirtschaftskammer Kärnten protestiert vehement gegen ein befürchtetes Ende des 30-Minuten-Gratisparkens.
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„Für die Klagenfurter Innenstadt-Betriebe war die massive Erhöhung der Parkgebühren mit Ende Jänner ein Schlag ins Gesicht“, kritisiert Franz Ahm, Obmann der Wirtschaftskammer-Bezirksstelle Klagenfurt. Nun befürchtet er eine weitere Verschlechterung für den Wirtschaftsstandort in der Innenstadt. „In ohnehin schwierigen Zeiten will die Klagenfurter Stadtpolitik offenbar dafür sorgen, dass die Innenstadt und ihre Betriebe noch stärker unter Druck kommen. Anders lässt sich der Vorschlag der Stadtpolitik zur Streichung des 30-minütigen Gratisparkens nicht erklären“, erklärt Ahm.
Bereits jetzt Umsatzeinbußen
Wie dramatisch sich die Parkgebühr-Erhöhungen auf die Unternehmen in der Innenstadt auswirken, zeigte eine Umfrage im März: 88 Prozent der Befragten beurteilten die Erhöhung darin als unangemessen, von deutlichen Umsatzeinbußen bereits im ersten Monat berichteten 61 Prozent. Noch dazu wurde bereits deutlich, dass die Erhöhung gar nicht notwendig war: Das Argument, dass die zusätzlichen Einnahmen zur Sanierung des Stadtbudgets benötigt werden, wurde, so Ahm, kurz nach Einführung der Gebührenerhöhung revidiert.
„Nach zwei Jahren Pandemie und Lockdowns sowie der aktuell vorherrschenden Verunsicherung, die sich in zurückhaltendem Kaufverhalten widerspiegelt, sollte die Politik eigentlich alles tun, um die Frequenz in der Innenstadt zu erhöhen und die Betriebe zu unterstützen“, stellt Ahm klar.
Diskussion nicht nachvollziehbar
Die Klagenfurter Innenstadt-Kaufleute und die Wirtschaftskammer-Bezirksstelle hatten zur bestehenden Situation, 30 Minuten kostenlos zu parken, eine Einrechnung von 60 Minuten Gratisparken in das Ticket vorgeschlagen, um die Umsatzeinbrüche der betroffenen Betriebe abzufedern. So würden alle von dem Modell profitieren. Auch jene, die länger parken möchten. „Dass nun stattdessen über eine generelle Abschaffung diskutiert wird, ist nicht nachvollziehbar. Wir stehen dem Vorschlag, das 30-Minuten-Gratisparken in den Parktarif zu integrieren, absolut positiv gegenüber. Dass man dafür das generelle Gratisparken streicht, geht aber gar nicht – nur beides macht Sinn und würde eine Verbesserung bringen“, betont Ahm klar.
Appell an die Stadtpolitik
Ein großes Einnahmen-Plus für die Stadtkasse ist durch das Streichen des Gratisparkens, so Ahm, außerdem nicht zu erwarten. „Und falls doch: Das bisschen Mehr, das man dadurch zusätzlich einnimmt, fehlt den Betrieben in x‑facher Höhe an Umsatz und schlussendlich wieder der Stadt selbst. Durch ein Herumgemurkse an der Parkgebühren-Verordnung wird man zukünftige Budgets der Stadt nicht sanieren können. Da bedarf es anderer und größerer Maßnahmen“, sagt Ahm. Im Namen der Klagenfurter Innenstadtwirtschaft appelliert er an die Stadtpolitik, das 30-minütige Gratisparken nicht abzuschaffen.

