Richard III.

Die Theatergruppe Geiersdorf spielt Niavarani

Die Theatergruppe Geiersdorf brachte in den vergangenen 39 Jahren rund sechzig Produktionen auf die Bühne. Im Gespräch mit „KLiCK Kärnten“ geht Langzeit-Regisseur Reinhold Moser auf das heurige Stück „Die unglaubliche Geschichte von Richard III.“ ein.

Die Theatergruppe Geiersdorf spielt Niavarani Reinhold Moser als „William Forrest“, Mario Praprotnik als „Richard III.“ und Daniel Moser als „Frederik Dighton“ (von links)

© Theatergruppe Geiersdorf

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Der Theaterenthusiast Reinhold Moser (64) führt seit 38 Jahren bei der Theatergruppe Geiersdorf Regie. Lediglich die erste Produktion lag in der Verantwortung von Regisseurin Maria Müller. „1985 habe ich beim ,Totentanz‘, ein Stück von Alois Lippl, die Regie übernommen und seither nicht mehr abgegeben“, erzählt Moser im Gespräch mit „KLiCK Kärnten“. Mittlerweile ist die Großfamilie Moser von der Theatergruppe Geiersdorf nicht mehr wegzudenken. „Die ersten Bühnenerfahrungen habe ich als Student bei der katholischen Theatergruppe Nestelbach gemacht, seitdem hat mich das Theater-Virus nicht mehr losgelassen“, sagt Moser. Inzwischen ist auch die Familie mittendrin. Mit Ehefrau Petra, den Kindern Katharina und Daniel, Enkelkind Sofie und „Familien-Chef“ Reinhold selbst sind mittlerweile fünf Moser auf der Bühne.

Das neue Stück

Insgesamt stehen in diesem Jahr 15 Akteure auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Heuer entschied sich die Theatergruppe für für das Stück „Die unglaubliche Geschichte von Richard III.“, eine Komödie des Kabarettisten Michael Niavarani (sehr frei nach William Shakespeare). „Es ist eine turbulente Komödie, in der so ziemlich alles enthalten ist. Es gibt mehrere Morde, Folter und Huren, zwei kleine Prinzen im Tower und einen Heiratsantrag. Zudem kommt eine alte, grantige Königin vor, genügend englischer Wein, etliche Biere und vieles mehr“, verrät der Regisseur mit einem Augenzwinkern. Gespielt wird in der Wiesnarena in Großgörtschach in der Marktgemeinde Magdalensberg.

Die Spielstätten

In der 39-jährigen Geschichte der Theatergruppe Geiersdorf wechselten sich die Spielstätten ab. „Von 1984 bis 1998 haben wir in einem Zelt beim Gasthof Klimbacher gespielt. Danach hat es eine Produktion im Reigersdorfer Autobahntunnel gegeben. Vor zwölf Jahren haben wir auf der Leitn gespielt, um schließlich auf der Wiesnarena in Großgörtschach zu landen“, zählt Moser auf. Geprobt wird für das aktuelle Stück bereits seit März. Auch die Arbeiten auf dem Theatergelände schreiten zügig voran. „Wir treffen uns alle an den Samstagen, um gemeinsam die Vorbereitungen für die Premiere zu treffen. Eine Besonderheit unserer Theatergruppe ist, dass wir das ganze Jahr über jeden Freitag zusammenkommen. Es wird über alles geredet. Wir pflegen die Gemeinschaft, die sehr wichtig ist, denn sämtliche Vereinsmitglieder machen ehrenamtlich mit“, betont Moser. Einmal im Jahr steht ein gemeinsamer Ausflug auf dem Programm.

Mehrere Produktionen

Die Geiersdorfer spielten oft drei Produktionen im Jahr. Mit Bernadette Tischler ist auch eine Frau der ersten Stunde dabei. „Sie unterstützt uns jetzt hinter der Bühne, wofür wir sehr dankbar sind. Wir haben auch ein großes Stammpublikum. So dürfen wir uns im Jahr durchschnittlich über rund 1.700 Besucher freuen“, berichtet Moser. Zu seinen Lieblingsproduktionen der vergangenen Jahren zählen „Der Bauer als Millionär“ von Ferdinand Raimund, „Die Wunderübung“ von Daniel Glattauer und „Die offene Zweierbeziehung“ von Dario Fo und Franca Rame. Wenn über Theater gesprochen wird, leuchten die Augen des Berufsschuldirektors: „Theater ist für mich das wahre Leben. Da ist man so, wie man ist. Theater spiegelt das Leben wider.“

 

Die Termine

  • Stück: „Die unglaubliche Geschichte von Richard III.“
  • Termine: 24. und 30. Juni sowie 2., 7., 8., 9., 14., 15., 21. und 22. Juli 2022 jeweils um 20 Uhr
  • Eintrittskarten: www.theatergruppegeiersdorf.at
05.06.2022 08:49
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Die Theatergruppe Geiersdorf spielt Niavarani Reinhold Moser als „William Forrest“, Mario Praprotnik als „Richard III.“ und Daniel Moser als „Frederik Dighton“ (von links)

© Theatergruppe Geiersdorf