Gerald Dietrich

Kärn­ten von oben

Mit 75 Jahren entdeckte Gerald Dietrich seine Leidenschaft fürs Drohnenfliegen. Der Hobbyfilmer genießt die außergewöhnlichen Perspektiven, die sich ihm aus der Luft bieten.

Kärn­ten von oben Ein Mann und sein „Spielzeug“: Gerald Dietrich und die „DJi Mini 2“. Vor eineinhalb Jahren begann der Viktringer mit dem Drohnenfliegen.

© Margit Dietrich

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Er steu­ert eine „DJi Mini 2“ über den Him­mel. Hoch­kon­zen­triert und doch mit einer gewis­sen Locker­heit. Das Fil­men an sich ist für Gerald Diet­rich aus Viktring nichts Neu­es. Er war in sei­ner Frei­zeit schon immer pas­sio­nier­ter Kame­ra­mann und hielt vie­le ein­drucks­vol­le Urlau­be in fer­nen Län­dern, span­nen­de Sport­ver­an­stal­tun­gen oder fei­er­li­che Anläs­se fest. Seit er vor ein­ein­halb Jah­ren zu sei­nem 75. Geburts­tag eine Droh­ne geschenkt bekam, lässt er die Kame­ra auch durch die Luft schwe­ben.

Aller Anfang ist …

Es ist noch kein Meis­ter vom Him­mel gefal­len, sei­ne Droh­ne lei­der schon. Diet­rich hat bereits sein zwei­tes Flug­ge­rät im Ein­satz. Den Ver­lust des ers­ten ver­bucht der ehe­ma­li­ge Geschäfts­füh­rer der KTZ & Kärnt­ner Druck- und Ver­lags­ge­sell­schaft als „Lehr­geld“. Er lacht: „Als Anfän­ger muss­te ich eben Erfah­run­gen sam­meln. Es war mein zwei­ter oder drit­ter Flug, ich habe die Droh­ne ent­lang eines Fel­sens bei der Drau gesteu­ert. Ganz uner­war­tet ist sie gegen einen hohen Baum geprallt und im dich­ten Wald ver­schol­len.“ Da für den sport­be­geis­ter­ten Droh­nen­pi­lo­ten Auf­ge­ben kei­ne Opti­on ist, leg­te er sich eine neue Droh­ne zu. Aller­dings muss­te er noch eine wei­te­re, klei­ne Nie­der­la­gen ein­ste­cken: „Ich habe im Win­ter, an einem schö­nen Tag mit viel Neu­schnee, das Zik­ku­rat an der Drau gefilmt. Die Droh­ne ist im Ufer­be­reich abge­stürzt. Ich habe mir die Schu­he aus­ge­zo­gen und konn­te sie bar­fuß aus dem eis­kal­ten Was­ser ber­gen.“

Begehr­te Luft­auf­nah­men

Der 76-Jäh­ri­ge sieht sei­ne Anfän­ger­feh­ler mit Humor. Für ihn zäh­len ein­zig die Freu­de am Fil­men und die beein­dru­cken­den Auf­nah­men aus der Vogel­per­spek­ti­ve. Als Mit­glied des „Car­in­thi­an Cine­a­stic Club“ in Kla­gen­furt pro­du­ziert Diet­rich zahl­rei­che Vide­os und beein­druckt damit auch sei­ne Film­freun­de: „Ein sehr schö­ner Film ist im ver­gan­ge­nen Jahr in Frie­sach ent­stan­den. Ich durf­te den Burg­bau zu Frie­sach über meh­re­re Mona­te beglei­ten und die­ses geschichts­träch­ti­ge Pro­jekt doku­men­tie­ren. Unter ande­rem auch mit Droh­nen­bil­dern, die ein­drucks­voll zei­gen, wie weit der Burg­bau schon vor­an­ge­schrit­ten ist.“

„Hal­lo Tower!“

Am liebs­ten ist Diet­rich in den frü­hen Mor­gen­stun­den mit der Droh­ne unter­wegs, im Licht der auf­ge­hen­den Son­ne und wenn noch nicht all­zu vie­le Men­schen unter­wegs sind, „denn man muss sehr kon­zen­triert sein und darf sich durch nichts ablen­ken las­sen“. Bevor er die Droh­ne auf­stei­gen lässt, mel­det er das bei der „Aus­tro Con­trol“, deren Mit­ar­bei­ter im Tower des Flug­ha­fens Kla­gen­furt sit­zen. Das­sel­be gilt, wenn er die Droh­ne wie­der lan­det. „Das ist gesetz­lich so vor­ge­schrie­ben“, sagt Diet­rich.

Der umtrie­bi­ge Hob­by­fil­mer ist ger­ne unter­wegs, immer mit einem auf­merk­sa­men Blick für gute Moti­ve: „Es ist wun­der­schön, in der Natur zu sein – jede Jah­res­zeit hat ihren Reiz. Ich ent­de­cke vie­le land­schaft­li­che Schön­hei­ten und inter­es­san­te Geschich­ten.“ Die hält er mit der Kame­ra fest, damit er sie im Inter­net und auf sei­ner per­sön­li­chen Web­site (www.short-clips.at) mit inter­es­sier­ten Men­schen tei­len kann.

18.06.2022 07:20
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Kärn­ten von oben Ein Mann und sein „Spielzeug“: Gerald Dietrich und die „DJi Mini 2“. Vor eineinhalb Jahren begann der Viktringer mit dem Drohnenfliegen.

© Margit Dietrich