Tag der Pflege (12. Mai)
„Worte reichen nicht!“
Mehr Gehalt, mehr Personal und mehr Freizeit – das sind zusammengefasst die Forderungen der GPA Kärnten für Beschäftigte in Pflegeberufen.
© ÖGB Kärnten
Den bevorstehenden internationalen Tag der Pflege (12. Mai) nimmt die GPA Kärnten, die als Gewerkschaft auch die Beschäftigten in Pflegeberufen vertritt, zum Anlass, um auf Missstände hinzuweisen. „Während im Bund wieder einmal die Mutter aller Pflegereformen angekündigt wird, müssen Beschäftigte in Pflegeberufen nach wie vor regelmäßig auf viele Dinge verzichten“, prangert Jutta Brandhuber, GPA-Geschäftsführerin in Kärnten, an.
Psychisch und physisch gefordert
Sie spricht damit Dinge wie das gemeinsame Sonntagsessen mit der Familie, Kinoabende mit Freunden oder einen ungestörten Kurzurlaub an. Stattdessen stehen, so Brandhuber, Einspringen und kurzfristige Änderungen im Dienstplan an der Tagesordnung. Geteilte Dienste insbesondere im mobilen Bereich sorgen für längere Arbeitstage. „Dienste sind psychisch und physisch extrem fordernd, besonders seit Beginn der Corona-Krise. Es reicht uns“, stellt Brandhuber klar und formuliert eindeutige Forderungen.
Gerechte Work-Life-Balance
Die GPA Kärnten fordert zusätzliche Erholung in Form von Gutstunden für alle Beschäftigten, die Nachtdienste leisten und diese noch nicht gesetzlich oder gemäß Kollektivvertrag erhalten. Ein zusätzlicher freier Tag pro Monat soll weitere Erholung ermöglichen.
Mehr Personal
Die Gewerkschaft weist auch darauf hin, dass um 20 Prozent mehr qualifiziertes Schlüsselpersonal im Gesundheits- und Personalbereich benötigt wird. Eine Offensive in der Aus- und Weiterbildung soll mittel- und langfristig sicherstellen, dass ausreichend Pflegepersonal ausgebildet wird, um Patienten gut betreuen zu können.
Faire Bezahlung
Der nächste Punkt auf der Liste sind vergleichbare Löhne für vergleichbare Arbeit – egal ob in öffentlichen oder privaten Krankenhäusern, Diakonie, Caritas oder anderen Einrichtungen. Außerdem regt die Gewerkschaft einen monatlichen steuerfreien Bonus in Höhe von 150 Euro für Beschäftigte im privaten Gesundheits‑, Sozial- und Pflege- sowie Bildungsbereich während der Corona-Krise als Anerkennung für zusätzliche Schwerstarbeit an.
Mehr Transparenz
Zum Abschluss geht es der Gewerkschaft auch um mehr Transparenz. Beispiel Personal: Die GPA setzt sich für eine Änderung des Kärntner Personalschlüssels in Pflegeheimen in einen Anwesenheitsschlüssel ein. Das heißt: Es ist genau zu definieren, wie viele Mitarbeiter sich auf einer Station zu befinden haben. Fallen diese aus, sind sie zu ersetzen. Die Forderungen umfassen ebenso einheitliche und transparente Personalbedarfsplanung für alle Krankenhäuser und transparentere Heimkontrollen unter verpflichtender Beiziehung des Betriebsrats.