Förderung
Land unterstützt Fernwärme-Ausbau in Klagenfurt
Die Energie Klagenfurt GmbH investierte im Stadtteil Harbach rund 2,5 Millionen Euro. Weitere Stadtteile sollen bald folgen.
© Büro LR Schaar
Vor sieben Jahren betrug der biogene Anteil der Fernwärme in Klagenfurt noch 30 Prozent, im Vorjahr waren es schon 90 Prozent. Mittlerweile können so jedes Jahr rund 65.000 Tonnen CO2 eingespart werden. Das ist ein wesentlicher Beitrag zur erneuerbaren Fernwärme-Versorgung in Klagenfurt und Kärnten. Im Stadtteil Harbach in Klagenfurt investierte die Energie Klagenfurt GmbH (EKG) im Vorjahr 2,5 Millionen Euro in den Netzausbau. Die Landes-Umweltabteilung fördert diesen Leistungsausbau. Landesrätin Sara Scharr, Energie- und Klimaschutz-Referentin des Landes Kärnten, überreichte nun symbolisch die Förderzusage für die erste Rate in Höhe von 95.000 Euro.
Gezielte Fördermaßnahmen
„Gerade im Klagenfurter Becken sieht man, wie wichtig der weitere Ausbau der erneuerbaren Nah- und Fernwärme auch für die Verbesserung der Luft ist. Es ist mir ein Anliegen, dass bestehende Fernwärme-Bereiche wie im vorliegenden Fall verdichtet und erweitert werden. Für die Fernwärme-Errichtung und den Anschluss bietet das Land Kärnten gezielte Fördermaßnahmen“, betonte die Landesrätin.
Smart-City-Wohnprojekt „hi Harbach“
Mit dem geförderten Leitungsprojekt konnte das Gelände für das Smart-City-Wohnprojekt „hi Harbach“ mit umweltfreundlicher Fernwärme erschlossen werden. „Zwei Wohnprojekte der ersten Baustufe sind mittlerweile schon mit Fernwärme versorgt, weitere Objekte befinden sich gerade in Bau“, ist Stadtwerke-Vorstand Erwin Smole über den Baufortschritt erfreut. Mit der neuen Leitung konnte ein in der Nähe befindliches Nahwärme-Netz, das mit Erdgas betrieben wurde, an die Fernwärme der Energie Klagenfurt GmbH angeschlossen werden. Pro Jahr können so rund 800 Tonnen Co2 eingespart werden. „Auch die Fernwärme-Versorgung in Ebenthal und Tessendorf erfolgt aus dem EKG-Fernwärmenetz“, erklärt Smole.
Energie-Umstieg lohnt sich
Mit der Alternativenergie-Förderung unterstützt die Landes-Umweltabteilung Gewerbebetriebe, öffentliche Einrichtungen und gemeinnützige Vereine beim Umstieg von fossilen auf erneuerbare Energieträger. Aus diesem Fördertopf fließen zum Beispiel Mittel für die Errichtung von Holzheizungsanlagen, für Fernwärme-Anschlüsse, für Photovoltaik-Eigenverbrauchsanlagen oder für Stromspeicher, aber auch – wie in diesem Fall – für den Ausbau und die Verdichtung des Fernwärme-Netzes. „Diesen Ausbau fördern Bund und Land gemeinsam, der Restbetrag der Landesförderung – das wären 161.063 Euro – wird nach Endabrechnung der Bundesförderung ausgezahlt. Insgesamt übernehmen Bund und Land ein Viertel der Investitionskosten der Energie Klagenfurt GmbH für das Harbach-Projekt“, fasst Schaar zusammen. Für den Netz-Ausbau in Harbach fließen also 640.158 Euro an Förderungen (Bund: 384.095 Euro, Land: 256.063 Euro).
Die Gesamtfördersumme aus dem Alternativenergie-Fördertopf betrug 2021 über 4,7 Millionen Euro, in diesem Jahr wurden bis dato über 5,5 Millionen Euro ausgeschüttet. Im Vergleich zum 2018 verdreifachten sich diese Mittel.
Fernwärme-Ausbau vorantreiben
„Mit Unterstützung des Landes Kärnten konnte der Fernwärme-Ausbau in den vergangenen sechs Jahren massiv vorangetrieben werden. In diesem Zeitraum wuchs die Anschlusszahl um zwölf Prozent. Pro Jahr werden Objekte im Ausmaß von etwa sieben Megawatt – das entspricht umgerechnet etwa 700 Haushalten – neu an das Fernwärme-Netz angeschlossen“, sagt STW-Vorstand Harald Tschurnig.
Wissenswert
Der Schwerpunkt der EKG-Leitungserrichtung liegt derzeit im Stadtteil Annabichl und im Gewerbegebiet entlang des Südrings. In diesen beiden Ausbaugebieten werden momentan rund 2.500 Meter Fernwärme-Trasse errichtet. Weitere Neuerschließungsgebiete für die kommenden Jahre befinden sich im Bereich des Flughafens, der Schleppe-Kurve, der Feldkirchner Straße und der Koschatstraße.