Naturschutz

Der Wie­sen­vo­gel aus dem fer­nen Asi­en

Das farbenfrohe Gefieder der Hähne hebt sich aus der Landschaft empor. Die Rede ist vom Phasianus colchicus, besser bekannt als Jagdfasan. Leider wird sein Lebensraum in Kärnten immer kleiner.

Der Wie­sen­vo­gel aus dem fer­nen Asi­en Der männliche Jagdfasan fällt vor allem durch sein farbenfrohes Gefieder auf.

© Bernhard Huber

"KLICK Kärnten" auf Google als bevorzugte Nachrichtenquelle festlegen
Anzeige

Der Jagd­fa­san ist das gan­ze Jahr in Kärn­ten zu beob­ach­ten. Genau das ist es, was orni­tho­lo­gisch inter­es­sier­te Per­so­nen so sehr an ihm erfreut. Aller­dings wur­de die­ser Jah­res­vo­gel auf Kärn­tens Fel­dern eine Sel­ten­heit. Heu­te gibt es um 75 Pro­zent weni­ger Tie­re zu ent­de­cken als noch vor zehn Jah­ren. Auch die Zahl der Feld­ha­sen ist rück­läu­fig – in den ver­gan­ge­nen Jah­ren um mehr als 60 Pro­zent. „Die­se Nie­der­wild­ar­ten sind soge­nann­te Zei­ger. Sie machen den Bio­di­ver­si­täts­ver­lust deut­lich“, klagt Andre­as Klee­wein, Vogel­ex­per­te von „Bird­life Kärn­ten“.

Aus Asi­en ein­ge­schlepp­te Tier­art

Ursprüng­lich lag das Ver­brei­tungs­ge­biet des Fasans in den zen­tral- und mit­tel­asia­ti­schen Tro­cken­ge­bie­ten sowie in Japan und Tai­wan. Ers­te „Ein­bür­ge­run­gen“ in Mit­tel­eu­ro­pa wur­den aber schon um 800 nach Chris­tus durch­ge­führt. „Somit ist der Fasan kei­ne hei­mi­sche Brut­vo­gel­art und zählt in Euro­pa zu den Archäo­zoen, also zu einer nach Kärn­ten ein­ge­führ­ten Tier­art“, klärt der Exper­te auf. Ver­bau­ung, Land­wirt­schaft, Tou­ris­mus, Insek­ten­ster­ben, das ver­än­der­te Kli­ma und Beu­te­grei­fer machen dem Tier aber schwer zu schaf­fen.

Mäh­ter­mi­ne, Insek­ten­ster­ben & Kli­ma

Der Ver­lust des Lebens­raums ist auch auf die groß­räu­mi­ge Ver­bau­ung zurück­zu­füh­ren. Dazu kam die inten­si­vier­te land­wirt­schaft­li­che Nut­zung, die das Über­le­ben des Fasans als boden­brü­ten­de Vogel­art in den ver­gan­ge­nen Jah­ren schwer mach­te. Klee­wein: „Teil­wei­se wer­den die Bestän­de nur durch das Aus­set­zen der Tie­re oder durch inten­si­ve Zufüt­te­rung sei­tens der Kärnt­ner Jäger­schaft auf­recht­erhal­ten.“ Vor allem frü­he Mäh­ter­mi­ne sind es, die dem Tier der­art zusetz­ten.

Anzei­ge
Die Weib­chen des Jagd­fa­sans bestechen durch ein schlich­tes Feder­kleid.
© Bern­hard Huber

Tier­be­stand hat sich hal­biert

Der Tier­be­stand ist ten­den­zi­ell rück­läu­fig. Vor 15 Jah­ren gab es in Kärn­ten noch zwi­schen 1.000 und 2.000 Brut­paa­ren. Bis heu­te hal­bier­te sich die­se Sum­me in etwa. Das spie­gelt sich auch in der Jagd­stre­cke wider, die in den 70er Jah­ren ihren Höhe­punkt erreich­te und seit­dem kon­ti­nu­ier­lich abnimmt. Fasa­ne sind von Mit­tel- bis Unter­kärn­ten zu fin­den. Am Ehes­ten las­sen sich die Tie­re auf Wie­sen mit Becken­la­gen, durch­setzt mit Äckern und Feld­ge­höl­zen, oder in Auwäl­dern, meist unter 600 Metern See­hö­he, auf­spü­ren. Das Krapp­feld, Zoll­feld, Glan­tal, Kla­gen­fur­ter Becken, Völ­ker­markt oder das Lavant­tal wer­den von ihnen besie­delt, hof­fent­lich auch die nächs­ten Jah­re …

01.10.2022 13:00 - Update am: 01.10.2022 13:11
Anzeige
Der Wie­sen­vo­gel aus dem fer­nen Asi­en Der männliche Jagdfasan fällt vor allem durch sein farbenfrohes Gefieder auf.

© Bernhard Huber