„Zerza“-Bauer

Ein Bau­er mit vie­len Talen­ten

Der „Zerza“-Bauer in Treßdorf bei Kirchbach im Gailtal stellte seinen Betrieb auf mehrere Standbeine. Um welche handelt es sich? Heimo Oberauner im Gespräch mit „KLiCK Kärnten“.

Ein Bau­er mit vie­len Talen­ten Silvia und Heimo Oberauner am Bauernmarkt

© kope

"KLICK Kärnten" auf Google als bevorzugte Nachrichtenquelle festlegen
Anzeige

Auf exakt 627 Metern See­hö­he bewirt­schaf­ten Sil­via und Heimo Oberau­ner den „Zerza“-Hof in Treß­dorf bei Kirch­bach im Gail­tal. Der land­wirt­schaft­li­che Betrieb wur­de bereits im 13. Jahr­hun­dert erst­ma­lig urkund­lich erwähnt. Im Fami­li­en­be­sitz befin­det sich der „Zerza“-Hof seit dem 17. Jahr­hun­dert. Heimo Ober­rau­ner über­nahm den Erb­hof im Jahr 2004 von sei­nem Onkel Her­mann. Seit­her änder­te sich eini­ges.

Die Rin­der­zucht

„Unser Betrieb ist sehr viel­fäl­tig. Wir haben eine Rin­der­zucht mit 40 Pinz­gau­er-Rin­dern, davon wer­den 14 Stück gemol­ken. Die männ­li­chen Jung­rin­der kom­men zwei Jah­re auf die Alm, danach ver­ar­bei­ten wir sie. Das Fleisch lan­det im Glas als Sau­ce Bolo­gne­se, Chi­li con Car­ne, Rinds­gu­lasch und Rind­sup­pe“, erzählt der inno­va­ti­ve Land­wirt im Gespräch mit „KLiCK Kärn­ten“. Neben der Rin­der­zucht gibt es wei­te­re Stand­bei­ne. Wei­te­re Ein­künf­te sichern dem Betrieb der Kar­tof­fel­an­bau mit 20 ver­schie­de­nen Sor­ten, die Hal­tung von Manga­litza-Schwei­nen sowie die Her­stel­lung von Essig, Obst­brän­den und Likö­ren. Ehe­frau Sil­via ani­mier­te ihren Bau­er auch dazu, den „Gail­ta­ler Zin“ her­zu­stel­len. „Gin“ dür­fen die Land­wir­te ihr Pro­dukt aus mar­ken­tech­ni­schen Grün­den nicht nen­nen.

Die Kar­tof­fel

Wie kam es zum Kar­tof­fel­an­bau in gro­ßem Stil? „Unse­re Über­le­gung war es, ent­we­der mit dem Zucht­be­trieb grö­ßer zu wer­den und mehr Zeit im Stall zu ver­brin­gen, oder in der Natur und im Frei­em. So haben wir uns im Jahr 2011 ent­schlos­sen, mit dem Kar­tof­fel­an­bau zu begin­nen“, schil­dert Oberau­ner. Gestar­tet wur­de mit einer Anbau­flä­che von einem Vier­tel Hekt­ar, inzwi­schen sind es vier Hekt­ar und 20 Kar­tof­fel­sor­ten. „Dar­un­ter sind Sor­ten wie Aga­ta, Dit­ta, Red Fan­ta­sy, Agria, Her­mes Vio­let­ta oder rote Emma­lie“, lis­tet der „Zerza“-Bauer auf. Zahl­rei­che Ab-Hof-Kun­den und Gail­ta­ler Gas­tro­no­men zäh­len zu den Haupt­ab­neh­mern der begehr­ten Kar­tof­feln. Jene, die nicht zu ver­mark­ten sind, wer­den an die hof­ei­ge­nen Manga­litza-Schwei­ne ver­füt­tert. So ent­steht Fleisch von hoher Qua­li­tät. Man braucht nicht nur weni­ger Kraft­fut­ter, die Rüs­sel­tie­re bear­bei­ten auch den Acker nach der Ern­te, indem sie in der Erde ver­blie­be­ne Kar­tof­feln suchen und Insek­ten wie Draht­wür­mer auf­spü­ren.

Das Getrei­de

Auch am Getrei­de­sek­tor sind die Oberau­ners tätig. „Wir sind gera­de dabei, Brau­gers­te anzu­bau­en. Ein Ver­such ist auch der Nackt­ha­fer, aus dem wir Reis und Flo­cken pro­du­zie­ren. Bekannt sind wir außer­dem für unser Polen­ta-Mehl aus einer alten Mais­sor­te“, ver­rät Oberau­ner.

23.10.2022 05:00
Anzeige
Ein Bau­er mit vie­len Talen­ten Silvia und Heimo Oberauner am Bauernmarkt

© kope