Kollektivvertrag
Großer Unmut bei Bediensteten im Kärntner Handel
Kommt es am 22. November 2022 beim Kollektivvertrag erneut zu keiner Annäherung zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretung, kündigt die Gewerkschaft (GPA Kärnten) an, Betriebsversammlungen in ganz Kärnten fortzusetzen und Streikbeschlüsse einzuholen.
© GPA Kärnten
Der Unmut unter den Bediensteten im Kärntner Handel ist groß. Nach dem Scheitern der dritten Verhandlungsrunde zum Kollektivvertrag finden nun Kundgebungen im öffentlichen Raum statt. Kommt es am 22. November 2022 erneut zu keiner Annäherung zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretung, kündigt die Gewerkschaft an, Betriebsversammlungen in ganz Kärnten fortzusetzen und Streikbeschlüsse einzuholen.
Erhöhung von zehn Prozent gefordert
Worum geht es konkret? Während die Arbeitgeber vier Prozent Gehaltserhöhung und eine dreiprozentige Einmalzahlung abhängig vom Gehalt bieten, fordert die Gewerkschaft GPA eine dauerhafte und nachhaltige Gehaltserhöhung von zehn Prozent. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Handel sind ausgesprochen enttäuscht und verärgert. Die Bereitschaft für einen Arbeitskampf ist daher auch entsprechend hoch“, berichtet Günther Granegger, Handelssekretär der Gewerkschaft GPA Kärnten.
Kritik an Einmalzahlung
Scharfe Kritik übt die Gewerkschaft vor allem am Angebot einer Einmalzahlung für die Handelsbeschäftigten. „Eine Einmalzahlung ist ein riesiges Verlustgeschäft für die Beschäftigten im Handel – die Arbeitgeber wissen das ganz genau. Sie wirkt weder bei Überstunden noch bei sonstigen von der Dienstzeit abhängigen Ansprüchen und schon gar nicht bei der Pension“, begründet Granegger. Nachsatz: „Das einzige Positive an einer Einmalzahlung ist, dass sich der Arbeitgeber dadurch viele tausend Euro auf den Rücken der Beschäftigten spart.“

In der Öffentlichkeit ein Zeichen setzen
In Wien und Salzburg finden heute Kundgebungen statt, um auch in der Öffentlichkeit ein Zeichen zu setzen. Am 22. November 2022 ist ein weiterer Verhandlungstermin angesetzt. Sollte es dann erneut zu keiner Annäherung kommen, werden auch in den Handelsbetrieben die Betriebsversammlungen wieder aufgenommen. „Dann werden wir die Beschäftigten aber nicht nur über den Stand der Verhandlungen informieren, sondern wir werden die Streikbeschlüsse einholen“, erklärt Granegger.
35.000 Handelsbeschäftigte in Kärnten
Der Unmut unter den Bediensteten ist eben enorm. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Handel haben sich eine faire Gehaltserhöhung verdient und sind daher auch bereit, mit uns dafür zu kämpfen“, versichert der GPA-Handelssekretär. In Kärnten sind aktuell rund 35.000 Handelsbeschäftige von den Kollektivvertrag-Verhandlungen betroffen.