Maßnahmenpaket 2023

Vie­le Neue­run­gen für Pfle­ge in Kärn­ten

Im Laufe des heurigen Jahres tritt ein umfangreiches Maßnahmen-Paket in Kraft . Der Pflegeschlüssel wird weiter gesenkt, indem zusätzliches Entlastungspersonal aufgenommen wird. In den letzten vier Jahren wurde um 385 Vollzeit-Pflegekräfte aufgestockt.

Vie­le Neue­run­gen für Pfle­ge in Kärn­tenPressekonferenz "Pflege in Kärnten 2023" mit Valid Hanuna von Gewerkschaft GPA, Landeshauptmann-Stellvertreterin Beate Prettner und Abteilungsleiter Günther Wurzer (von links)

© Büro LHStv.in Prettner

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„Unser Ziel war und ist es, pfle­ge­be­dürf­ti­gen Men­schen eine gute und herz­li­che Betreu­ung zu sichern. Die­se steht und fällt mit einem Pfle­ge­per­so­nal, das zum einen in aus­rei­chen­der Zahl vor­han­den ist und zum ande­ren nicht über­las­tet ist“, zeig­ten sich ges­tern, Don­ners­tag, Gesund­heits­re­fe­ren­tin Bea­te Prett­ner, Abtei­lungs­lei­ter Gün­ther Wur­zer und Valid Hanuna von der Gewerk­schaft GPA bei einer gemein­sa­men Pres­se­kon­fe­renz einig und über­zeugt.

178 neue Voll­zeit­kräf­te für Pfle­ge

Seit vier Jah­ren sind zahl­rei­che Maß­nah­men gesetzt wor­den, die zum Teil durch die enor­men Belas­tun­gen wäh­rend der Coro­na­zeit „geschluckt“ wur­den. „Wir haben den Mit­ar­bei­ter­stand in unse­ren 78 Pfle­ge­hei­men in der Zeit um 209 Voll­zeit­stel­len erhöht. Und ab Jän­ner kom­men 176 wei­te­re Voll­zeit­stel­len dazu. Wir spre­chen also von einem Plus von 385 Voll­zeit­be­schäf­tig­ten seit 2018“, erklär­te Prett­ner. Par­al­lel dazu sei der Pfle­ge­schlüs­sel bis Ende 2022 von 1:2,5 (eine Pfle­ge­kraft für 2,5 Heim­be­woh­ner) auf 1: 2,336 (1 Pfle­ge­kraft für 2,336 Bewoh­ner) gesun­ken. „Und ab Jän­ner sinkt er wei­ter auf 1:2,29 und in Hei­men mit vie­len demenz­er­krank­ten Per­so­nen auf 1:2,11“, infor­mier­te die Gesund­heits­re­fe­ren­tin. Laut ihr wer­den die zusätz­li­chen 120 Unter­stüt­zungs­kräf­te, die ab Jän­ner das Pfle­ge­per­so­nal ent­las­ten wer­den, nicht in den Pfle­ge­schlüs­sel ein­ge­rech­net. „Wir rech­nen auch unse­re rund 45 Ani­ma­ti­ons­kräf­te nicht in den Pfle­ge­schlüs­sel ein. Auch die Besuchs­ma­na­ger wer­den nicht ein­ge­rech­net. Wenn wir das tun wür­den, kämen wir gene­rell auf einen Schlüs­sel von 1: 2,17“, sag­te Prett­ner.

1.000 Euro net­to für Pfle­ge-Aus­zu­bil­de­ne

Die gro­ße Her­aus­for­de­rung im Pfle­ge­be­reich sei – wie aktu­ell in allen Bran­chen – die per­so­nel­le Situa­ti­on: In der Pfle­ge vor allem auf­grund der Demo­gra­fie, auf­grund der hohen Teil­zeit­quo­te und auf­grund der Wochen­ar­beits­zeit von 37 Stun­den. Prett­ner: „Hat­ten wir in Kärn­ten im Jahr 1961 noch 10.700 Gebur­ten, sind es aktu­ell nur noch rund 4.700 Gebur­ten pro Jahr. Auf der ande­ren Sei­te ver­dop­pelt sich aber die Zahl der älte­ren und pfle­ge­be­dürf­ti­gen Men­schen“. „Aus die­sem Grund hat Kärn­ten als ein­zi­ges Bun­des­land par­al­lel zur Aus­bil­dungs­prä­mie für alle Pfle­ge­schü­le­rin­nen und Pfle­ge­schü­ler (600 Euro net­to pro Monat; 12 Mal im Jahr) eine zwei­te bezahl­te Aus­bil­dungs­of­fen­si­ve gestar­tet: Seit Sep­tem­ber 2022 kön­nen Aus­zu­bil­den­de für die Pfle­ge­fach­as­sis­tenz ein Ange­stell­ten­ver­hält­nis ab dem ers­ten Schul­tag in Anspruch neh­men – mit 1000 Euro net­to, 14 Mal im Jahr.“ Zudem wer­de Kärn­ten 2023 regio­na­le Aus­bil­dungs­schwer­punkt zur Heim­hil­fe set­zen – vor allem in den Regio­nen Her­ma­gor und Vil­lach Land. „Und wir wer­den auch im Bereich der Aner­ken­nun­gen und Nostri­fi­ka­tio­nen von aus­län­di­schen Fach­kräf­ten die Ver­fah­ren erleich­tern und Hei­me dahin­ge­hend unter­stüt­zen“, sag­te Prett­ner.

Arbeits­zeit­ver­kür­zung auf 35 Stun­den mög­lich

Für Valid Hanuna sind die bezahl­te Aus­bil­dung, Ani­ma­ti­ons­kräf­te und das zusätz­li­che Unter­stüt­zungs­per­so­nal gro­ße Schrit­te.“ Eine „brach­lie­gen­de Res­sour­ce“ orte­te Hanuna bei der Teil­zeit­quo­te: „Wenn sich die Rah­men­be­din­gun­gen bes­sern, wer­den die Arbeit­neh­mer ani­miert wer­den kön­nen, ihre Arbeits­zei­ten wie­der zu erhö­hen“, mein­te er.  Daher fin­det er auch kei­nen Wider­spruch zum Per­so­nal­eng­pass, eine For­de­rung nach einer wei­te­ren Arbeits­zeit­ver­kür­zung auf 35 Stun­den zu erhe­ben: „Ich bin über­zeugt, dass wir dafür kei­ne zusätz­li­chen Arbeits­kräf­te benö­ti­gen. Wir wür­den das mit dem der­zei­ti­gen Per­so­nal schaf­fen.“

Zahl­rei­che Neue­run­gen ab ers­ten Juli 2023

„Abge­se­hen von den per­so­nel­len Wei­ter­ent­wick­lun­gen bringt das Jahr 2023 ein gan­zes Paket an zusätz­li­chen Ver­bes­se­run­gen“, infor­mier­te Abtei­lungs­lei­ter Gün­ter Wur­zer. Dazu gehö­ren: Ab ers­ten  Juli 2023 wird die Bestel­lung eines Sicher­heits­be­auf­trag­ten je Pfle­ge-Ein­rich­tung ver­pflich­tend. Ab dem Zeit­punkt wird auch die Vor­la­ge eines Sicher­heits­kon­zep­tes für die Black-out-Vor­sor­ge ver­pflich­tend. Par­al­lel dazu wer­den durch eine Ände­rung im Kärnt­ner Heim­ge­setz ist Qua­li­täts­ent­wick­lung und Qua­li­täts­si­che­rung mit einer Über­gangs­frist als Muss-Maß­nah­men fest­ge­schrie­ben“, erklär­te Wur­zer. Eine wich­ti­ge Maß­nah­me sieht er bei den Ver­bes­se­run­gen in der Über­gangs­pfle­ge (= Auf­nah­me in einem Pfle­ge­heim nach einem Kran­ken­haus­auf­ent­halt, weil eine Betreu­ung zu Hau­se nicht gewähr­leis­tet wer­den kann): „Erst­mals wird die Über­gangs­pfle­ge im Gesetz ver­an­kert, und der Selbst­be­halt wird gestri­chen. Das heißt, der Auf­ent­halt im Pfle­ge­heim ist ab heu­er kos­ten­los. Zudem wird die Inan­spruch­nah­me von 28 Tagen auf 42 Tage pro Jahr erhöht“, ergänz­te er. Wei­ter aus­ge­baut wer­den die Tages­stät­ten, die mobi­len Diens­te und die betreu­ten Wohn­for­men. „Allei­ne bei den Tages­tät­ten kom­men im Lau­fe des heu­ri­gen Jah­res vier Stand­or­te mit 58 Plät­zen dazu“, infor­mier­te der Abtei­lungs­lei­ter. Mit einem „Schub“ rech­net er auch bei den Mobi­len Diens­ten: „Wir bie­ten bereits mehr als 1,1 Mil­lio­nen Stun­den pro Jahr an. Mit der Sen­kung der Selbst­be­hal­te um ein Drit­tel seit Dezem­ber 2022 wird es wohl zu einer wei­te­ren Erhö­hung kom­men.“

Die Kärnt­ner Pfle­ge­ein­rich­tun­gen

  • Alten- und Pfle­ge­hei­me: 78 (inkl. Abtei­lun­gen Chro­nisch Kran­ke: 82)
  • 5.900 Plät­ze
  • 3.200 Mit­ar­bei­te­rIn­nen in der sta­tio­nä­ren Alten­pfle­ge
  • Mobi­le Diens­te: ca. 1,1 Mio. Stun­den pro Jahr; 11.000 Kli­en­tIn­nen; 1.400 Mit­ar­bei­te­rIn­nen
  • Alter­na­ti­ve Lebens­räu­me: 22 Stand­or­te; 110 Bewoh­ne­rIn­nen
  • Tages­stät­ten: 11 mit 154 Plät­zen (2023: plus 4 Tages­stät­ten mit 58 zusätz­li­chen Plät­zen)
    Betreu­te Wohn­for­men
  • Pfle­ge­n­ah­ver­sor­gung: in 93 Gemein­den (und 320 Ehren­amt­li­che im Pro­jekt „Ehren­amt“)
05.01.2023 08:00 - Update am: 05.01.2023 18:15
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Vie­le Neue­run­gen für Pfle­ge in Kärn­tenPressekonferenz "Pflege in Kärnten 2023" mit Valid Hanuna von Gewerkschaft GPA, Landeshauptmann-Stellvertreterin Beate Prettner und Abteilungsleiter Günther Wurzer (von links)

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