Umfrage-Ergebnis

Kärnt­ner tref­fen Vor­sor­ge trotz Infla­ti­on

Die Corona-Pandemie, der Ukraine-Krieg, eine explodierende Inflation und der Klimawandel sind Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt. Umstände, die sich nicht nur finanziell bemerkbar machen, sondern mittlerweile Auswirkungen auf sämtliche Lebensbereiche der Kärntner haben. Das ergab eine Umfrage von IMAS Austria, im Auftrag von Erste Bank, Sparkassen und Wiener Städtische.

Kärnt­ner tref­fen Vor­sor­ge trotz Infla­ti­on Pressegespraech Vorsorgestudie 2023: Michael Koren, Gabriele Semmelrock-Werzer und Manfred Bartalszky (von links)

© Hannes Krainz/Kärntner Sparkasse

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Befragt man die Kärnt­ner, was ihre Erwar­tun­gen in Bezug auf die wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung und eine mög­li­che Ver­än­de­rung der per­sön­li­chen Lebens­qua­li­tät in den kom­men­den Mona­ten betrifft, gehen 71 Pro­zent von einer Ver­schlech­te­rung aus, 19 Pro­zent erwar­ten ein Gleich­blei­ben und ledig­lich sie­ben Pro­zent eine Ver­bes­se­rung. „Obwohl der­zeit die finan­zi­el­len Belas­tun­gen durch die hohe Infla­ti­on spür­bar stei­gen, sehen wir, dass die Men­schen beson­ders in Kri­sen­zei­ten Sicher­heit und Halt suchen. In der Alters­vor­sor­ge hat die expan­si­ve Geld­po­li­tik der Euro­päi­sche Zen­tral­bank (EZB) in der letz­ten Deka­de den Spa­rern sowie Vor­sor­ge­wil­li­gen eini­ges abver­langt. Doch die­se Pha­se ist jetzt vor­bei, die Zins­wen­de soll­te hier eine Trend­wen­de brin­gen“, sagt Man­fred Bar­tals­z­ky, Vor­stand der Wie­ner Städ­ti­schen und ver­ant­wort­lich für den Ban­ken­ver­trieb Mar­ke s Ver­si­che­rung.

Men­schen rüs­ten sich für die Zukunft

Auf­fal­lend ist, dass die Bedeu­tung der pri­va­ten finan­zi­el­len Vor­sor­ge mit 90 Pro­zent auch in Kärn­ten eine sehr hohe ist und die Auf­wen­dun­gen für Pen­si­ons- und Gesund­heits­vor­sor­ge öster­reich­weit mit durch­schnitt­lich 247 Euro pro Monat (2021: 226 Euro) noch nie höher waren. Auf die Fra­ge nach den Top-Vor­sor­ge­the­men der Kärntner:innen, also jenen Lebens­be­rei­chen, für die man jeden­falls ger­ne bereit ist, pri­vat ergän­zend vor­zu­sor­gen, fällt das Ergeb­nis klar aus: auf Platz 1 mit 74 Pro­zent kommt die finan­zi­el­le Reser­ve für Kri­sen­fäl­le, gefolgt vom The­ma Gesund­heit (69 Pro­zent) und der pri­va­ten finan­zi­el­len Vor­sor­ge für die Pen­si­on mit 65 Pro­zent Zustim­mung. Platz 4 mit 62 Pro­zent der Nen­nun­gen geht an die Vor­sor­ge für die Fami­lie. „Aber ent­ge­gen aller Wid­rig­kei­ten blei­ben die Kärntner:innen opti­mis­tisch: 56 Pro­zent der Befrag­ten im Land sind trotz der aktu­ell schwie­ri­gen Situa­ti­on zuver­sicht­lich und rech­nen damit, dass die Zei­ten auch wie­der bes­ser wer­den,“ so Micha­el Koren, Bereichs­lei­ter Pri­vat­kun­den in der Kärnt­ner Spar­kas­se, zum Sta­tus quo im Land.

Mul­ti­kri­sen zei­gen Ein­fluss auf Vor­sor­ge­ver­hal­ten

Gefragt, wie stark die unter­schied­li­chen Kri­sen unse­ren All­tag – also die Art wie wir leben, ein­kau­fen, arbei­ten oder den­ken – ver­än­dern, gehen 82 Pro­zent der Kärnt­ner von einer star­ken Ver­än­de­rung aus. Dem­zu­fol­ge haben sehr vie­le Men­schen in ihrem unmit­tel­ba­ren Lebens­um­feld in den letz­ten Mona­ten bereits Vor­sor­ge­hand­lun­gen gesetzt: 56 Pro­zent der Kärnt­ner Bevöl­ke­rung haben ihre Lebens­mit­tel­vor­rä­te auf­ge­stockt, 35 Pro­zent sich Reser­ven an Bat­te­rien zuge­legt und 33 Pro­zent haben sich einen Vor­rat an Brenn­holz besorgt. Wei­te­re 26 Pro­zent haben sich mit Was­ser­vor­rä­ten ein­ge­deckt und eine finan­zi­el­le Vor­sor­ge fürs Alter getrof­fen. Bar­tals­z­ky: „Trotz der auf durch­schnitt­li­chen 247 Euro gestie­ge­nen pri­va­ten Vor­sor­ge für Pen­si­ons- und Gesund­heits­vor­sor­ge öster­reich­weit, geben 42 Pro­zent (in Kärn­ten sind es sogar 47 Pro­zent) der Befrag­ten an, ihre Vor­sor­ge­stra­te­gie wei­ter ver­än­dern zu wol­len. Jeder Sie­ben­te in Öster­reich möch­te in Zukunft noch mehr Geld in die pri­va­te finan­zi­el­le Vor­sor­ge inves­tie­ren. Ein sehr ver­nünf­ti­ger Zugang, weil die Infla­ti­on lei­der auch die Höhe der pri­va­ten Alters­vor­sor­ge schmä­lert.“

 Anla­ge-Klas­si­ker wei­ter­hin gefragt

In der vor­lie­gen­den Umfra­ge wur­den die Kärntner:innen auch gefragt, wel­che Ver­an­la­gungs­kri­te­ri­en ihnen bei der finan­zi­el­le Vor­sor­ge wich­tig sind. Dabei zeigt sich, dass das wich­tigs­te Kri­te­ri­um mit 47 Pro­zent eine Kapi­tal­ga­ran­tie ist, gefolgt von einer mög­lichst hohen Fle­xi­bi­li­tät der Pro­duk­te und dem Wunsch nach Sicher­heit bezie­hungs­wei­se einem mög­lichst gerin­gen Risi­ko in der Ver­an­la­gung mit jeweils 46 Pro­zent. Danach fol­gen Trans­pa­renz (37 Pro­zent), per­sön­li­che Bera­tung (34 Pro­zent) und hohe Ren­di­ten bzw. Zin­sen mit 33 Pro­zent. Dem­zu­fol­ge ist die gro­ße Kon­stanz der Klas­si­ker bei den bereits genutz­ten Spar- und Ver­an­la­gungs­pro­duk­ten unüber­seh­bar, selbst wenn eini­ge etwas an Attrak­ti­vi­tät ein­ge­büßt haben: Die Top 3 Vor­sor­ge­pro­duk­te der Kärnt­ner sind die Lebens­ver­si­che­rung (56 Pro­zent) gefolgt vom Spar­buch (48 Pro­zent und dem Bau­spar­ver­trag (44 Pro­zent). „Es zeigt sich ein­mal mehr, dass die Men­schen in schwie­ri­gen Zei­ten wie­der ganz mas­siv auf das The­ma Sicher­heit set­zen. Dabei soll­te jedoch auf die Bei­mi­schung von Wert­pa­pie­ren und Fonds nicht ver­ges­sen wer­den, da man – Stich­wort Nied­rig­zins bei stei­gen­der Infla­ti­on – ansons­ten Gefahr läuft kei­ne Erträ­ge zu erzie­len“, sagt Koren.

Bemer­kens­wert: Auch wenn das The­ma der nach­hal­ti­gen Ver­an­la­gung im Jahr 2022 etwas an Schwung ver­lo­ren hat, gibt bereits mehr als jeder zwei­te Befrag­te (53 Pro­zent) an, dass ihm Nach­hal­tig­keit bei Vor­sor­ge- und Ver­si­che­rungs­pro­duk­ten wich­tig ist. Und: Der Grup­pe der 16 bis 29-Jäh­ri­gen liegt die­ses The­ma beson­ders am Her­zen.

16.02.2023 10:00
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Kärnt­ner tref­fen Vor­sor­ge trotz Infla­ti­on Pressegespraech Vorsorgestudie 2023: Michael Koren, Gabriele Semmelrock-Werzer und Manfred Bartalszky (von links)

© Hannes Krainz/Kärntner Sparkasse