Wohnbaustudie 2023

Der Wunsch nach Eigen­tum ist wei­ter unge­bro­chen

Ob die Pandemie, die das Büro in die eigenen vier Wände brachte oder die Energiekrise, die die Wohnkosten für alle spürbar teurer machte – kaum ein Bereich ist so von den Krisen der letzten Jahre betroffen wie das Wohnen.

Der Wunsch nach Eigen­tum ist wei­ter unge­bro­chen Wohnbau und Sanieren sind wichtige Themen für die Kärntner:innen. Harald Tschitschnig (Leiter Bauen&Wohnen Kärntner Sparkasse) und Robert Haubiz (Geschäftsführer sREAL Kärnten) in der „Schalterhalle“ der Sparkasse-Zentrale am Neuen Platz, die generalsaniert wird.

© Eggenberger, Kärntner Sparkasse

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Eine aktu­el­le, reprä­sen­ta­ti­ve INTE­GRAL-Stu­die im Auf­trag von Ers­te Bank und Spar­kas­sen sowie s REAL zeich­net ein Stim­mungs­bild, wie die Kärtnt­ner ihre Wohn­si­tua­ti­on selbst wahr­neh­men und wie sie ihre Zukunft pla­nen.

„Der Traum von den eige­nen vier Wän­den darf nicht plat­zen. Wir ste­hen für die Finan­zie­rung von Wohn­ei­gen­tum bereit. Es braucht hier aber von allen Akteu­ren ein kla­res Bekennt­nis, den Auf­bau von Eigen­tum zu för­dern und die aktu­ell gel­ten­de Rege­lung wei­ter anzu­pas­sen”, sagt Harald Tschit­sch­nig, Lei­ter Bauen&Wohnen in der Kärnt­ner Spar­kas­se AG.

Vier von fünf Kärntner:innen sind mit ihrer der­zei­ti­gen Wohn­si­tua­ti­on zufrie­den. „Woh­nen ist ein wich­ti­ger Fak­tor für die Lebens­qua­li­tät. Umso erfreu­li­cher ist es, dass die Kärntner:innen mit ihrer Wohn­si­tua­ti­on groß­teils zufrie­den sind. Die Grün­de dafür vari­ie­ren je nach Lebens­pha­se. Für jun­ge Men­schen ist es die Infra­struk­tur, für älte­re die Wohn­ge­gend – für alle bleibt aber auch die Leist­bar­keit ein The­ma“, so Robert Hau­biz, Geschäfts­füh­rer s REAL Immo­bi­li­en Kärn­ten.“

Wohn- und Ener­gie­kos­ten als Unzu­frie­den­heits­fak­to­ren

Trotz aller Zufrie­den­heit ste­hen zwei The­men bei den Kärntner:innen klar im Fokus: Wohn­kos­ten und Ener­gie­ef­fi­zi­enz. So wür­den sich 60 Pro­zent der Befrag­ten eine Ver­bes­se­rung bei den Ener­gie- und 51 Pro­zent bei den Wohn­kos­ten wün­schen. Zusätz­lich ist aber vie­len Kärntner:innen auch das The­ma Nach­hal­tig­keit wich­tig: 63 Pro­zent wol­len bei der Ener­gie- oder Heiz­form nach­bes­sern, 50 Pro­zent in die Nach­hal­tig­keit ihres Wohn­ge­bäu­des inves­tie­ren. Ein Grund für den gro­ßen Nach­hol­be­darf ist das Alter vie­ler Wohn­im­mo­bi­li­en in Kärn­ten. Die Mehr­heit der Kärntner:innen (53 Pro­zent) gibt an, in Gebäu­den zu leben, die zwi­schen 15 und 60 Jah­re alt sind. Jede:r Fünf­te lebt nach eige­ner Aus­sa­ge in Gebäu­den, die älter als 60 Jah­re sind.

Die Kärnt­ner sind aber gewillt, etwas dage­gen zu tun. So plant mit 31 Pro­zent fast ein Drit­tel der Hausbesitzer:innen einen Hei­zungs­wech­sel oder eine ther­mi­sche Sanie­rung.

„Die Bedeu­tung der Ener­gie­ef­fi­zi­enz hat inzwi­schen einen viel höhe­ren Stel­len­wert. Der Neu­bau­markt reagiert bereits dar­auf und setzt ver­mehrt auf Wär­me­pum­pen und Kli­ma­zer­ti­fi­ka­te. Alte Immo­bi­li­en müs­sen in punc­to Tech­nik, Heiz­sys­tem und Nach­hal­tig­keit nach­rüs­ten“, so Robert Hau­biz wei­ter.

Kärnt­ner wün­schen sich Eigen­tum

Nach ihrer bevor­zug­ten Wohn­form gefragt, geben 53 Pro­zent der Kärntner:innen an, Eigen­tum der Mie­te vor­zu­zie­hen. Eine Erklä­rung, woher der Wunsch nach Eigen­tum kommt, liegt dar­in, dass der Groß­teil die Vor­tei­le einer eige­nen Immo­bi­lie erkannt hat. So stim­men 93 Pro­zent der Befrag­ten der Aus­sa­ge zu, dass „Immo­bi­li­en eine wert­be­stän­di­ge Anla­ge für die Zukunft sind“. 80 Pro­zent mei­nen, damit „eine Sor­ge weni­ger haben, wenn die Woh­nung oder das Haus abbe­zahlt ist“ und 75 Pro­zent „zah­len lie­ber die Kre­dit­ra­te als Mie­te, damit das Haus oder die Woh­nung irgend­wann ihnen gehört“. Harald Tschit­sch­nig, Lei­ter Bauen&Wohnen in der Kärnt­ner Spar­kas­se dazu: „Eigen­tum bie­tet nicht nur Unab­hän­gig­keit, es ist auf lan­ge Sicht auch eine wesent­li­che Vor­sor­ge­kom­po­nen­te. Und spe­zi­ell in der Pen­si­on erwei­tert ein abbe­zahl­tes Eigen­heim den finan­zi­el­len Spiel­raum und leis­tet damit einen essen­zi­el­len Bei­trag zur Prä­ven­ti­on von Alters­ar­mut.“

Finan­zie­rung – quo vadis?

Bleibt die Fra­ge nach der Finan­zie­rung. Die gestal­tet sich in Zei­ten stei­gen­der Zin­sen und her­aus­for­dern­der Regu­la­to­rik oft­mals schwie­rig. Und dann sind da noch die wei­ter­stei­gen­den Immo­bi­li­en­prei­se. Auch die durch­schnitt­li­chen Mie­ten und Betriebs­kos­ten stei­gen, laut Sta­tis­tik Aus­tria mit Ende 2022 um sie­ben Pro­zent im Ver­gleich zum Vor­jahr, wäh­rend im Juli wei­te­re Erhö­hun­gen fol­gen. „Sofern man die not­wen­di­ge finan­zi­el­le Basis hat, soll­te man sich da die Fra­ge stel­len, ob nicht Kre­dit­ra­te statt Mie­te mehr Sinn macht. Mit fal­len­den Zin­sen ist so bald nicht zu rech­nen, die Mie­ten stei­gen wäh­rend­des­sen wei­ter – mit einem Fix­zins­kre­dit zieht man lang­fris­tig die Kos­ten­brem­se“, streicht Tschit­sch­nig her­aus.

Ener­gie­kri­se, Infla­ti­on und kon­junk­tu­rel­le Abküh­lung haben in Kom­bi­na­ti­on mit zuneh­men­der Regu­la­to­rik in Form der KIM-Ver­ord­nung dazu geführt, dass sich das Wachs­tum der Wohn­kre­di­te am Gesamt­markt zuletzt ver­lang­sam­te. Aber der Bedarf an Finan­zie­run­gen besteht wei­ter, laut Umfra­ge wol­len 30 Pro­zent von jenen, die in den nächs­ten Jah­ren einen Umzug pla­nen, ihr neu­es Zuhau­se mit­tels Kre­dit oder Dar­le­hen finan­zie­ren. Harald Tschit­sch­nig dazu: „Die wirt­schaft­li­chen, aber auch regu­la­to­ri­schen Rah­men­be­din­gun­gen sind momen­tan natür­lich alles ande­re als ein­fach. Die Kärnt­ner wol­len aber Eigen­tum auf­bau­en und wir wol­len sie mit Finan­zie­run­gen dabei unter­stüt­zen. Hier sind aber alle Betei­lig­ten gefor­dert – Stich­wort KIM-Ver­ord­nung – um wei­te­re Erleich­te­run­gen für Kreditnehmer:innen umzu­set­zen und so den geän­der­ten Rah­men­be­din­gun­gen Rech­nung zu tra­gen. Auch der Vor­stoß von Bun­des­mi­nis­ter Brun­ner, die Grund­er­werbs­steu­er auf den Erwerb der ers­ten Immo­bi­lie abzu­schaf­fen, ist ein Schritt in die rich­ti­ge Rich­tung.“

 

22.06.2023 19:00
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Der Wunsch nach Eigen­tum ist wei­ter unge­bro­chen Wohnbau und Sanieren sind wichtige Themen für die Kärntner:innen. Harald Tschitschnig (Leiter Bauen&Wohnen Kärntner Sparkasse) und Robert Haubiz (Geschäftsführer sREAL Kärnten) in der „Schalterhalle“ der Sparkasse-Zentrale am Neuen Platz, die generalsaniert wird.

© Eggenberger, Kärntner Sparkasse