Weinbau

Vom Wein zum Schwein

Der gebürtige Texaner Sem Kegley und der Kärntner Georg Michael Lexer sind Weinbauern aus Leidenschaft und bewirtschaften in Karnburg rund zehn Hektar an Weinbauflächen.

Vom Wein zum Schwein Die Weinbauern Georg Michael Lexer mit Sem Kegley.

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Eigent­lich befin­den sich die Rie­den und Wein­bau­flä­chen von Sem Keg­ley und Georg Micha­el Lexer im Stadt­ge­biet von Kla­gen­furt. Die Lan­des­haupt­stadt ist nach Wien und Eisen­stadt die dritt­größ­te Stadt in Öster­reich mit Wein­bau­flä­chen. „Ich habe 1995 die ers­ten Reben in Karn­burg aus­ge­setzt und 1997 die ers­ten Erträ­ge lesen dür­fen“, erin­nert sich Sem Keg­ley.

Gemein­sa­me Sache

Der Vater von Georg hat 2005 den gebür­ti­gen Texa­ner gefragt, ob er inter­es­siert wäre, gemein­sam Wein anzu­bau­en. „Dazu haben wir uns dann auch ent­schie­den. Wir haben mit einem hal­ben Hekt­ar begon­nen. 2007 grün­de­te Keg­ley mit Georg Micha­el Lexer eine Fir­ma. Seit­dem wur­de der Wein­gar­ten stän­dig erwei­tert. Der­zeit ver­fü­gen wir über zehn Hekt­ar. Damit zählt unser Wein­bau zu den größ­ten Wein­bau­be­trie­ben in Kärn­ten“, erzählt Keg­ley.

Grö­ße­res Hob­by

„Am Anfang haben wir es als grö­ße­res Hob­by gese­hen. Aus unse­rer Idee her­aus ist es dann ein Betrieb mit zwölf Mit­ar­bei­tern gewor­den. Die unter­stüt­zen uns im Wein­gar­ten und im Restau­rant ‚Lei­ten‘“, erzählt Georg Micha­el Lexer. In den Jah­ren 2008 bis 2012 wur­de „auf der Lei­ten“ das gro­ße Haus errich­tet. In dem befin­det sich die kom­plet­te Wein­pro­duk­ti­on und der Wein­kel­ler, in dem der­zeit über 100.000 Fla­schen Wein gela­gert wer­den. Hin­zu kommt noch eine Destil­le­rie, in der die Tres­ter­brän­de vom Wein­bau­er Lexer gebrannt wer­den. Über den Kel­lern befin­det sich das Zwei­hau­ben-Restau­rant „Lei­ten“.

Die Reb­sor­ten

Rund zehn Reb­sor­ten gibt es beim Wein­bau Sem Keg­ley und Georg Micha­el Lexer. Es sind dies: Char­don­nay, Pinot Gri­gio, Sau­vi­gnon blanc, Zwei­gelt und Pinot Noir sowie eini­ge PIWIs, die aller­dings noch nicht im Voll­ertrag ste­hen. „Auf der Lei­ten“ wer­den im Jahr rund 42.000 Fla­schen im Jahr gekel­tert. „Kärn­ten ist das ein­zi­ge Wein­bau­ge­biet, in dem der Wein noch mit der Hand gele­sen wird. Unse­re Wei­ne wer­den aus­nahms­los gekorkt“, betont Georg Micha­el Lexer. Eine Beson­der­heit ist, dass der­zeit nur die Jahr­gän­ge 2019 ver­kauft wer­den. „Das kommt daher, dass bei uns nach dem Abfül­len die Wei­ne in den Fla­schen wei­ter rei­fen, ehe wir sie zum Ver­kauf frei­ge­ben. So haben wir die Fla­schen zwei bis drei Jah­re im Haus. Der aktu­el­le Jahr­gang 2022 befin­det sich noch im Tank“, erklärt Sem Keg­ley.

Von der Musik zum Wein

Sem Keg­ley ist in Texas (USA) auf dem Land auf­ge­wach­sen und hat Musik stu­diert. Nach der Magis­ter­ar­beit ist Keg­ley 1977 nach Euro­pa gekom­men. Da hat er noch sechs Jah­re in Wien Musik stu­diert. Sein Instru­ment ist die Oboe. Der Wein rund um Wien war es, der Keg­ley sei­ne Lie­be zum Wein erweckt hat. „Wie ich nach Kärn­ten gekom­men bin, dach­te ich mir, hier ist es so schön und ide­al für den Wein­an­bau. Also begann ich mit dem Wein­bau“, erin­nert sich Keg­ley.

Die Risi­ken

Beson­ders die Wet­ter­be­din­gun­gen in Karn­burg sind ide­al. Georg Micha­el Lexer und Sem Keg­ley kön­nen im Wein­gar­ten kom­plett auf Hagel­net­ze ver­zich­ten, „Ich baue seit 28 Jah­ren Wein an und hat­te in all den ver­gan­ge­nen Jah­ren nur einen Hagel­schlag“, erin­nert sich der gebür­ti­ge Texa­ner und Wein­bau­er. Wenn es um Pro­ble­me geht, dann sind es die Rehe. „Für sie sind die jun­gen Trie­be an den Reb­stö­cken ein Lecker­bis­sen“, ergänzt Georg Lexer.

Der Ver­trieb

Die pro­du­zier­ten Wei­ne gibt es im Restau­rant „Lei­ten“ ab Hof, in den „Hirter“-Genusstheken, in der Vino­thek Jäger und ein Teil geht sogar in den Export nach Ame­ri­ka. „Das war eher ein Zufall. Ein Ver­le­ger aus Ore­gon war auf der Suche nach alpi­nen Wei­nen und reis­te durch Euro­pa, besuch­te uns, hat ver­kos­tet und bestell­te die ers­te Lie­fe­rung. Ers­te Kon­tak­te gibt auch schon nach Japan zu einem Impor­teur“, berich­tet der Wein­bau­er Georg Lexer.

Wei­te­re Stand­bei­ne

Mit dem Restau­rant „Lei­ten“ und einer Schwei­ne­zucht sowie dem Wein­bau, gibt es drei Stand­bei­ne mit ins­ge­samt zwölf Mit­ar­bei­tern. „In der Schwei­ne­zucht haben wir 30 Schwei­ne, die wir für das Restau­rant und auch für den Ab-Hof-Ver­kauf ver­ar­bei­ten. Hin­zu kommt das fri­sche Lamm­fleisch vom ‚Stei­ner­hof‘, der mei­ner Lebens­ge­fähr­tin Clau­dia Sackl gehört“, ergänzt Micha­el Georg Lexer.

01.07.2023 11:00 - Update am: 01.07.2023 11:02
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