Corona
Pandemie: Belastung auch für Patienten-Anliegen
Der Bericht der Patientenanwaltschaft aus dem Jahr 2022 steht im Zeichen der Pandemie. Aktenmäßige Bearbeitungen gingen zurück. Grund: Wegen Corona wurden weniger ärztliche Eingriffe und Behandlungen durchgeführt bzw. sie wurden verschoben oder nicht wahrgenommen.
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In der kommenden Regierungssitzung wird Landeshauptmann Peter Kaiser den Tätigkeitsbericht der Kärntner Patientenanwaltschaft 2022 vorlegen, nachdem die Ombudsstellen mit der neuen Koalition der Landesamtsdirektion zugeordnet worden sind. Dadurch will er ihnen mehr Gewicht verleihen.
Pandemie war belastend
„Die Patientenanwaltschaft und unser Gesundheitswesen sind verlässliche Partner für die Patientinnen und Patienten in den Krankenhäusern wie bei den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten. Die Pandemie hat uns alle auf allen Ebenen gefordert, das Personal musste mit vielen Erkrankten und einer neuen, schweren Krankheitsform umgehen, die Patientinnen und Patienten mussten Corona erleiden oder es mussten Behandlungen verschoben werden. Es war eine mehr als schwierige Situation für unsere gesamte solidarische Gemeinschaft. Dabei hat gerade die Pandemie gezeigt, wie hervorragend und verlässlich unser Gesundheitswesen funktioniert, mit welch herausragendem Engagement unsere Ärztinnen und Ärzte, die Pflegekräfte, Helferinnen und Helfer für uns alle da sind“, hielt Kaiser fest.
Spuren der Pandemie
Die Zahlen der Tätigkeit der Patientenanwaltschaft sprechen für sich: die aktenmäßigen Bearbeitungen sind 2022 im Vergleich zu 2021 um 7 Prozent auf 351 Fälle zurückgegangen. Zum Vergleich: Der Höchstwert von 500 wurde 2017 gezählt.
Die Ursachen für die rückläufigen Zahlen, die geringere aktenmäßige Behandlung von Anliegen, die geringeren Entschädigungszahlungen (Personen und Summen), lassen sich laut erläutert Patientenanwältin Angelika Schiwek in den Aus- und Nachwirkungen der Pandemie auf Grund des zeitlichen Zusammenhangs vermuten. Denn im Zuge von Corona gingen ärztliche Eingriffe und Behandlungen zurück, wurden verschoben oder wurden sie von Patientinnen und Patienten nicht wahrgenommen. Informationsveranstaltungen und Vorträge zu Patientenrechten mussten auch reduziert werden und unterliegt die Inanspruchnahme der Patientenanwaltschaft generell einer Wellenbewegung von Jahr zu Jahr.
Mehr Beratungen
Die Beratungen für Patientinnen und Patienten haben um 7 Prozent zugenommen, auf 4.270 Beratungsgespräche.
Weniger Patientenverfügungen
Auch die Patientenverfügungen gingen um 30 Prozent auf 38 Prozent zurück. 41 Anfragen gab es im Vorjahr zu Sterbeverfügungen als das neue Sterbeverfügungsgesetz in Kraft trat, die Anfragen gingen aber nach sechs Monaten auf eine pro Monat zurück.
Rückgang bei Entschädigungen
Sämtliche Behandlungen sind auf 250.000 Seiten dokumentiert. Zudem wurden 268.500 Euro an Entschädigungszahlungen geleistet, was einen markanten Rückgang zum Jahr 2021 bedeutet (-70 Prozent ). 41 Patientinnen und Patienten bekamen bei ihren Forderungen auf Entschädigungen recht. Im Schnitt haben die Patientinnen und Patienten 6.500 Euro erhalten.
„Diese Zahlen muss man im Gesamtbild sehen. In Kärnten gibt es im Jahr rund drei Millionen Arzt- und Zahnarztbesuche im niedergelassenen Bereich und rund eine Million ambulante und stationäre Krankenhausbesuche. Davon wenden sich 1.000 Menschen an die Patientenanwaltschaft mit Fragen und Beratungen den niedergelassenen Bereich betreffend. 100 Anliegen müssen aktenmäßig behandelt werden. Rund 3.000 Patientinnen und Patienten aus dem Krankenhausbereich haben allgemeine Fragen und nehmen Beratungen der Patientenanwaltschaft in Anspruch. 300 dieser Anliegen werden für etwaige weitere Verfahren erfasst und dokumentiert“, erläutert Schiwek das Verhältnis von Patientinnen, Patienten und Inanspruchnahme der Patientenanwaltschaft.
Zur Verdeutlichung: Drei von 100.000 Patienten niedergelassener Ärztinnen und Ärzte wenden sich mit Anliegen an die Patientenanwaltschaft, drei von 10.000 Spitalspatienten bringen eine Beschwerde bei der Patientenanwaltschaft vor. „Hier wird ganz deutlich, dass wir bei der Fülle der Arzt- und Spitalsbesuche in Kärnten ein qualitativ hochwertiges Gesundheitswesen aufgebaut haben, dass die Menschen erfolgreich behandelt und heilt, und das in einem für sie besonders zufriedenstellenden Ausmaß“, fassten Kaiser und Schiwek zusammen.
Wartezeiten
Die häufigsten Beschwerden (Drei von 100.000) die niedergelassene Ärzte betreffen, beziehen sich auf Wartezeiten, mangelnde Hausbesuche oder Probleme bei der Erreichbarkeit von Ärzten.

