Corona

Pan­de­mie: Belas­tung auch für Pati­en­ten-Anlie­gen

Der Bericht der Patientenanwaltschaft aus dem Jahr 2022 steht im Zeichen der Pandemie. Aktenmäßige Bearbeitungen gingen zurück. Grund: Wegen Corona wurden weniger ärztliche Eingriffe und Behandlungen durchgeführt bzw. sie wurden verschoben oder nicht wahrgenommen.

Pan­de­mie: Belas­tung auch für Pati­en­ten-Anlie­gen Sujet: Die Patientenanwaltschaft vertritt die Anliegen der Patienten.

© Andrea Piacquadio/ pexels.com

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In der kom­men­den Regie­rungs­sit­zung wird Lan­des­haupt­mann Peter Kai­ser den Tätig­keits­be­richt der Kärnt­ner Pati­en­ten­an­walt­schaft 2022 vor­le­gen, nach­dem die Ombuds­stel­len mit der neu­en Koali­ti­on der Lan­des­amts­di­rek­ti­on zuge­ord­net wor­den sind. Dadurch will er ihnen mehr Gewicht ver­lei­hen.

Pan­de­mie war belas­tend

„Die Pati­en­ten­an­walt­schaft und unser Gesund­heits­we­sen sind ver­läss­li­che Part­ner für die Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten in den Kran­ken­häu­sern wie bei den nie­der­ge­las­se­nen Ärz­tin­nen und Ärz­ten. Die Pan­de­mie hat uns alle auf allen Ebe­nen gefor­dert, das Per­so­nal muss­te mit vie­len Erkrank­ten und einer neu­en, schwe­ren Krank­heits­form umge­hen, die Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten muss­ten Coro­na erlei­den oder es muss­ten Behand­lun­gen ver­scho­ben wer­den. Es war eine mehr als schwie­ri­ge Situa­ti­on für unse­re gesam­te soli­da­ri­sche Gemein­schaft. Dabei hat gera­de die Pan­de­mie gezeigt, wie her­vor­ra­gend und ver­läss­lich unser Gesund­heits­we­sen funk­tio­niert, mit welch her­aus­ra­gen­dem Enga­ge­ment unse­re Ärz­tin­nen und Ärz­te, die Pfle­ge­kräf­te, Hel­fe­rin­nen und Hel­fer für uns alle da sind“, hielt Kai­ser fest.

Spu­ren der Pan­de­mie

Die Zah­len der Tätig­keit der Pati­en­ten­an­walt­schaft spre­chen für sich: die akten­mä­ßi­gen Bear­bei­tun­gen sind 2022 im Ver­gleich zu 2021 um 7 Pro­zent auf 351 Fäl­le zurück­ge­gan­gen. Zum Ver­gleich: Der Höchst­wert von 500 wur­de 2017 gezählt.

Die Ursa­chen für die rück­läu­fi­gen Zah­len, die gerin­ge­re akten­mä­ßi­ge Behand­lung von Anlie­gen, die gerin­ge­ren Ent­schä­di­gungs­zah­lun­gen (Per­so­nen und Sum­men), las­sen sich laut erläu­tert Pati­en­ten­an­wäl­tin Ange­li­ka Schi­wek in den Aus- und Nach­wir­kun­gen der Pan­de­mie auf Grund des zeit­li­chen Zusam­men­hangs ver­mu­ten. Denn im Zuge von Coro­na gin­gen ärzt­li­che Ein­grif­fe und Behand­lun­gen zurück, wur­den ver­scho­ben oder wur­den sie von Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten nicht wahr­ge­nom­men. Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tun­gen und Vor­trä­ge zu Pati­en­ten­rech­ten muss­ten auch redu­ziert wer­den und unter­liegt die Inan­spruch­nah­me der Pati­en­ten­an­walt­schaft gene­rell einer Wel­len­be­we­gung von Jahr zu Jahr.

Mehr Bera­tun­gen

Die Bera­tun­gen für Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten haben um 7 Pro­zent zuge­nom­men, auf 4.270 Bera­tungs­ge­sprä­che.

Weni­ger Pati­en­ten­ver­fü­gun­gen

Auch die Pati­en­ten­ver­fü­gun­gen gin­gen um 30 Pro­zent auf 38 Pro­zent zurück. 41 Anfra­gen gab es im Vor­jahr zu Ster­be­ver­fü­gun­gen als das neue Ster­be­ver­fü­gungs­ge­setz in Kraft trat, die Anfra­gen gin­gen aber nach sechs Mona­ten auf eine pro Monat zurück.

Rück­gang bei Ent­schä­di­gun­gen

Sämt­li­che Behand­lun­gen sind auf 250.000 Sei­ten doku­men­tiert. Zudem wur­den 268.500 Euro an Ent­schä­di­gungs­zah­lun­gen geleis­tet, was einen mar­kan­ten Rück­gang zum Jahr 2021 bedeu­tet (-70 Pro­zent ). 41 Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten beka­men bei ihren For­de­run­gen auf Ent­schä­di­gun­gen recht. Im Schnitt haben die Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten 6.500 Euro erhal­ten.

„Die­se Zah­len muss man im Gesamt­bild sehen. In Kärn­ten gibt es im Jahr rund drei Mil­lio­nen Arzt- und Zahn­arzt­be­su­che im nie­der­ge­las­se­nen Bereich und rund eine Mil­li­on ambu­lan­te und sta­tio­nä­re Kran­ken­haus­be­su­che. Davon wen­den sich 1.000 Men­schen an die Pati­en­ten­an­walt­schaft mit Fra­gen und Bera­tun­gen den nie­der­ge­las­se­nen Bereich betref­fend. 100 Anlie­gen müs­sen akten­mä­ßig behan­delt wer­den. Rund 3.000 Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten aus dem Kran­ken­haus­be­reich haben all­ge­mei­ne Fra­gen und neh­men Bera­tun­gen der Pati­en­ten­an­walt­schaft in Anspruch. 300 die­ser Anlie­gen wer­den für etwa­ige wei­te­re Ver­fah­ren erfasst und doku­men­tiert“, erläu­tert Schi­wek das Ver­hält­nis von Pati­en­tin­nen, Pati­en­ten und Inan­spruch­nah­me der Pati­en­ten­an­walt­schaft.

Zur Ver­deut­li­chung: Drei von 100.000 Pati­en­ten nie­der­ge­las­se­ner Ärz­tin­nen und Ärz­te wen­den sich mit Anlie­gen an die Pati­en­ten­an­walt­schaft, drei von 10.000 Spi­tals­pa­ti­en­ten brin­gen eine Beschwer­de bei der Pati­en­ten­an­walt­schaft vor. „Hier wird ganz deut­lich, dass wir bei der Fül­le der Arzt- und Spi­tals­be­su­che in Kärn­ten ein qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ges Gesund­heits­we­sen auf­ge­baut haben, dass die Men­schen erfolg­reich behan­delt und heilt, und das in einem für sie beson­ders zufrie­den­stel­len­den Aus­maß“, fass­ten Kai­ser und Schi­wek zusam­men.

War­te­zei­ten

Die häu­figs­ten Beschwer­den (Drei von 100.000) die nie­der­ge­las­se­ne Ärz­te betref­fen, bezie­hen sich auf War­te­zei­ten, man­geln­de Haus­be­su­che oder Pro­ble­me bei der Erreich­bar­keit von Ärz­ten.

17.07.2023 09:00
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Pan­de­mie: Belas­tung auch für Pati­en­ten-Anlie­gen Sujet: Die Patientenanwaltschaft vertritt die Anliegen der Patienten.

© Andrea Piacquadio/ pexels.com