Klagenfurter Wirtschaft
Max Habenicht: „Das Wirtschaftsservice ausbauen!“
Welche Pläne verfolgt der neue Stadtrat für Wirtschaft und Tourismus bei der wirtschaftlichen Entwicklung der Landeshauptstadt Klagenfurt? Max Habenicht (ÖVP) im Gespräch mit „KLiCK Kärnten“.
© Martin Egger
Nach der Gemeinderatswahl Ende Februar zog Unternehmer Max Habenicht (58) für die ÖVP in den Stadtrat der Landeshauptstadt Klagenfurt ein. Nachdem er unter anderem für das Wirtschaftsreferat zuständig ist, ergibt sich eine interessante Konstellation: Habenicht ist auch Obmann der Wirtschaftskammer-Bezirksstelle Klagenfurt und führt somit die Interessenvertretung der Wirtschaft in der Landeshauptstadt an.
Unbürokratische Unterstützung
Als Unternehmer in der Innenstadt spricht er im Gespräch mit „KLiCK Kärnten“ aus eigener Erfahrung: „Die Unternehmer brauchen die Unterstützung der Stadtpolitik, wobei damit nicht immer finanzielle Förderungen gemeint sind.“ Die Wirtschaft benötigt vor allem bürokratische Unterstützung, etwa bei Genehmigungen.
Personelle Ressourcen
Das Wirtschaftsservice im Rathaus gehört, so Habenicht, unternehmerfreundlicher aufgestellt. Wobei hier die personellen Ressourcen auszubauen sind. „Aktuell kümmert sich ein engagierter Mitarbeiter um das Wirtschaftsservice. Er wird von einer weiteren Kraft im Ausmaß von zehn Wochenstunden unterstützt“, verrät Habenicht. Viel zu wenig, um der Wirtschaft bei behördlichen Angelegenheiten tatkräftig unter die Arme greifen zu können.
Professionelles Leerstandsmanagement
Trotz der angespannten finanziellen Lage der Stadt Klagenfurt wird Habenicht mit der Forderung in die Budget-Verhandlungen für das Jahr 2022 gehen, das Wirtschaftsservice personell aufzustocken. „Ich stelle mir in einem ersten Schritt die Anhebung der Personalressourcen von aktuell 50 auf zumindest 70 Wochenstunden vor“, betont Habenicht. Personalkraft ist auch nötig, um ein professionelles Leerstandsmanagement im Rathaus zu entwickeln und zu installieren. „Wenn es um die Ansiedlung von Unternehmern und Betrieben geht, müssen wir auf Knopfdruck abrufen können, welche Geschäftslokale und Flächen zur Verfügung stehen“, stellt Habenicht klar.
Konzept für die Innenstadt
An vorderster Stelle steht für den Stadtrat für Wirtschaft und Tourismus die Entwicklung eines langfristigen und bereichsübergreifenden Gesamtkonzepts für die Klagenfurter Innenstadt. Konkrete Pläne hat er etwa für den Kardinalsplatz, wo ein Kreativ-Viertel entstehen soll – mit Möglichkeiten für junges Wohnen, für Start-ups oder auch Coworking-Spaces. „Stadtteile und Plätze gehören schrittweise mit einem Gesamtkonzept entwickelt“, begründet Habenicht. Eines ist für den Stadtrat jedoch klar: „Der stationäre Handel wird weiter zurückgehen, die Fertigstellung der Koralmbahn und damit die Aufwertung des Bahnhofsviertels wird die Stadtstruktur verändern. Wir werden einen grundlegenden Wandel erleben, den wir durch neues Denken – zum Beispiel Familienwohnungen in der Innenstadt – gestalten müssen.“
Zur Person
Max Habenicht (58) ist Unternehmer (Uhrmachermeister), Obmann der Wirtschaftskammer-Bezirksstelle Klagenfurt und Stadtrat der Landeshauptstadt Klagenfurt. Er verantwortet die Referate Wirtschaft, Tourismus, Facility Management und Stadtgarten.
Habenicht ist mit Gattin Regina verheiratet, Vater dreier erwachsener Kinder und betätigt sich in seiner Freizeit im Ausdauersport (Radfahren, Orientierungslauf und Langlaufen).


