Eishockey
„Der KAC sollte die vielen Meistertitel präsentieren“
Er debütierte in der Saison 1973/74 in der KAC-Kampfmannschaft der Eishockeyliga und konnte in über 500 Einsätzen 292 Tore und 406 Assists erzielen: Der neunfache österreichische Meister, Ex-Nationalspieler und Ex-Trainer Herbert Pöck (Jahrgang 1957).
In einem Gespräch mit Harald Raffer findet es die Sportlerlegende äußerst schade, dass in der renovierten und modernen Eishalle die aufgereihten 32 Meistertitel „seines“ Klubs nicht mehr zu sehen sind. Der Vater von zwei Söhnen, die ebenfalls dem Puck nachjagen: „Man sollte die zahlreichen Meistertitel bzw. die Banner mit den Jahreszahlen nicht verstecken….“
“KLiCK”-Kärnten: Herr Pöck, wer wird heuer Meister? Salzburg oder….
Pöck: Ich tippe auf den KAC. Fix ist leider nichts. Die Chancen für unsere Mannschaft stehen allerdings gut. Wir haben zunächst den Heimvorteil. Es wird sich vermutlich nicht in den ersten drei Spielen entscheiden. Die erste Partie wird brandgefährlich – der Gegner kommt direkt aus dem Spielmodus, ist auf „Vollbetrieb“ eingestellt. Da hilft das ganze Training oftmals wenig.
“KLiCK”-Kärnten: Ein Wort zur schönen Heidi-Horten-Arena….
Pöck: Nun – bei einer Renovierung kann man nicht alles erschaffen, der Platz bleibt begrenzt. Die Halle wurde wirklich schön hergerichtet, der VIP-Raum und die Boxen haben etwas an Stimmung verloren, weil die Leute zuvor direkt über dem Eis platziert waren. Aber die Zeiten sind eben anders. Das sollte nicht negativ klingen, ist aber ein Vorschlag, über den die Verantwortlichen doch nachdenken können: Man sollte auf 32 Meistertitel stolz sein und die schmucken Banner, die mit Jahreszahlen darauf hinweisen, wieder in die Mitte des oberen Hallenbereiches aufhängen. Das demonstriert, wie oft und in welcher Zeit sich die Klagenfurter den begehrten Titel holen konnten. Irgendjemand hat einmal behauptet, dass die Statik ein Problem darstellen würde. Das kann ich allerdings nicht glauben. Wer die aufgereihten Meistertitel sieht, hat sofort einen gewissen Respekt vor dem Klub. In allen Hallen der Welt werden Erfolge entsprechend ausgestellt und zelebriert. Das geht derzeit beim KAC leider etwas unter.
“KLiCK”-Kärnten: Noch eine Idee?
Pöck: Nun – die Leiberl von Puschnig und Koch hängen als Erinnerungen an Top-Sportler in der Halle. Das wirkt irgendwie verloren. Puschnig hat 1978 aufgehört, Koch 2023 – da liegen 35 Jahre dazwischen, ist ein schwarzes Loch vorhanden. Die beiden waren Spitzen-Spieler mit unglaublichen Karrieren, aber es müssten Kriterien für so eine Würdigung geschaffen werden. Etwa die Anzahl der persönlichen Meistertitel oder so. Es gab doch viele Top-Cracks, etwa Felfernig, Pregl etc. Die sind fast 14mal hintereinander Meister geworden. Oder ein Rudi König. Oder man schafft Überlegungen für junge oder routinierte Spieler – wer etwa 100mal in der Bundesliga mitgemischt hat, 10 Jahre in Klagenfurt auf dem Eis war, x‑mal in der Nationalmannschaft angetreten ist oder eine bestimmte Zahl an Toren geschossen hat usw. Dann kann man auch den Nachwuchs animieren und einen zusätzlichen Anreiz für eine Karriere schaffen. Vielleicht gehört sogar das Leiberl vom ewigen Torschützen von Graz dort hinauf? Das hat einfach mit der Tradition eines beliebten Vereines zu tun. Derzeit wird, wie ich gehört habe, an einer Legenden-Vermarktung des rot-weißen Klubs gearbeitet. Das ist erfreulich. Wir spielten auch im Europa-Cup-Finale.
“KLiCK”-Kärnten: Wie sieht es mit der Verbundenheit zu einem Verein aus?
Pöck: Vor Jahren war man als Spieler stark mit einem Klub verbunden, heute gilt das längst nicht mehr. Man verfügt über eine gewisse Freiheit. Wer keinen Vertrag besitzt, kann gehen. Ich hatte auch gewisse Angebote, bin aber geblieben. Das hat man sich damals allerdings kaum leisten können. Einiges änderte sich erst nach dem bekannten Bosman-Urteil. Der KAC hat aber im Laufe seiner langen und erfolgreichen Vereinsgeschichte viele großartige Spieler hervorgebracht. Die heurige Saison vom KAC war bisher ein echter Traum. Das muss man natürlich sagen. Es fehlt noch der krönende Abschluss – der 33. Meistertitel!
“KLiCK”-Kärnten: Sie spielen jetzt leidenschaftlich Golf. Wie nimmt man Abschied vom Spitzensport?
Pöck: Leider sind in den letzten Jahrzehnten immer wieder Spieler im Unfrieden vom Klub ausgeschieden. Das betraf bekannte Spieler, die oftmals 20 Jahre beim Verein waren. So ein unnötiger Streit ist schade und zeugt von keiner richtigen Kultur. Eine solche Auseinandersetzung gehört ordentlich aufgearbeitet – von beiden Seiten. Und man muss sich ehrlich eingestehen, dass man ab einem gewissen Alter nicht mehr ständig dieselbe Leistung erbringen kann. Aber so mancher Star hat sich nach seinem Ausscheiden beleidigt zurückgezogen. Das ist schade. Ich greife jetzt gerne zum Golfschläger…

