US-Präsident Joe Biden hat überraschend seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahl im November zurückgezogen. In einem Brief, den er am Sonntag auf der Plattform X veröffentlichte, erklärte der 81-Jährige, es sei im besten Interesse seiner Partei und des Landes, sich auf die verbleibende Amtszeit als Präsident zu konzentrieren. Biden unterstützte seine Stellvertreterin Kamala Harris als seine Nachfolgerin und empfahl ihr die Kandidatur für die Demokraten.
Biden erklärt Rückzug
Biden lobte die Entscheidung von 2020, Kamala Harris als Vizekandidatin auszuwählen, und betonte, dass sie die beste Wahl für die Präsidentschaftskandidatur sei. „Ich spreche ihr meine volle Unterstützung aus“, so Biden. Die Entscheidung über die Nominierung liegt nun bei den Delegierten der Demokratischen Partei, während Biden seine Anhänger dazu aufruft, Harris’ Wahlkampagne zu unterstützen und Spenden zu leisten.
Kamala Harris erklärt Bereitschaft
Kamala Harris hat bereits ihre Bereitschaft erklärt, als Ersatzkandidatin anzutreten. In einer Stellungnahme äußerte sie sich geehrt über die Unterstützung von Biden und erklärte ihre Absicht, die Nominierung zu verdienen und zu gewinnen.
Reaktionen auf Bidens Rückzug
Donald Trump, der republikanische Herausforderer, reagierte sofort auf Bidens Rückzug. Auf seiner Plattform Truth Social bezeichnete Trump Biden als unfähig und beschuldigte ihn, „durch Lügen, Fake News und durch das Verweilen in seinem Keller“ ins Präsidentenamt gelangt zu sein. Trump äußerte zudem den Verdacht, dass Bidens Umfeld und Medien gewusst hätten, dass Biden das Amt nicht ausüben könne.
Demokraten zeigen Respekt
Viele Demokraten zeigten Verständnis für Bidens Entscheidung. Chuck Schumer, Vorsitzender der demokratischen Fraktion im US-Senat, lobte Biden als „großartigen Präsidenten“ und „echten Patriot“. Auch Nancy Pelosi, ehemalige Vorsitzende des Repräsentantenhauses, würdigte Biden als jemanden, für den stets das Land an erster Stelle stand.
Auswirkungen auf den Wahlkampf
Bidens Rückzug in der heißen Phase des Wahlkampfs könnte zusätzliche Unruhe bringen. Der Rücktritt folgt auf einen kritischen TV-Auftritt und sinkende Umfragewerte, was den Druck auf Biden erhöht hatte. Der 81-Jährige hatte sich kürzlich nach einer Coronavirus-Infektion zurückgezogen und sich den Forderungen seiner Partei gebeugt.