Klagenfurt
Projekt “Hallenbad” wieder gestoppt
Nach einem Einspruch liegt das Projekt "Hallenbad Klagenfurt" schon wieder auf Eis.
Langsam aber sicher nimmt das Projekt “Neubau Hallenbad Klagenfurt” groteske Formen an und die Klagenfurter Bevölkerung schüttelt mehrheitlich nur noch den Kopf. Nach dem Einspruch des ehemaligen Klagenfurter Magistratsdirektors Peter Jost gegen den Bescheid, dass für den Bau des Klagenfurter Hallenbades keine Umweltverträglichkeits-Prüfung notwendig sei, wird sich der Bau weiter auf unbestimmte Zeit verzögern. Der scheinbar endlose Fall geht nun zum Bundesverwaltungsgericht. Geplant war — nach etlichen Verzögerungen — der Baubeginn für das kommende Frühjahr. Daraus wird somit definitiv nichts. Diese Tatsache sorgt wiederum verstärkt für Unmut in der Kärntner Landeshauptstadt.
Baubeginn im Frühjahr 2025 nicht möglich
Noch vor Kurzem ging man in Klagenfurt davon aus, dass es jetzt doch endlich losgehen könnte. Das Land Kärnten stellte fest, dass für die Errichtung des Hallenbads keine Umweltverträglichkeits-Prüfung notwendig sei. Worauf die Verantwortlichen einen Baubeginn im kommenden Frühjahr und die Eröffnung für das Frühjahr 2027 ankündigten. Gegen diesen UVP-Feststellungsbescheid gab es aber einen Einspruch des ehemaligen Klagenfurter Magistratsdirektors Peter Jost , warum auch immer. Als ehemaliger Magistratsdirektor und Stadtwerke-Aufsichtsrat begleitete er das Projekt jahrelang.
Neun Monate Verzögerung möglich
Die Stadtwerke halten dennoch am Projekt und am Standort fest, sagte Stadtwerke-Vorstand Erwin Smole gegenüber dem ORF: „Eigentlich war es bei uns klar, dass es ziemlich sicher von irgendjemandem eine Beschwerde geben wird. Wir haben uns insofern darauf vorbereitet, dass wir schon im Verfahrensjahr über 13 Fachgutachten eingebracht haben und damit alle Themen dokumentiert und auch entsprechende Unterlagen eingebracht haben. Wir gehen davon aus, dass wir fundierte Vorarbeiten geleistet haben. Wir gehen auch davon aus, dass der Bescheid vom Land Kärnten eine entsprechende Qualität hat. Und auf Basis dieser schätzen wir, dass es eine Verzögerung von sechs bis neun Monaten geben könnte.“

Kein Plan B
Einen Plan B – also ein reines Sportbad oder einen anderen Standort – habe man lt. Smole via ORF-Kärnten nicht. Parallel dazu verfolgen die Stadtwerke weiterhin auch den Plan, in der Klagenfurter Ostbucht um rund sieben Millionen Euro ein Badehaus zu errichten, bestätigte der Stadtwerke-Chef: „Wir haben jetzt im Aufsichtsrat den Auftrag bekommen, die Wirtschaftlichkeit darzustellen. Dann wird es im März die nächste Sitzung geben und dann wird es weitere Entscheidungen geben.“ Sollte es grünes Licht geben, dann könnte das Badehaus unter Umständen sogar früher in Betrieb gehen als das Hallenbad.
Seit 2021 kein Hallenbad mehr
Das alte Hallenbad in der Innenstadt wurde 2021 endgültig geschlossen. Seitdem sind Klagenfurts Schwimm- und Triathlonsportler, aber auch die Kinder, auf der Suche nach Ausweichmöglichkeiten. Zuerst versprachen die Verantwortlichen ein neues Hallenbad in einer relativ überschaubaren Zeit. Man einigte sich auf den Standort neben dem Stadion, eine Fertigstellung war eigentlich schon für das heurige Jahr angedacht. Ab sofort gehen die Verzögerungen sehr zum Ärger der Klagenfurterinnen und Klagenfurter weiter.
