Interview
Koalition: “Ein Paket an Grauslichkeiten!”
Der Bürgermeister von Magdalensberg spricht über die aktuelle politische Lage, die Herausforderungen in seiner Gemeinde und seine Haltung zu den brisanten Forderungen der FPÖ in den Koalitionsverhandlungen.
„KLiCK“-Kärnten: Herr Bürgermeister, die FPÖ stellt derzeit Forderungen in den Koalitionsverhandlungen, darunter der Ausstieg aus dem WHO-Pandemievertrag. Wie stehen Sie zu diesen Forderungen?
Andreas Scherwitzl: Kein vernünftiger Mensch würde auf die Idee kommen, internationale Wirtschaftsübereinkommen zu beenden. Warum dies ausgerechnet in Gesundheitsfragen der Fall sein sollte, erschließt sich mir nicht und ist in Wahrheit ein grober Unfug.
„KLiCK“-Kärnten: Die FPÖ fordert auch, dass künftig keine Europafahnen mehr auf öffentlichen Gebäuden zu sehen sind. Was halten Sie von dieser Forderung?
Andreas Scherwitzl: Das sind die üblichen Ablenkungsmanöver von den sonstigen Retro-Grauslichkeiten des Hrn. Kickl und fußt auf einen „Festungskonzept“ des tiefsten Mittelalters. Unsere Zukunft und die Zukunft der jungen Menschen liegt in Europa. Wir sollten mit Stolz unsere Kärntner Fahne hissen, genauso wie die rot-weiß-rote Nationalflagge und mit dem gleichen Stolz die Fahne des größten Friedens- und Wohlstandsprojektes, nämlich jene der Europäischen Union.
„KLiCK“-Kärnten: Auch der Ausstieg aus der Nato-Partnerschaft für den Frieden ist ein Thema in den Verhandlungen. Wie sehen Sie diese Forderung?
Andreas Scherwitzl: Österreich ist ein neutrales Land. Dies bedeutet, dass wir an keinerlei militärischen Bündnissen teilhaben und teilhaben werden. Das hat aber nichts mit der Nato-Partnerschaft für den Frieden zu tun. Selbst Russland und andere ehemaligen Warschauer-Pakt-Staaten sind Mitglieder dieser. Aber man muss klar eine militärische Neutralität von einer politischen unterscheiden. Wir haben uns immer als Teil der wesetlichen Demokratie- und Wertegesellschaft verstanden. Totalitäre Ostblocktendenzen wie in Russland oder Ungarn sichtbar, können nicht unser Vorbild sein, selbst wenn das der Kickl-FPÖ noch so sehr gefallen würde.
„KLiCK“-Kärnten: Inwiefern beeinflussen diese Forderungen Ihrer Meinung nach die Koalitionsverhandlungen?
Andreas Scherwitzl: Das kann ich von außen nicht beurteilen. Es sind ja nicht nur diese Forderungen, es ist in Summe ein Paket an politischen, wirtschaftlichen und sozialen Grauslichkeiten, dass sollten nicht doch noch die vernünftigen Kräfte in der ÖVP sich durchsetzen können, Österreich Jahrzehnte zurück werfen wird.
„KLiCK“-Kärnten: Was erwarten Sie von der zukünftigen Regierung in Bezug auf Außenpolitik und internationale Zusammenarbeit?
Andreas Scherwitzl: Von einer blau-schwarzen Regierung erwarte ich mir nichts, außer Rückschritte! Daher hoffe ich, dass diese nicht zu Stande kommt, sie würde Österreich spalten und uns international isolieren. Was wir brauchen ist das Gegenteil davon – mehr europäische und internationale Zusammenarbeit und mehr Zusammenhalt im Land. Wir sind ein großartiges Land, zugegeben auch mit Schwächen, aber wir sollten unser Land nicht von Extremisten zerstören lassen.


