Wirtschaft
Biobetriebe in Kärnten unter Druck
Strengere Förderrichtlinien, steigende Bürokratie und zusätzliche Auflagen setzen Kärntens Biolandwirte laut einem ORF-Beitrag unter Druck. Die Folge: Immer mehr Betriebe steigen aus der biologischen Landwirtschaft aus.
© Freddy/Pixabay
Die Zahl der Biobetriebe in Kärnten ist im vergangenen Jahr von über 1.800 auf rund 1.750 gesunken. 74 Betriebe kehrten der biologischen Wirtschaftsweise den Rücken und wechselten zur konventionellen Landwirtschaft. Mit einem Minus von 4,1 Prozent verzeichnet Kärnten den stärksten Rückgang aller Bundesländer.
Mutterkuhhalter besonders betroffen
Besonders viele Aussteiger gab es unter den Mutterkuhhaltern, die Kälber für die Fleischproduktion aufziehen. „Kärnten hat den größten Anteil an Mutterkuhhaltern in Österreich. Viele sind Nebenerwerbslandwirte, für die der Mehraufwand immer schwieriger zu bewältigen ist“, erklärt Birgit Knaus, Geschäftsführerin von Bio Austria Kärnten.
Steigende Bürokratie und strengere Auflagen
Neben einer zu geringen Grundförderung beklagen die betroffenen Landwirte vor allem verschärfte Vorschriften. Ein Beispiel ist die Weidepflicht: „Tiere müssen ganzjährig nicht nur Auslauf, sondern auch Zugang zur Weide haben – und das muss genau dokumentiert werden“, so Knaus. Landwirte müssen detailliert festhalten, wann, wo und wie lange ihre Tiere geweidet haben.
Auch der Zukauf von Tieren wurde weiter reguliert. Dieser ist nur noch von Biobetrieben erlaubt – eine Herausforderung, da Bio-Tiere nicht immer verfügbar sind. In solchen Fällen sind zusätzliche Anträge notwendig, die erst genehmigt werden müssen.
Absatzmarkt bleibt konstant
Während der bürokratische Aufwand steigt, bleibt der Absatzmarkt für Biorindfleisch unverändert. „Der Preisunterschied zu konventionellen Produkten könnte höher sein“, sagt Knaus. Dies würde die wirtschaftliche Situation der Biobetriebe verbessern und weitere Rückgänge verhindern.

